MyMz
Anzeige

Gericht

Versicherung um halbe Million geprellt

Ein 68-jähriger Firmenchef aus dem Landkreis Schwandorf soll Arbeitnehmer über „Scheinwerkverträge“ beschäftigt haben.
Von Marion von Boeselager, MZ

Dem 68-jährigen Angeklagten aus dem Schwandorfer Raum wird das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in 41 Fällen vorgeworfen.  Foto: Malte Christians/dpa
Dem 68-jährigen Angeklagten aus dem Schwandorfer Raum wird das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in 41 Fällen vorgeworfen. Foto: Malte Christians/dpa

Schwandorf.Der 68-jährige Betreiber einer Einzelfirma für Baubetreuung, Fertighausvertrieb und Bauelementehandel aus dem Landkreis Schwandorf steht seit Montag wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 41 Fällen vor dem Regensburger Landgericht. Er soll unter anderem Arbeitnehmer aus Tschechien über „Scheinwerkverträge“ auf den Baustellen eingesetzt haben.

Die Löhne (zehn Euro pro Stunde) zahlte er dabei in bar aus. Die Sozialversicherungsträger gingen jedoch leer aus, so die Staatsanwaltschaft. Zwischen der Firmengründung 2010 und einer Betriebsprüfung durch das Hauptzollamt 2014 sollen sich so fast 458 000 Euro an Schulden bei den Sozialversicherungsträgern angesammelt haben.

Von Anfang an merkwürdige Vorgänge

Vor seiner Selbstständigkeit war der Angeklagte nach einer Malerausbildung bei verschiedenen Fertighausherstellern als Baustellen- und später Betriebsleiter tätig. Auf Anregung seines damaligen Chefs gründete er 2010 dann selbst ein Unternehmen, um dessen Bauprojekte als Bauleiter zu realisieren. Doch dabei soll es von Anfang an nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Nach Prozessauftakt zogen sich die Verfahrensbeteiligten zu einem Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen zurück. Darin verständigten sie sich auf eine Kombination aus einer Bewährungsstrafe zwischen einem Jahr und acht Monaten und zwei Jahren sowie einer Geldstrafe zwischen 150 und 200 Tagessätzen.

Malermeister legte Geständnis ab

Danach legte der Malermeister über seinen Verteidiger Tobias Konze ein Geständnis ab. Der Anwalt berichtete dabei, sein Mandant habe einen Schuldenberg von circa eineinhalb Millionen Euro aufgetürmt. Wegen der Außenstände bei der Deutschen Rentenversicherung werde diese seine Rente wohl um fast 50 Prozent kürzen, so Konze. Der Angeklagte ist nicht mehr unbescholten: In seinem Strafregister sind seit 1985 mehrere Freiheits- und auch Gefängnisstrafen für verschiedenste Delikte verzeichnet. Der Prozess wird fortgesetzt.

Mehr Gerichtsberichte aus dem Kreis Schwandorf lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht