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Event

Eine Rauhnacht wie aus dem Bilderbuch

Dämonen, Hexen und böse Geister sorgten in Teublitz bei Feuerschein und klirrender Kälte für echtes Rauhnachtfeeling.
Von Werner Artmann

Unser Mitarbeiter Werner Artmann hat die zweite Auflage Teublitzer Rauhnacht in vielen Fotos festgehalten. Das Publikum kam zahlreich und zeigte sich begeistert von der Veranstaltung.

Teublitz. Loderndes Feuer, glühende Öfen, flimmernde Lichter, schaurige Musik und dichte Nebelschwaden im Stadtpark. Dazu Dämonen, böse Geister, furchterregende „Deifln“, Hexen und Krampusse. Was der Verein „Zukunft für Teublitz“ den Besuchern bei der zweiten Auflage der „Teublitzer Rauhnacht“ bot, war atemberaubend. Mit viel Hingabe und „aus Liebe zum Dahoam“ gestalteten die 18 Mitglieder ein Event „von Teublitz für Teublitz“. Die vielen Zuschauer „tauchten“ trotz Raureif und minus fünf Grad so ein in Sitten und Gebräuche der dunklen Zeit der Tage um den Jahreswechsel.

Moderator Gerhard Besenhard erinnerte mit tiefer Stimme und bedachten Worten an die Tage und Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag. Die Zeit, in der die Nächte länger werden, und aus der Traditionen stammen, die nur wenige in Zusammenhang mit der Rauhnacht bringen. Wer weiß schon, dass unsere Vorfahren keine weiße Wäsche zwischen den Jahrestagen aufhängten, um die bösen Geister nicht anzulocken? Oder, dass manche Oma die Kinder aus Furcht vor der wilden Jagd zum Abendläuten ins Haus holte? Umso schöner ist es, dass die Organisatorinnen Sonja Muck und Esther Beer mit vier Gastgruppen einen tiefen Einblick ins Geschehen gaben.

Tiefe Einblicke in alte Traditionen

„Leit gebt’s obacht, heit is Rauhnacht – D‘Rauhnächt san lang und dunkel, über de gibt‘s vui Gemunkl – De Leut is da scho vieles widerfahren, da lauern um jeds‘ Eck die Gefahren“, baute Besenhard mit Worten Spannung auf. Vorsicht war demnach am Tag vor Silvester geboten, weil Winterdämonen und böse Geister im Teublitzer Stadtpark, direkt vor der Schlossruine ihr Unwesen trieben. Besser hätte das Ambiente am vergangenen Freitag nicht passen können: Mehr und mehr schuf der Nebel auf den Bäumen eine atemberaubende Szenerie, was sie im Schein indirekten Lichts wie eisig-weiße Kunstwerke wirken ließ.

Die „Kirchdorfer Wolfauslasser“ eröffneten die Reise in die Welt der Dämonen.
Die „Kirchdorfer Wolfauslasser“ eröffneten die Reise in die Welt der Dämonen. Foto: Artmann

Das Startsignal gaben am Freitag die „Kirchdorfer Wolfauslasser“ und ihr lautes Glockengeläut. Mit überdimensionalen „Schellen“ um die Hüften bildeten sie einen Ring um die Feuerstelle auf der Bühne und bewiesen unter Anleitung ihres Führers viel Rhythmussicherheit. Einst half das Geläut, Dämonen abzuwehren – der Glaube an finstere Mächte hatte sich vor allem in den riesigen Waldgebieten des Bayerischen Waldes lange gehalten. Und wenn die Tiere im Stall waren, banden sich die Bauern Glocken um, um Wölfe und Bären fern hielten.

