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Tiere

Pferdeseuche: Sperrbezirk aufgehoben

Drei Monate nach dem Ausbruch von „EIA“ im Kreis Schwandorf gibt das Landratsamt Entwarnung – vorerst aber nur in Trausnitz.

Der Sperrbezirk galt im Umkreis von einem Kilometer für drei Monate – so lange dauert die Inkubationszeit. Foto: Mario Gentzel/dpa
Der Sperrbezirk galt im Umkreis von einem Kilometer für drei Monate – so lange dauert die Inkubationszeit. Foto: Mario Gentzel/dpa

Schwandorf.Anfang August wurde auf einem Pferdehof im Raum Trausnitz die Equine infektiöse Anämie „EIA“ nachgewiesen. Zwei Tiere waren mit der Pferdeseuche infiziert. Der Reiterhof sowie alle Pferde im Umkreis von einem Kilometer standen fortan für drei Monate unter Quarantäne. Dies ist die Dauer der Inkubationszeit. Nun wurde der Sperrbezirk aufgehoben, wie der Pressesprecher des Landkreises, Hans Prechtl, auf Nachfrage der MZ mitteilt. Die Tests fielen negativ aus, die Pferde sind gesund. Auch in Oberviechtach wies das Veterinäramt die Pferdeseuche nach. Allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt, weshalb dort der Sperrbezirk noch bis mindestens nächste Woche aufrecht erhalten wird, so Hans Prechtl: „Die Proben werden am Donnerstag entnommen und bis nächste Woche ausgewertet.“ (sl)

Fälle von Pferdeseuche:

Equine Infektiöse Anämie

  • Verbreitung:

    „Die Equine infektiöse Anämie (EIA) oder auch Infektiöse Blutarmut der Einhufer ist eine weltweit verbreitete, virusbedingte Erkrankung der Pferde. Sie tritt regional gehäuft in Nord- und Südamerika, Afrika sowie Süd- und Osteuropa auf. In Deutschland ist das Virus nicht heimisch. In Bayern wurden 2011 zwei und 2015 bislang drei Fälle registriert (Stand 4. August 2015). Auslöser waren höchstwahrscheinlich importierte Pferde aus Osteuropa und Russland.“

  • Übertragung:

    „Die Übertragung von Pferd zu Pferd findet vor allem durch blutsaugende Insekten wie Bremsen oder Stechmücken statt. Das Virus vermehrt sich in den Insekten nicht und bleibt maximal 30 Minuten in den Mundwerkzeugen infektiös. Die zur Infektion notwendige Virusmenge wird erst durch mehrere Stiche erreicht. Eine Distanz ab 180 Meter verringert die Übertragungsgefahr wesentlich. Infizierte Pferde bleiben ein Leben lang Träger der Infektiösen Anämie.“

  • Krankheitsverlauf:

    „Wurde ein Pferd mit dem Anämievirus infiziert, dauert es zwei bis sechs Wochen, bis sich erste Symptome zeigen. Es gibt eine akute und chronische Verlaufsform. Bei der akuten Erkrankung zeigen die Pferde Fieber, raschen Gewichtsverlust, Teilnahmslosigkeit, Schwäche, Blutungen an Schleimhäuten und eine Anämie im Blutbild. Manche Pferde sterben. Erkrankt das Pferd chronisch, zeigen sich Fieberschübe und Anämie – das Pferd stirbt nicht, bleibt lebenslang infektiös.“

  • Konsequenzen:

    „In Deutschland ist die Equine infektiöse Anämie anzeigepflichtig und darf nicht behandelt werden. Wurde die Infektion mit dem Coggings-Test nachgewiesen, müssen betroffene Pferde getötet werden. Ist die Krankheit in einem Stall aufgetreten, wird dieser gesperrt. Die Sperre wird wieder aufgehoben, sobald alle infizierten Pferde getötet wurden und alle übrigen Pferde zweimal im Abstand von drei Monaten negativ auf EIA getestet wurden. (Quelle: Tierklinik Schierling)

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