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Mordprozess

Täter übernimmt „volle Verantwortung“

Der 45-Jährige räumt ein, drei Schüsse auf seine Ex-Freundin abgegeben zu haben. Zwei davon seien „nicht gezielt“ gewesen.
Von Reinhold Willfurth

  • Der 45-Jährige ließ seinen Verteidiger eine Erklärung verlesen.Foto: Archiv/Lorenz
  • In der Imigstraße in Maxhütte-Haidhof wurde die Frau im Mai 2016 erschossen. Foto: bjs/Archiv

Maxhütte-Haidhof.Dass der 45-Jährige Handwerker wegen eines Tötungsdelikts verurteilt werden wird, ist auch seinem Verteidiger Martin Gelbricht klar. Entscheidend für das Strafmaß ist, ob der Mann, der am 31. Mai vergangenen Jahres in Maxhütte-Haidhof tödliche Schüsse auf seine Exfreundin abgab, wegen Mordes, wegen Totschlags oder gar nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt wird.

Der Angeklagte wurde am dritten Verhandlungstag vor dem Amberger Landgericht jedenfalls konkreter als zu Prozessbeginn. Verteidiger Gelbricht verlas eine Erklärung, nach der der 45-Jährige an jenem Tag tatsächlich drei Schüsse aus einer russischen Pistole auf seine 59jährige Lebensgefährtin abgegeben habe. Davon seien aber zwei „nicht gezielt“ gewesen.

Nach den Schüssen noch mit dem Opfer unterhalten

Er habe zwar erkannt, dass die 59-Jährige verletzt gewesen sei, sei aber noch nicht von tödlichen Verletzungen ausgegangen. Schließlich habe er sich nach den Schüssen noch mit dem Opfer unterhalten, so die Erklärung des Angeklagten. Erst als er bemerkte, dass ihn auf seiner Flucht „15 bis 20 Polizeiautos“ verfolgt hätten, habe er erkannt, dass es sich bei seiner Tat um „etwas Ernsteres“ handeln müsste. Der 45-Jährige war nach einer spektakulären Verfolgungsfahrt, bei der sein Auto bei Thanstein in einem Graben landete, festgenommen worden.

Der Tatverdächtige floh im Mai 2016 vor der Polizei:

Im Mai 2016 floh der Tatverdächtige vor der Polizei, konnte aber nach einer Verfolgungsjagd gestellt werden. Video: Baumgarten

Vorausgegangen war der Tat ein Beziehungsstreit, an dessen Ende die Frau ihrem 14 Jahre jüngeren Freund den Laufpass gab. Als seine Freundin ihn aus der Wohnung werfen wollte und ihm mitteilte, sie wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben, habe er die Pistole gezogen und abgedrückt. „Sie hat mich stehen lassen wie ein kleines Kind“, hatte der Angeklagte bei der Vernehmung durch Beamte der Amberger Kripo über die Momente vor dem tödlichen Angriff ausgesagt.

„Sie hat mich stehen lassen wie ein kleines Kind.“

Der Angeklagte bei der Vernehmung

Ein Geständnis, die Schüsse auf die Frau abgegeben zu haben, hatte der Angeklagte bei der ersten Vernehmung bereits abgegeben. Verteidiger Gelbricht bezweifelte, ob das Geständnis vor Gericht verwertbar sei. Sein Mandant sei erheblich alkoholisiert gewesen und habe in der Nacht vor der Tat nicht geschlafen. Trotzdem gab Gelbricht nun vor Gericht bekannt: „Mein Mandant übernimmt die volle Verantwortung“.

Der Prozess wird am 5., 17. und 19. Juli fortgesetzt.

Mehr Berichte aus den Gerichtssälen Amberg und Schwandorf lesen Sie hier.

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