Sehen Sie hier ein aktuelles Video vom Treiben im Teublitzer Stadtpark:

Die zweite Auflage der Teublitzer Rauhnacht lockte viele Besucher nach Teublitz. Die Gruppen überzeugten mit ihren Shows. Video: André Baumgarten

Vertreter der Sagen und Legenden war die Gruppe „Schwarzachtal Pass“ aus Neunburg vorm Wald – große, vermummte Gestalten mit Hörnern, riesige Nasen und fürchterlicher Mähne. Mit ihrem Meister versammelten sie sich „zum alten Rat vom Schwarzachtal“ auf der Bühne und zogen ihre eigene Bilanz: „Da Deife denkt se aus so manche List, so dass du des Rechtschaffene im Leben vogisst!“ Im folgenden Schauerspiel „Der Teufel und die Prinzessin“ holt sich der König für die erkrankte Tochter Hilfe von Hexen, die Verstärkung aus der Macht der Hölle versprachen. Das Königspaar gab seine Seele dafür, während das Kind von den „Schiachen“ aufgezogen wurde. Als Maid begehrte der Höllenchef dieses als Braut – hatte die Rechnung aber ohne seine teuflische Frau gemacht, die die Hexen aufwiegelte, den Teufel zu vernichten.

„Boandlkramer“ spielte Quartett

Mit ihrer beeindruckenden Feuershow überzeugte auch „Ameno Signum“.
Mit ihrer beeindruckenden Feuershow überzeugte auch „Ameno Signum“. Foto: Artmann

Eine starke Show zeigten die „Vorwoid Deifen“ aus Passau, die dem zahlreichen Publikum interessante Einblicke in die Welt von Hexen, Krampussen, Deifln und Tod gaben. Sie begeisterten mit spektakulären „Loarvn“ (Masken) und starken Thematiken: Habgier, Hexenverbrennung, Sensenmann und Todesengel. In der Geschichte gingen vier Männer in der Rauhnacht ins Wirtshaus, spielten Karten und sangen mit zunehmender Bierseligkeit immer heftigere Lieder gegen die Geister – bis der „Boandlkramer“ persönlich mit dem Quartett um deren Seelen spielte und gewann.

Sonja Muck (rechts) und Esther Beer (links) zeichneten für die Organisation verantwortlich.
Sonja Muck (rechts) und Esther Beer (links) zeichneten für die Organisation verantwortlich. Foto: Artmann

Vier Goislschnalzer der „Kirchdorfer Wolfauslasser“ zeigten anschließend vor und auf der Bühne ihr Können. Zum Abschluss der Teublitzer Rauhnacht bot die Gruppe von „Ameno Signum“ eine beeindruckende Show mit Feuer und Flamme. Die bekannte Showgruppe aus Neunburg vorm Wald verstand es, mit faszinierender Choreographie das Element Feuer zu präsentieren. Kurzum: Faszinierender und abwechslungsreicher könnte ein Rauhnachtevent nichts sein … Zufrieden zeigten sich auch die Besucher: Die Begeisterung – oder war es doch die Furcht vor den Akteuren – stand jedem ins Gesicht geschrieben!

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Zufriedenheit und Anerkennung

  • Bilanz:

    Wie Organisatorin Esther Beer berichtete, gab es großes Lob und Anerkennung für die zweite Auflage. „Dies dürfte für uns Ansporn sein, eine dritte Teublitzer Rauhnacht zu veranstalten“, sagte sie. Auch ihre Mitstreiterin Sonja Muck war mehr als zufrieden. Jetzt warte man die Bilanz ab, inwieweit man einen Erlös für soziale Zwecke der Stadt bereitstellen kann. „Jedenfalls haben die Mitglieder von ‚Zukunft für Teublitz‘ Großes geleistet haben“, sagte Muck.

  • Lob:

    Einig waren sich die von unserem Medienhaus befragen Besucher, dass die organisatorischen Schwächen von der Premiere der Teublitzer Rauhnacht alle beseitigt wurden. 2015 wurden die Planer vom Ansturm überrascht. Deshalb wurden für eine erhöhte Bühne, Lautsprecheranlage, Lichteffekte, Wärmeöfen und mehrere Verpflegungsbuden keine Kosten und Mühen gescheut, um die 2. Rauhnacht zu einem Erfolg werden zu lassen. (bat)

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