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Kunstverein

„Gesegnete Wahlzeit" ist Motto in Neunburg

„Die Vier Unverdorbenen“ laden zur satirisch-musikalischen Zeitreise ein. Dafür können bereits Plätze reserviert werden.

Nach zwei ausgebuchten Abenden in der Alten Seilerei treten dort die Vier Unverdorbenen des Neunburger Kunstvereins am Montag, 2. März, nochmals mit ihrer musikalischen Lesung „Gesegnete Wahlzeit!
Nach zwei ausgebuchten Abenden in der Alten Seilerei treten dort die Vier Unverdorbenen des Neunburger Kunstvereins am Montag, 2. März, nochmals mit ihrer musikalischen Lesung „Gesegnete Wahlzeit!" auf. Foto: Alfred Grassmann

Neunburg vorm Wald.Mit einem ausgewogenen Mix aus Lokalsatiren und musikalischen Evergreens stimmten die Vier Unverdorbenen des Neunburger Kunstvereins in der vollbesetzten Alten Seilerei auf die Kommunalwahlen ein.

Nach Grußworten des KVU-Vorsitzenden Peter Wunder und dem Auftaktlied „Der schwarze Zigeuner“ (Textversion von Jürgen Zach) stimmte Rezitator Karl Stumpfi auf das zentrale Thema des Abends ein: „Am 15. März haben wir die Bescherung: In Gestalt neuer und runderneuerter Kommunal-Mandatsträger, also Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Kreisräte, Stadträte und Konsorten.“ Dazu wünschen die Vier Unverdorbenen „Gesegnete Wahlzeit!“

Die anschließende satirisch-musikalische Zeitreise versetzte das Publikum zurück in das Neunburg der 70er, 80er-, und 90er bis hinein in die beginnenden 2000er Jahre. „Alle Geschichten, die hier erzählt werden, hat das Leben geschrieben“, versicherte der Ex-Redakteur, „denn sie standen als Kommentare, Glossen und Lokalspitzen schwarz auf weiß in der Zeitung.“ Aber auch in den aktuellen Wahlkampf, „der nach unserem Geschmack viel zu träge dahindümpelt“, wollten sich die Unverdorbenen einmischen. So seine Ankündigung von Zachs Neunburger Schnadahüpfln.

Die Bürgermeister-Ära Birner

Die nachfolgende Zeitungskolumne „Schwarze Lichtmess“ befasste sich mit der CSU-Kandidatenkür zur Bürgermeisterwahl 2011 und dokumentiert sozusagen die Geburtsstunde der „Bürgermeister-Ära Birner“. Der nächste Text „Platz-Ängste“ entstand rund 25 Jahre früher, im Vorfeld der Kommunalwahlen 1984. Er beschreibt die emotional aufgeladene Atmosphäre einer CSU-Ortsversammlung zur Aufstellung der Stadtratskandidatenliste. Traditionsreiche Tagungsstätte war die Jakobsbrauerei Baumgärtner, auch Pritsch genannt. Der Saal drohte bei solchen Anlässen regelmäßig aus allen Nähten zu platzen. Die Glosse „Die Letzten werden die Ersten sein“ nimmt Bezug auf eine Entwicklung vor den Kommunalwahlen 1996 mit einer interessanten Parallele zur Gegenwart: Der Ortsvorsitzende greift nicht nach dem ersten Platz auf der Stadtratsliste, sondern bescheidet sich mit der „Schlusslaterne der Kandidatenstaffel“.

Satire

Mit Gstanzln müden Wahlkampf aufmischen

Die „Unverdorbenen“ wollen in Neunburg für Lacher sorgen. Dafür nehmen sie die Lokalpolitik ordentlich aufs Korn.

„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ sangen 1930 die Comedian Harmonists. Die Vier Unverdorbenen variierten dieses Thema sarkastisch unter Bezugnahme auf zwei Alphatiere der Neunburger Politszenerie der 80er und frühen 90er Jahre: „1. Bürgermeister Sepp Manlik und 2. Bürgermeister Theo Männer, deren Vorrat an Gemeinsamkeiten sich aufs CSU-Parteibuch beschränkte.“ Die Auseinandersetzung um eine Personalentscheidung spitzte sich immer mehr zu, ob das Stadtoberhaupt für eine vierte Amtsperiode nominiert oder in den wohlverdienten Ruhestand weggelobt werden sollte. Mit der zweiten Option hatte man dem schon lange in den Startblöcken verharrenden Vizebürgermeister die Zähne lang gemacht. Doch nach der Aufstellungsversammlung mit reichlich Theaterdonner bleib alles beim Alten – und die Lokalzeitung titelte: „Kein Königsmord-Drama in den CSU-Kammerspielen.“

Unbeachteter Listenkandidat

Den bekannten Song „Kein Schwein ruft mich an“ in der neuen Unverdorben-Fassung bezeichnete der Rezitator als Elegie für Palastorchester und Tenorstimme à la Max Raabe. Vermittelt würden Einblicke in die Seelenlage eines vom Wählervolk weitgehend unbeachteten Listenkandidaten. Die in Wahlkampfzeiten oftmals aufkommende Hektik, aber auch Situationskomik persiflieren zwei Texte aus dem Doppelwahljahr 1990: „Wahl-Krämpfe“ und „Gustls Eiertanz“. Teils Steilvorlage, teils gefundenes Fressen für einen hungrigen Glossenschreiber, erinnerte sich Karl Stumpfi.

Den lautstarken Schlussapplaus mit „Zugabe“-Rufen honorierten die Vier Unverdorbenen mit einem kräftigen Nachschlag. Mit „Bayern, des samma mia“ coverten Zach, Götze & Schöberl die Kultband „Haindling“.

Zusatzvorstellung

  • Termin:

    Nach dem traditionellen Blauen Montag und einer Wiederholung gibt es einen dritten Termin „Wahlk(r)ämpfe im satirischen Rückspiegel“ am 2. März.

  • Vorverkauf:

    Platzreservierungen für die Vorstellung am 2. März, 19 Uhr, in der Alten Seilerei, nimmt Alois Feldmeier entgegen, Tel. (0 94 34) 36 72 oder per E-Mail an kontakt@feldmeier-vm.de

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