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Soziales

Hilfskonvoi ist unterwegs Richtung Kiew

Die Aktion Tschernobyl startete wieder eine Hilfslieferung in die Ukraine. Am Freitag machten sich vier Lkw auf den Weg in die Krisenregion.
von Verena Obermeier

Das Team um Dr. Josef Ziegler (Vierter von links) bringt wieder Hilfsgüter in die Ukraine. Foto: Obermeier

Pfreimd.Freitag, 12. September, in der Oberpfalzkaserne in Pfreimd. Pünktlich um 9 Uhr macht sich der 24. Konvoi der Aktion Tschernobyl auf den Weg in den Osten. Vier Lkw mit medizinischer Ausrüstung fahren in die Krisenregion Ukraine. Beladen ist der Hilfskonvoi mit Hilfsgütern wie Putzmittel, Hygieneartikel und Notfallausrüstung. Außerdem hat er noch Medizintechnik, also einige Gerätschaften wie Inkubatoren, Röntgengeräte und Sonographiegeräte, an Bord.

Nach der aggressiven Stimmung und den Unruhen auf dem Kiewer Maidan habe man sich mit Hilfslieferungen erst einmal zurückgehalten, erklärte der ehemalige Pfreimder Chefarzt des BRK und Initiator der Aktion, Dr. Josef Ziegler, vor dem Start des Konvois. Man wollte damals erst einmal sehen, was in dem Krisengebiet passiert und dann überlegen, wie es weitergeht, ergänzt Ziegler.

Nun machte sich der Konvoi rund um Dr. Josef Ziegler mit 22 Personen und einem vierköpfigen Team des Bayerischen Rundfunks, das das Geschehen mit der Kamera begleitet, auf den Weg in die Ukraine. Eine Dolmetscherin ist auf der Reise ebenfalls dabei. Der Transport hat mehr als 1000 Kilometer vor sich. Er startete in der Oberpfalzkaserne in Pfreimd und fährt nun weiter nach Dresden. Die Route führt weiter nach Görlitz in Sachsen, dann geht es nach Polen. Die Reise führt den Konvoi nach Breslau in Schlesien, bevor es nach Kattowitz geht. Bei Medyka ist die Hilfslieferung bereits an der polnisch-ukrainischen Grenze angelangt. Weiter geht es über Lemberg, etwa 80 Kilometer hinter der polnischen Grenze. Von dort aus will der Konvoi laut Dr. Ziegler in die ukrainische Hauptstadt Kiew fahren.

Die Hilfslieferungen gehen aber nicht direkt nach Kiew, sondern in kleinere Städte im Umkreis von rund 150 Kilometern. Dort werden Krankenhäuser mit der mitgebrachten medizinischen Ausrüstung versorgt. Sicherheitsbedenken hat Dr. Josef Ziegler keine. Er rechnet damit, am Sonntag bereits an der ukrainischen Hauptstadt vorbei zu sein.

Ein kleines zeitliches Problem könnte der Konvoi allerdings bekommen. Denn der Initiator der Hilfsaktion wusste vor der Reise nicht genau, wie die Zoll-Abfertigung an der Grenze abläuft. Ziegler erklärt, dass der Konvoi in der Zeit von 7 bis 19 Uhr auch nicht nach Kiew hineinfahren und die Umgehungsstraßen um die Hauptstadt herum nicht benutzen darf. „Es kann uns passieren, dass wir zehn Stunden vor Kiew stehen, bevor wir endlich weiterfahren dürfen“, sagte er. Er habe noch versucht, für den Hilfskonvoi eine Ausnahmeregelung zu bekommen. Mit diesem Vorhaben sei er allerdings gescheitert.

„Ich bin auch gefragt worden, ob wir nicht auch Schutzwesten und Helme mit in die Ukraine bringen könnten“, sagt Ziegler. Die würden in der Krisenregion dringend gebraucht. „Doch für so etwas ist das Rote Kreuz nicht zuständig. Daher haben wir auch keine Schutzausrüstung an Bord“, erklärt der Initiator der Hilfsaktion.

Rund eine Woche werden sie insgesamt unterwegs sein, kalkuliert Ziegler. Am Samstag, 20. September, will die Gruppe morgens um 6 Uhr wieder in Pfreimd sein.

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