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Diskussion

In der Schule über Kommunalpolitik reden

Der SPD-Ortsverein Burglengenfeld hatte eingeladen: Wie lassen sich junge Menschen für Demokratie begeistern?
Von Josef Schaller

  • Matthias Haberl (Gymnasiallehrer, von links), Peter Wein (SPD-Ortsvorsitzender) Matthias Schaller (stellv. Schulleiter JMF-Gymnasium), André Baumgarten (MZ-Redakteur) und Merlin Bloch (Fokus-Gruppe JUGEND) Foto: bjs
  • „Wir bringen die Nachrichten dahin, wo junge Menschen sind“, sagte MZ-Redakteur André Baumgarten. Foto: bjs

Burglengenfeld.„Die Werte der Demokratie vererben sich nicht automatisch von einer Generation auf die nächste!“ Ein besseres Schlusswort hätte Matthias Schaller, stellvertretender SPD-Ortsvorsitzender und stellvertretender Schulleiter am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld, bei der Diskussionsveranstaltung „Zukunftsaufgabe: Junge Menschen für Demokratie begeistern“ nicht finden können. Der SPD-Ortsverein hatte dazu am Freitagabend in die Stadthalle geladen. Die Rückkehr von Rechtspopulisten in ganz Europa, erste Auflösungserscheinungen der europäischen Idee, die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus, Fake-News, alternative Fakten fordern unsere Demokratie heraus und stellen sie auf die Probe.

Es ist also wichtiger denn je, junge Menschen für Demokratie zu begeistern. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch Schulen und die Medien in der Pflicht stehen. Als Referenten waren deshalb eingeladen: Matthias Haberl, im Hauptberuf Gymnasiallehrer und Vertreter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft; André Baumgarten, MZ-Redakteur sowie Merlin Bloch, Sprecher der Fokus-Gruppe JUGEND.

„Demokratiebildung in Schulen ist wichtig, kommt aber zu kurz“, meint Matthias Haberl. Er forderte, mehr Inhalte der politischen Bildung in die Lehreraus- und –weiterbildung aufzunehmen und die Einführung von verpflichtenden Projekttagen der politischen Bildung in allen Schularten und Jahrgangsstufen. Theoretische Grundlagen müssten vermittelt werden, Demokratie müsse an Schulen glaubhaft vorgelebt werden. Kooperative Lernformen kämen seiner Ansicht nach zu kurz. Das Verhältnis Schule-Parteipolitik sei leider oft zu verkrampft, so der Gymnasiallehrer.

„Zeitung ist ein elementarer Teil einer gesunden Demokratie“, sagte MZ-Redakteur André Baumgarten. Die Presse diene dem demokratischen Gedanken. Es sei eine große Herausforderung für eine Lokalzeitung, gerade die jungen Menschen zu erreichen und sie für Politik zu begeistern. Die Mittelbayerische Zeitung stelle sich dieser Herausforderung auf vielerlei Wegen, so Baumgarten. „Wir bringen die Nachrichten dahin, wo junge Menschen sind. WhatsApp, Facebook, Twitter, Instagram oder auch Snapchat gehören längst zu unserem redaktionellen Alltag.“

„Von Jugendlichen für Jugendliche“ ist das Erfolgsgeheimnis der Fokus-Gruppe JUGEND. Deren Sprecher Merlin Bloch forderte dazu auf, den Jugendlichen Verantwortung zu übertragen, ihnen etwas zuzutrauen und sie die Inhalte und Wege selbst finden zu lassen. Auch das sei nämlich seiner Meinung nach „politisches Handeln“. „Wenn wir als Gesellschaft einen solchen erweiterten Politikbegriff an den Tag legen würden, wäre es viel einfacher, Jugendliche zur Beteiligung zu motivieren.“ Schon Kindern und Jugendlichen die Vorzüge, Ordnung sowie die Komplexität unserer Demokratie zu vermitteln, bezeichnete Merlin Bloch als „Pflichtaufgabe“.

„Inwiefern ist Politik Thema in der Schule?“ fragte 2. Bürgermeister Bernhard Krebs in der anschließenden Diskussionsrunde. „Man erfährt zwar etwas über den Bundestag etc., aber nicht, wie Politik funktioniert“ und „Mit den meisten Lehrkräften kann man nicht politisch diskutieren“ waren dazu Antworten von Jugendlichen. Nach ihrer Meinung wäre es durchaus sinnvoll, einmal im Monat in der Schule darüber zu sprechen, was kommunalpolitisch passiert.

Jugendversammlung und U18-Wahl

  • Kinder- und Jugend-Bürgerversammlung:

    1Am 19. Juli wird im Johann-Michael-Fischer Gymnasium in Burglengenfeld eine Kinder- und Jugend-Bürgerversammlung stattfinden. Organisiert wird sie von der Volkshochschule und den drei Jugendpflegern im Städtedreieck.

  • Bundesweite U18-Wahl:

    Die U18-Wahl ist eine bildungspolitische Initiative, die, wenige Tage vor der Bundestagswahl, am 15. September zum ersten Mal auch in Burglengenfeld stattfinden wird. Bei dieser „gespielten Wahl“ werden Wahllokale in Schulen aufgebaut. Es wird die Original-Wahllisten geben. (bjs)

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