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Porträt

Vom Schreibfieber gepackt

Saskia von der Osten hat ihren ersten Roman veröffentlicht. Die 31-jährige Bruckerin erzählt von der Unendlichkeit der Liebe.
Von Cornelia Lorenz

Saskia von der Osten freut sich über ihren Erfolg: Teil zwei ihres Buches erscheint im kommenden Herbst. Foto: Saskia von der Osten
Saskia von der Osten freut sich über ihren Erfolg: Teil zwei ihres Buches erscheint im kommenden Herbst. Foto: Saskia von der Osten

Bruck.Viele Sportler kennen den „Flow“ – ein Glücksgefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet und sie immer weiter vorwärtstreibt. Auch Saskia von der Osten aus Bruck erlebt regelmäßig solche emotionalen Ausnahmezustände. Bei der 31-Jährigen hat es aber nichts mit körperlicher Anstrengung zu tun, sondern mit Ideen, die ihr plötzlich durch den Kopf spuken – Szenen einer Geschichte, die sie sofort niederschreiben muss, auch wenn es gerade mitten in der Nacht ist. Das Ergebnis ihrer persönlichen Flow-Momente ist nun im Buchhandel zu finden: „Und immer du“ heißt ihr erster Roman, in dem sie die Unendlichkeit der Liebe thematisiert. „Ich habe beim Schreiben selbst oft geweint. Es fühlte sich so echt an“, sagt von der Osten.

Wenig Bücher gelesen

Dass sie irgendwann einmal ein Buch schreiben würde, hätte sie selbst niemals gedacht. „Ich habe als Kind vielleicht eine Handvoll Bücher gelesen – ich konnte mich dafür einfach nicht begeistern“, erinnert sich die gebürtige Regensburgerin, die in Nittenau aufgewachsen ist und nun in Bruck lebt. Geschichten und kleine Texte hat sich von der Osten dagegen schon immer gern ausgedacht, zum Beispiel Liedtexte oder kleine Theaterstücke für Familienfeste.

Auch beruflich hat es von der Osten in die kreative Richtung gezogen – wenn auch über einen Umweg: Zunächst absolvierte von der Osten eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, merkte aber schnell, dass das nicht „ihr Ding“ war. Vor knapp zehn Jahren hat sie sich als Fotografin in Bruck selbstständig gemacht und setzt seitdem mit viel Liebe als „Fotogräfin“ ihre Kunden in Szene. Ihre Kenntnisse hat sie sich unter anderem während ihrer Praktikantenzeit in einem Ingolstädter Fotoladen angeeignet. Als sie zum Geburtstag eine Digitalkamera geschenkt bekam, tackerte sie einfach Stofffetzen an die Wand, stellte Baustrahler auf und fotografierte sich quer durch die Familie und den Freundeskreis. Weil sie so viel positives Feedback bekam, beschloss sie, professionell in die Studiofotografie einzusteigen.

Eine besondere Autofahrt

Den Tag, an dem sie aus heiterem Himmel die Eingebung für „Und immer Du“ hatte, wird von der Osten nie vergessen: Auf einer Autofahrt am 18. Dezember 2016 tauchte vor ihrem geistigen Auge plötzlich das Bild eines Mannes namens Felix auf, der in der Küche stand – und mit dem sie selbst in Streit geriet. Was für rational veranlagte Menschen seltsam klingen mag, empfand von der Osten als gar nicht so ungewöhnlich. „Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und beschäftige mich schon lang mit unerklärlichen Dingen“, sagt sie.

„Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und beschäftige mich mit unerklärlichen Dingen.“

Saskia von der Osten

Die Streit-Szene bekam sie jedenfalls nicht mehr aus dem Kopf und schrieb sie nieder – und entwickelte aus weiteren Puzzleteilen der Geschichte, die ihr durch den Kopf schossen, am Ende eine 378 Seiten lange Story. „Ich habe Tag und Nacht durchgetippt“, erinnert sie sich. Dabei hat sie sich häufig mit der passenden Musik in Stimmung gebracht und so alle Emotionen der Geschichte besonders intensiv durchlebt.

Als sie von den ersten Testlesern ihres Romans viele positive Rückmeldungen bekam, beschloss von der Osten, ihr Glück bei Verlagen zu suchen – und hatte Erfolg beim Masou-Verlag, der in seinem Progamm auch Platz für mystische Themen hat. In von der Ostens Geschichte dreht sich alles um eine Frau, die sich nach einem Herzstillstand an nichts mehr erinnern kann – und sich die Frage stellen muss, ob der einzige Mensch, der ihr noch irgendwie bekannt vorkommt und der ihr Seelenverwandter zu sein scheint, ein falsches Spiel mit ihr treibt. Auch Teil zwei der Geschichte hat der Verlag schon abgenommen und wird ihn im Herbst auf den Markt bringen.

„Ich habe beim Schreiben selbst oft geweint.“

Saskia von der Osten, Autorin

Eine ganze Reihe begeisterter Kommentare hat von der Osten für ihr erstes Buch auf Online-Portalen bereits bekommen. Vielleicht liegt es daran, dass sie es dem Leser leicht macht, sich in die Story hineinzudenken. „Verlust und Trauer sind doch Themen, die wir alle kennen“, sagt von der Osten.

Ihre eigene Liebesgeschichte

Insgesamt vier „fertige“ Bücher hat sie inzwischen auf Lager, das fünfte ist erst halb zu Ende geschrieben. Das liegt daran, dass sie derzeit andere Dinge im Kopf hat. „Ich kümmere mich gerade um meine eigene Liebesgeschichte“, sagt sie schmunzelnd. Weitermachen wird sie erst, wenn der „Schreibwahn“ sie überfällt. Ich wünsche mir, dass ich alle Ideen umsetzen kann. Zum Glück setzt mich mein Verlag dabei nicht unter Druck“, sagt sie.

Mehr Informationen zum neuen Buch lesen Sie hier:

Saskia von der Osten

  • Saskia von der Osten

    hört beim Schreiben am Laptop oft Musik.

  • Ihre Schwestern

    Beatrice (l.) und Rebekka sind beim Festspielverein Bruck aktiv.

  • Der Roman

    „Und immer du“ ist Saskia von der Ostens erstes Werk.

Wenn sie derzeit nicht gerade Fotos für ihre Kunden macht, ist sie mit einer ganzen Reihe von Hobbys beschäftig: Von der Osten spielt gern Keyboard und Schlagzeug, malt oder spielt Frisbee. „Ich habe immer Hummeln im Hintern“, sagt sie schmunzelnd. Mittlerweile hat sie auch das Lesen für sich entdeckt. Besonders gern mag sie Bücher von Kerstin Gier, einer Autorin, die vor allem Frauenromane schreibt. „Sie schreibt so witzig und locker – mit ihr würde ich gern einmal einen Kaffee trinken gehen“, sagt sie.

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