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Antrag

Erinnerung an den Kampf gegen die WAA

Der Kreistag soll nach dem Willen der SPD-Fraktion mit Unterstützung der EU einen „Erinnerungspfad“ in Wackersdorf errichten.
Von Reinhold Willfurth

Das Franziskusmarterl gemahnt an den Kampf gegen die WAA.
Das Franziskusmarterl gemahnt an den Kampf gegen die WAA.Foto: Archiv

Wackersdorf. Mit Mitteln der Europäischen Union wollen die Sozialdemokraten im Kreistag dem Kampf gegen die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) einen Platz in der regionalen Geschichte sichern. In einem Antrag an den Kreistag regt Fraktionschefin Evi Thanheißer an, einen „WAA-Erinnerungspfad“ in Wackersdorf anzulegen. Heute, 25 Jahre nach dem Ende der Pläne, erinnere nur noch das Franziskusmarterl an den Widerstand gegen die geplante Atomfabrik, die in den 80er Jahren wie kein anderes Bauprojekt den wütenden Protest vieler Menschen in der Region hervorgerufen habe.

Banner, Plakate und andere Dokumente der Widerstandsbewegung befänden sich bereits im Bayerischen Staatsarchiv als Dokumente der jüngeren bayerischen Geschichte. Die Geschichte des Widerstandes gegen die WAA gehöre aber zur Geschichte dieses Landkreises und seiner Bürgerinnen und Bürger, so Thanheißer in ihrer Begründung.

Die SPD beantragt, zu prüfen, ob die Einrichtung eines WAA-Erinnerungspfades und die gesonderte Kennzeichnung des Franziskusmarterls, des Standortes des Hüttendorfes sowie des sogenannten Chaoten-Ecks über das LEADER-Förderprogramm 2014 bis 2020 finanziert werden könnte.

„Etwas zurückhaltend“ reagierte der Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter (CSU) auf den Vorstoß der SPD. „Das Thema WAA hat tiefe Gräben in der Gemeinde hinterlassen. Ob es eine gute Idee ist, diese wieder aufzureißen?“, sagte Falter auf Anfrage der MZ. Die WAA gehöre zur Geschichte Wackersdorfs. „Aber die Braunkohlenindustrie hat die Gemeinde viel stärker geprägt als die WAA“, sagte Falter.

LEADER-Programm

  • Chancen:

    Eine Förderung durch das LEADER-Programm sei grundsätzlich möglich, sagt Franz Pfeffer, Sprecher des Landkreises. Eine Liste mit Schwerpunktthemen habe der Landkreis bereits eingereicht.

  • Finanzierung:

    Bis zur Hälfte der Kosten steig die EU in die Förderung ein.

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