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Wirtschaft

Zum sechsten Mal den Besten ausgebildet

Das Erfolgsrezept von Richard Gleissner, Ausbildungsleiter bei TWG Software Services in Teunz: nicht auf Lorbeeren ausruhen.
Von Ralf Gohlke

Geschäftsführer Ralf Klausnitzer (links) und Ausbildungsleiter Richard Gleissner (rechts) sind stolz auf Johannes Kammerer als Kammersieger.
Geschäftsführer Ralf Klausnitzer (links) und Ausbildungsleiter Richard Gleissner (rechts) sind stolz auf Johannes Kammerer als Kammersieger. Fotos: ggo

Teunz.Ute Schwarz, Ausbildungsberaterin für technische Berufe bei der IHK kennt den Weg von Regensburg nach Teunz inzwischen nahezu „blind“. Sie muss die Reise immer dann antreten wenn sich wieder ein Auszubildender aus dem Elektronik- oder IT-Bereich mit seinen Prüfungsergebnissen in hervorragender Weise auf Kammer- oder Landesebene platziert hat und das ist dort keine Seltenheit. Diesmal galt ihr Besuch Johann Kammerer, jetzt geprüfter Elektroniker für Betriebstechnik.

Der 20-jährige gebürtige Leuchtenberger schaffte es, die Erfolgsstory seiner fünf Vorgänger fortzusetzen und platzierte sich als 6. Kammer- und Landessieger in Folge. Dafür gab es für ihn ein Stipendium, eine Urkunde und den obligaten Würfel aus Granit. Eine Urkunde erhielt auch die TWG Software Services als Ausbildungsbetrieb. Diese nahm Ausbildungsleiter Richard Gleissner (43) entgegen, der 2007 beim Vorgänger der TGW, der Firma Klug Integrierte Systeme, den Aufbau der Ausbildungsabteilung übernommen hat.

Interesse an Elektrotechnik

„Ich bin durch die Berufsberatung in der Realschule Vohenstrauß, damals noch auf die Firma Klug, aufmerksam geworden, weil ich mich schon immer für Elektrotechnik im weitesten Sinn interessiert habe“, schildert Kammerer im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung, wie er nach Teunz gekommen ist. Als Hobby nennt er Sportschießen und mach dazu eine interessante Anmerkung: „Da habe ich gelernt, meine Umgebung kurzfristig auszublenden, um mich nicht ablenken zu lassen. Das hat mir auch in der Ausbildung sehr geholfen.“ Ebenso lässt er keinen Zweifel daran, dass die Anforderungen in den Prüfungen ständig steigen. Anstelle von Fragen und Antworten sei heute gezielte Projektarbeit gefordert. Um darin sicher zu sein, müsse man auch zu Hause noch etwas tun. Auf den Lorbeeren Ausruhen kann sich Johannes Kammerer aber nicht, denn er erhielt nach der Übernahme die Leitung für ein großes Projekt bei Sony/Pilsen. Nach den Vorarbeiten in Teunz geht er im Februar dorthin, um zu programmieren. Die Arbeit im Team bedeutet für ihn eine „tolle Herausforderung.“ Mit dem Stipendium stehen ihm alle Wege für eine höhere Ausbildungsstufe offen, aber momentan möchte er sich noch nicht festlegen.

Richard Gleissner, Ute Schwarz, Landessieger Johannes Kammerer und Ralf Klausnitzer (von links) bei der Urkundenübergabe.
Richard Gleissner, Ute Schwarz, Landessieger Johannes Kammerer und Ralf Klausnitzer (von links) bei der Urkundenübergabe. Foto: TGW

„Solche Leuchtturm-Leute brauchen wir als Vorbild“, sagt Geschäftsführer Ralf Klausnitzer auch im Hinblick auf die 59 jungen Leute, die sich momentan in der Ausbildung befinden, zehn von ihnen absolvieren ein duales Studium. Für beide Seiten sei es wichtig, die Ausbildung auf das Unternehmen abzustimmen, was die Perspektiven für die Übernahme deutlich verbessere. Dies sei in Zeiten sinkender Verfügbarkeit an Facharbeitern noch wichtiger geworden.

Fortbildung ist ein Dauerbrenner

Selbstverständlich freut sich auch Ausbildungsleiter Richard Gleissner über die überörtlichen Erfolge seiner Schützlinge, die aber auch sehr von der Persönlichkeit des Auszubildenden abhängig seien. Im Grundsatz sei es für ihn am wichtigsten, alle in erster Linie mit Handlungskompetenz auszustatten. „Ich weiß dann, dass wir alles richtig gemacht haben, wenn die Noten, Prüfungsergebnisse und die Rückmeldungen aus den Fachabteilungen mit dem Gesamtbild des Auszubildenden übereinstimmen“, betont er.

Gleissner weiß, wovon er spricht, wenn er auch von den Ausbildern die stete Bereitschaft zur Weiterbildung fordert. Er selbst hat von 2011 bis 2013 die drei Stufen des Studiums zum „1. zertifizierten Ausbildungs Coach Bayerns“ an der Bayerischen Ausbildungsakademie durchlaufen und ist nach wie vor außerbetrieblich für das Programm „Ausbilder in Bestform“ tätig. Dort steuert er regelmäßig Praxisberichte bei und steht für Interviews zur Verfügung. Ihm geht es dabei um eine aktive Mitarbeit an neuen Ausbildungsformen und Zukunftsthemen.

Das Motto von Richard Gleissner lautet: „Ausbilder zu sein, muss man leben, da wird die Weiterbildung fast schon zum täglich’ Brot.“ Er sieht darin auch eine wichtige Möglichkeit, den Auszubildenden als Vorbild zu dienen.

„Wer das nicht schafft, hat es unter Umständen schwer, diese auch richtig zu motivieren“, weiß er aus Erfahrung. Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, reiche auch für die Auszubildenden ihr Siebeneinhalbstunden Tag nicht aus. Inzwischen erhält Gleissner tatkräftige Unterstützung durch Martin Gorges, der die IT-Berufe abdeckt.

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