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Aktion Tschernobyl

Hilfskonvoi nimmt wieder Fahrt auf

Elf Fahrzeuge bringen ab Freitag 50 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine. 24 Helfer und eine MZ-Reporterin aus dem Landkreis Schwandorf sind dabei.
Von Andrea Rieder

Paletten voll mit Hilfsgütern wurden in der vergangenen Woche in die großen Sattelschlepper geladen. Foto: Rieder

Pfreimd.Das ganze Jahr über haben die Helfer der Aktion Tschernobyl auf den heutigen Tag hingearbeitet, haben Spenden gesammelt, Hilfsgüter eingeholt, gesichtet, verpackt, gelistet und schließlich verladen. Viel Arbeit liegt bereits hinter den Helfern, doch die eigentlichen Strapazen beginnen erst. Jetzt müssen die Hilfsgüter noch zu den Bedürftigen gebracht werden. Gegen 9 Uhr am Freitag rollen elf Fahrzeuge Richtung Ukraine, bepackt mit 50 Tonnen medizinischem Versorgungsmaterial, unzähligen Geschenkpäckchen für Kinder und vielem mehr.

Rund 3500 Kilometer liegen vor der 25-köpfigen Mannschaft um Dr. Josef Ziegler. Es ist der 23. Konvoi, seit der Pfreimder Allgemeinmediziner die Aktion Tschernobyl ins Leben gerufen hat. Fünf große Sattelschlepper gehören zu dem Tross an Fahrzeugen, der sich seit Freitag gen Osten bewegt. Krankenhausbetten, medizinische Geräte, Verbandsmaterial – das alles und noch vieles mehr wartete schon seit vielen Wochen verladefertig in den Lagerhallen in Pfreimd und Weiden, die der Aktion Tschernobyl zur Verfügung stehen. Mit an Bord der Sattelschlepper befinden sich außerdem die obligatorischen Geschenkpäckchen für Kinder in Kindergärten, Schulen und Waisenhäusern, die von Spendern liebevoll gepackt wurden.

Unter den Helfern herrschte bereits seit etlichen Tagen Aufbruchstimmung. Die meisten von ihnen sind schon viele Male mit in die Ukraine gereist. Sie wissen ganz genau, was auf sie zu kommt: wenig Schlaf, lange Fahrten, das Warten an der Grenze. Trotzdem sind sie seit Jahren unermüdlich mit dabei, wenn sich der Konvoi Richtung Ukraine aufmacht. Drei Mechanikern bleiben diese Strapazen erspart: Um mehr Zeit für die Wartung und Reparaturen vor Ort zu haben, reisen sie zeitgleich mit dem Flugzeug in die Ukraine.

Die Stationen in diesem Jahr: die Städte Jagotin und Naroditschi, die seit Jahren zu den Zielen des Hilfskonvois gehören, sowie das Kreiskrankenhaus Slywutytsch, das erstmals ein Ziel des Fahrzeugtrosses ist. 1988 erbaut, dient es der medizinischen Versorgung der vielen Menschen, die nach der Katastrophe aus den Orten um den Reaktor herum evakuiert werden mussten.

Neun Tage lang wird die Gruppe unterwegs sein. In einem der elf Konvoifahrzeuge sitzt MZ-Autorin Andrea Rieder, die in einer kleinen Serie über ihre Erlebnisse berichten wird. Den ersten Teil gibt es am 29. April, zwei Tage nach der Rückkehr des Konvois.

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