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Zukunft

Perspektiven für das Nördliche Naabtal

Fünf Städte und Gemeinden schließen sich zusammen. Deren Gemeinde- und Stadträte segneten ein Entwicklungskonzept ab.
Von Ralf Gohlke

Gespannt lauschten die Bürgermeister den Ausführungen der Architekten Martin Fladt und Nikolai von Brandis (stehend von rechts) zu dem rund 170 Seiten umfassenden Konzept.
Gespannt lauschten die Bürgermeister den Ausführungen der Architekten Martin Fladt und Nikolai von Brandis (stehend von rechts) zu dem rund 170 Seiten umfassenden Konzept. Foto: ggo

Trausnitz. Mit einstimmigem Votum ihrer jeweiligen Markt- und Gemeinderäte haben Nabburg, Schwarzenfeld, Pfreimd, Wernberg-Köblitz und Trausnitz ein Integriertes interkommunales Entwicklungskonzept (IRE) unter dem Begriff „Leben im Fluss – Kleinregion Nördliches Naabtal“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, damit in die neue Förderkulisse des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) aufgenommen zu werden, in dem für ganz Bayern ein Betrag von rund 485 Millionen Euro zur Verfügung stehen soll. In nur drei Monaten wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Büro UmbauStadt in Weimar erarbeitet. Als Bürgermeister der Leitkommune Nabburg vermittelte Armin Schärtl das Verbindende an der Historie der Burg Trausnitz, in deren Rittersaal die Sitzung stattfand.

Das Konzept sei auch dann ein Gewinn für die fünf Kommunen, wenn der Wettbewerb nicht erfolgreich ausgehen sollte, da bereits von der Regierung der Oberpfalz signalisiert worden sei, dass es auch als Leitkonzept für andere Fördertöpfe dienen werde.

Im Eiltempo vermittelten vor der Abstimmung die Architekten Martin Fladt und Nikolai von Brandis vom Büro UmbauStadt noch einmal das rund 170 Seiten umfassende Geheft. Ein wesentlicher Punkt der interkommunalen Zusammenarbeit sei, sich der Konkurrenz zu den Ballungszentren zu stellen, was eine Kommune allein nicht bewältigen könne. Auch sei es kleineren Kommunen kaum mehr möglich, alle Ressourcen wie Schulen oder kulturelle Einrichtungen in gleichem Maß bereitzustellen.

Die Schwerpunkte der einzelnen Kapitel lagen bei der Zusammenfassung der Ergebnisse aus verschiedenen Workshops, der Analyse von Stärken und Schwächen, der Ausarbeitung eines Leitbildes und von Zielkonzepten, Themen und Projekten zur Umsetzung während der Förderperiode 2016 bis 2025, möglicher Träger für Projekte und nicht zuletzt das Monitoring und die Evaluierung. Als übergeordnetes Thema für die gesamte Arbeit stand die Bindung junger Menschen an die Region. Daraus ergaben sich 30 Projektansätze und acht Leitprojekte, die so gestaltet seien, dass jede Kommune davon profitieren könne, auch wenn sie in einer anderen umgesetzt werde.

Kurze Statements richteten die fünf Bürgermeister noch einmal an die Versammlung, bevor es zur Abstimmung kam. Armin Schärtl erkannte es als gute Chance einer weitergehenden Zusammenarbeit über die bereits bestehenden Bereiche hinweg. Richard Tischler, Pfreimd, sah darin einen „Türöffner für die Zukunft“ und gute Basis für eine Zusammenarbeit. Georg Butz, Wernberg-Köblitz, empfand es als „historische Entscheidung an historischem Ort“. In der vorbereitenden Arbeit hätten auch die Verwaltungen einen „guten Draht zueinander gefunden“. „Das ist der Weg, den wir beschreiten müssen und wollen“, bekundete Manfred Rodde, Schwarzenfeld, auch wenn die „IRE“ unter großen Zeitdruck entstanden sei. „Die Kleinen könne von den Großen lernen und vielleicht auch umgekehrt“, hoffte Martin Schwander für Traunsnitz. Die Bürgermeister mussten jeweils ihre eigenen Gremien abstimmen lassen.

Leitprojekte

  • Kooperation:

    Jugendprojekträume/Identität durch Eigenleistung: Ziel ist die Einrichtung von Projekträumen und Werkstattgalerien in zentraler, innerörtlicher Lage. Interkommunale Raum- und Flächenagentur: Ziele sind Abstimmungen mit Nachbarregionen und Landkreis, verbessertes Marketing, Abbau bürokratischer Hinernisse, kommunikative Maßnahmen. Theaternetzwerk: Zusammenschluss der Theater- und Laienspielgruppen zu einem Netzwerk zusammen mit den Trausnitzer Burgfestspielen. Interkommunales und Multi-Thematisches Museums-, Ausstellungs- und Kulturkonzept: Schaffung eines gemeinsamen Kulturmanagements, gemeinsamer Museumspädagogik für Jugendliche und eine gemeinsame Museumskarte.

  • Netzwerk:

    Interkommunaler Jugendkurator: Agiert in einer Person für die fünf Kommunen unterhalb der Ebene des Kreisjugendpflegers. Sonderwohnformen für die junge Generation: Ergänzung des aktuellen Wohnraumangebotes zur Schaffung bedarfsgerechter Wohnmöglichkeiten für junge Menschen. Radwegeausbau: Verbesserter Anschluss der Orte und Ortsteile an die Hauptachse entlang der Naab. Interkommunaler Klima-Aktionsplan: Damit sollen weniger neue Konzepte erarbeitet sondern die bestehenden unterstützt werden, etwa die Bündelung des Klimaschutzkonzeptes des Landkreises.

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