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Haselbach könnte 159000 Liter Öl sparen

Das Projekt, den Ort mit Nahwärme zu versorgen, ist weit fortgeschritten. Teilnehmer profitieren auch von Glasfaserkabeln.

Die Ortschaft Haselbach könnte mit klimaneutraler Heizenergie versorgt werden. Foto: Alfred Merl
Die Ortschaft Haselbach könnte mit klimaneutraler Heizenergie versorgt werden. Foto: Alfred Merl

Schwandorf.Es ist ein ehrgeiziger, aber zukunftsweisender Plan, an dem die Familie Mayer, Haarhof, seit letztem Jahr tüftelt. Mit der Abwärme ihrer Biogasanlage und einer Hackschnitzelheizung könnten sie die halbe Ortschaft Haselbach mit regenerativer Heizenergie versorgen, wenn sich genügend Anschließer melden. Im Gegensatz zur ersten Aufklärungsveranstaltung im Oktober vergangenen Jahres und einer Informationsfahrt zum Energiedorf Pofeld im November konnte die aktuelle Versammlung in Zeiten der Corona-Epidemie nicht im üblichem Rahmen stattfinden.

Weil aber die Planungen für das Zwei-Millionen-Projekt nun bis zur Entscheidungsreife fortgeschritten sind und eine ausführliche Information der Interessenten nötig war, gingen Martin Mayer und sein Sohn Georg neue Wege: Sie organisierten ein Internet-Meeting. Die Versammlung fand nicht wie sonst im Dorfwirtshaus statt, sondern rund 60 Teilnehmer waren über ihren Computer miteinander vernetzt und tauschten sich aus.

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Vorab erläuterte Florian Schroll von der Firma Enerpipe aus Hilpoltstein ausführlich die technischen und finanziellen Einzelheiten. Die Wärmeübergabestation werde gegen einen einmaligen Anschlussbeitrag gestellt und die bezogene Wärmemenge nach Verbrauch plus einer monatlichen Grundgebühr abgerechnet. Die Warmwasserbereitung könne über den vorhandenen Speicher oder eine zusätzliche Frischwasserstation, eine Art Durchlauferhitzer, erfolgen.

Ansprechpartner

  • Fragen:

    Weitere Einzelheiten können direkt bei Martin Mayer unter (09431)41958 erfragt werden.

  • Zusage:

    Notwendig für die Frage der Realisierung ist aber in jedem Fall eine verbindliche Anschließerzusage, die bis 31. Mai bei der Familie Mayer abgegeben werden muss.

  • Formular:

    Entsprechende Vordrucke wurden bereits an jedes Anwesen verteilt. (sam)

Im Anschlussbeitrag seien auch die Kosten des über fünf Kilometer langen Verteilungsnetzes, das die Familie Mayer errichten müsste, enthalten. Sollten sich alle 50 Hauseigentümer, die durch einen Erhebungsfragebogen ihr Interesse bekundet haben, anschließen – und darauf basiert auch die Kosten/Nutzen-Rechnung des potenziellen Betreibers – würde das die Einsparung von 159000 Liter Heizöl bedeuten. Das wäre für einen kleinen Ort wie Haselbach ein zukunftsweisendes Projekt und für die Anschließer sei die Nahwärme – ähnlich wie andernorts die Fernwärme – eine komfortable Art der Energieversorgung, betonte der Referent.

Zugeschaltet zu dem Online-Meeting war auch Marco Kleemann, Vorsitzender der Energiegenossenschaft Pofeld und Fachmann für schnelles Internet. Denn im Falle der Realisierung des Nahwärmenetzes würde die Familie Mayer auch Glasfaserkabel an jedes anschlusswillige Haus verlegen und die Versorgung mit schnellem Internet organisieren. Die Nutzer von Nahwärme und Internet würden dann von einem Bonus profitieren. Anschließend nutzten die Teilnehmer am Internet-Meeting die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. (sam)

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