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Aktion

Jugendliche packen in der Höllohe mit an

Der soziale Aktionstag der Jugendfeuerwehren im Städtedreieck fand heuer in der Höllohe statt. Dort gab es einiges zu tun.
Von Stefan Barte

Das Insektenhotel wurde komplett neu eingerichtet. Fotos: Stefan Barte
Das Insektenhotel wurde komplett neu eingerichtet. Fotos: Stefan Barte

Teublitz.Es ist Samstagmorgen und für Jugendliche eine eher ungewohnte Aktivitätszeit, aber sie stehen freiwillig und in voller Arbeitsmontur auf dem Vorplatz des Höllohe Freizeitparkes bereit. Pünktlich um 9 Uhr begrüßt Jugendwartsprecher Tobias Sebast rund 100 Jugendfeuerwehrler aus dem gesamten Städtedreieck und mit ihnen auch 37 Firmlinge von der Pfarrei Leonberg zum diesjährigen sozialen Jugendaktionstag.

Stöckchen und Zweige sammeln für das Insektenhotel Foto: Stefan Barte
Stöckchen und Zweige sammeln für das Insektenhotel Foto: Stefan Barte

Die Befürchtungen mancher Jungfeuerwehrler, vielleicht nur für langweilige Hilfsaufgaben eingesetzt zu werden, werden gleich am Anfang zerstreut. Sebast hat in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer des Natur- und Freizeitparks Höllohe, Stefan Jahreis, mehrere sinnvolle und durchaus auch herausfordernde Projekte für den Tag geplant. Da viele Kids noch wenig bis gar keine Erfahrung im Umgang mit Werkzeug hatten, führte Jahreis auch eine dementsprechende Sicherheitsbelehrung durch.

Großprojekt Schafsgehege

Hauptprojekt war der Neubau einer Einzäunung für die Kamerunschafe.
Hauptprojekt war der Neubau einer Einzäunung für die Kamerunschafe.

Die Einteilung der Jugendlichen zu ihren Jugendwarten und Betreuern erfolgte zügig, und die Junghandwerker wurden mit ihren teilweise umfangreichen Aufgaben vertraut gemacht. Hauptprojekt des heutigen Tages ist die Errichtung eines Holzzauns für das neue Schafgehege. Die Rohmaterialien liegen bereit, aber die vielen dicken Pflöcke in den Boden zu rammen, entwickelt sich zu einer durchaus schweißtreibenden Angelegenheit.

Derweil versucht sich Anna Ciesielski voll motiviert erstmals am Akkuschrauber. „Es macht mir Spaß, und ich lerne auch was“, sagt sie und dreht die verrostete Schraube aus der alten Verlattung des Kräutergartens. Eine andere Gruppe zersägt Hölzer mit einem Fuchsschwanz und passt diese in das Insektenhotel ein. Parallel entsteht derweil ein zweiter Zaun im Ponygehege. Das Höllohe-Team mit Sandro Merl und Rainer Hofrichter kommt als fachliche Begleitung kaum mehr hinterher, unterstützt die Kids aber geduldig und hilfsbereit.

Retter

„Krokodil“ hielt die Wehrmänner auf Trab

Von „Klausi“ bis zum Flugzeugabsturz: Die Büchelkühner Feuerwehr rückte in 100 Jahren zu manch spektakulärem Einsatz aus.

Kreisbrandmeister Markus Dechant beobachtet das Geschehen aus der Distanz und ist stolz auf seinen Nachwuchs. „Die machen das freiwillig und haben damit Vorbildfunktion für alle Jugendlichen. Es ist eine zusätzliche Aufgabe zu der ohnehin schon anstrengenden Feuerwehrausbildung.“ Er sieht die Zukunft mit gemischten Gefühlen. Derzeit gebe es nur noch zehn Jugendfeuerwehrgruppen im Städtedreieck. Das seien vor ein paar Jahren noch deutlich mehr gewesen, bedauert er.

Potenzieller Nachwuchs könnte sich allerdings aus den Firmlingen ergeben. Das Eis zwischen den Jugendlichen war an den Stationen durch den gemeinsamen Arbeitseinsatz schnell gebrochen. Mehr als die Hälfte von ihnen will den verschiedenen Ortsgruppen nach diesem Aktionstag beitreten. Auch Patricia H. und Maximilian P. wollen sich der Jugendfeuerwehr Winkerling anschließen. „Wir wollen künftig mithelfen“, sind sich die beiden einig.

Die Einzäunung des Kräutergartens musste ausgebessert werden und bekam einen neuen Anstrich.
Die Einzäunung des Kräutergartens musste ausgebessert werden und bekam einen neuen Anstrich.

Gegen 14.30 Uhr waren dann fast alle Projekte erfolgreich beendet, und auch die Kräfte der Junghandwerker waren aufgebraucht. Großen Respekt zollten Landrat Thomas Ebeling, Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank aus Maxhütte-Haidhof und 2. Bürgermeister Robert Wutz aus Teublitz allen freiwilligen Helfern für ihren Arbeitseinsatz. Die drei Kommunalpolitiker überzeugten sich zunächst bei einem Rundgang von den Arbeitsergebnissen und fanden abschließend nur lobende Worte für das gezeigte Engagement.

Dickes Lob für die Jugendlichen

Es sei eine tolle Aktion, für die der Landkreis dankbar sei, sagte Ebeling und äußerte die Hoffnung, dass dies auch in Zukunft fortgeführt werde. „Die Höllohe ist ein Highlight mit vielen Besonderheiten und von daher wert, sich um sie zu kümmern“, so der Landrat. Wutz hob in seiner Ansprache auch das besondere Engagement der Ausbilder und Betreuer hervor, ohne die solche Aktionstage nicht möglich wären.

Teilnehmer und Betreuer im Natur- und Freizeitpark Höllohe
Teilnehmer und Betreuer im Natur- und Freizeitpark Höllohe

Ein ganz persönliches und nachdenkenswertes Resümee aus dem Jugendaktionstag zog Sophie Winkler (13 Jahre) von der Jugendfeuerwehr Leonberg für sich: „Ich helfe gern, weil man die Tiere in der Höllohe umsonst anschauen kann. Ich helfe, hier aufzuräumen und den Müll der Menschen zu entsorgen, der von ihnen auf dem Gelände hinterlassen wurde“, beschrieb sie ihre Motivation.

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