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Initiative

Naturpark-Kindergarten für Trausnitz

Die Trausnitzer Kinder müssen nicht mehr nach Pfreimd. Sie werden in der neuen Einrichtung viel im Freien sein.
von Jay Schnorrer

Die Kindergartenkinder werden viel im Naturpark unterwegs sein. Foto: Ingo Wagner/dpa
Die Kindergartenkinder werden viel im Naturpark unterwegs sein. Foto: Ingo Wagner/dpa

Trausnitz.Bis vor einem Jahr mussten die Trausnitzer Eltern ihre Kinder noch nach Pfreimd in den Kindergarten bringen – das sind knapp zehn Kilometer. „Familienfreundlich ist was anderes“, sagt Bürgermeister Martin Schwandner. Deshalb machte er sich für die Eröffnung eines Kindergartens stark– eine Initiative, die auch auf enorme Resonanz stieß. Und der Trausnitzer Kindergarten soll kein „normaler“ sein. Sowohl Kindergarten als auch Grundschule arbeiten künftig mit dem Naturpark Oberpfälzer Wald zusammen. Sie werden voraussichtlich sogar zur „Naturpark-Schule“ und zum „Naturpark-Kindergarten“.

Die offizielle Zertifizierung seitens des Verbunds Deutscher Naturparke soll innerhalb der nächsten zwei Monate folgen. Diesen Dienstag wurde das Konzept für die Kooperation in Trausnitz vorgestellt. Was die Zusammenarbeit genau bedeutet, erklärte Bürgermeister Schwandner im Gespräch mit der Mittelbayerischen: „Ein Großteil der Wissensvermittlung soll im Freien stattfinden.“

Gebietsbetreuer bieten Naturpark-Führungen an

Die Verantwortlichen stellten die Kooperation vor. Foto: Vieracker
Die Verantwortlichen stellten die Kooperation vor. Foto: Vieracker

Besonders Themen wie Wald, Wiese oder Himmelsrichtungen eignen sich. Mit Kompassen dürfen sich die Kinder bei Schnitzeljagden selbst auf die Suche machen, mit Lupen den Boden erkunden. Darüber hinaus werden Gebietsbetreuer aus dem Landratsamt regelmäßig Naturpark-Führungen anbieten und bestehende Maßnahmen zeigen, wie die Beweidung des Trausnitzer Burghangs.

Die Kinder dürfen auch selbst tätig werden und Kräuter für das Mittagessen anbauen oder eine Streuobstwiese anlegen. Unterstützung erhalten sie vom Obst- und Gartenbauverein, denn Bürgermeister Schwander ist es wichtig, die Kleinsten „außerschulisch an Kultur und Vereinsleben der Gemeinde einzubinden“. Deshalb sind auch einige Kooperationen mit Privatpersonen angedacht. „Wir wollen nichts überstürzen, sind aber für alles offen.“

Soziales

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Die Lehrkräfte werden aktiv in die Planung einbezogen und erhalten entsprechende Fortbildungen und Schulungen wie eine waldpädagogische Weiterbildung. Dabei gilt es allerdings, „den Spagat zwischen Unterrichtsplan und Themen zu finden“, so Schwandner. „Wir wollen reinwachsen und aus der Erfahrung lernen.“ Nicht alle der ins Auge gefassten Maßnahmen werden sich sowohl für den Kindergarten als auch für die Grundschule umsetzen lassen. „Aber gewisse Projekte werden übergreifend stattfinden.“

Mit der Initiative reagiert Trausnitz auf den Trend der Zeit. Die Landflucht sei vorbei, so Martin Schwandner. „In den letzten drei, vier Jahren nehmen wir eine umgekehrte Denke wahr. Viele sagen, ich möchte hierbleiben oder ich komme zurück oder ich ziehe her.“ Nun werde in Trausnitz eine klare Alternative zu „normalen Kindergärten“ geboten.

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