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U18-Planspiel

Jugendliche haben bei der MZ die Wahl

Am 13. September dürfen alle unter 18 Jahren in Schwandorf zur Urne schreiten. Die bundesweite Jugendwahl verleiht ihnen eine Stimme.
Von Andrea Rieder

  • In der Schwandorfer MZ-Geschäftsstelle können alle unter 18-Jährigen am 13. September ihre Stimme abgeben. Die beiden MZ-Praktikantinnen Katharina Berr und Laura Völkl freuen sich auf viele junge Wähler. Foto: Rieder
  • Die 15-jährige Rebecca Kühner kennt das Projekt U18 noch nicht, würde aber mitmachen. „Unsere Regierung bestimmt über unsere Angelegenheiten“, sagt sie. Daher sei es wichtig, mitzuwählen.
  • Auch Fabian Jäger ist die Aktion unbekannt, doch er kann sich vorstellen, mitzuwählen. „Wahlen bringen Abwechslung, es werden auch einmal andere Stimmen wahrgenommen“, meint er.
  • Ähnlich wie bei den anderen ist dem 15-jährigen Michael Jancker das U18-Projekt neu. Auch er würde mitmachen. „Im Hinblick auf die Zukunft“, erklärt er. Wahlen seien die Möglichkeit, diese mitzubestimmen.
  • Die 14-Jährige hat zwar von U18 noch nicht gehört, würde aber mitwählen. Gleichberechtigung zwischen Kindern und Erwachsenen ist ihr wichtig. „Gleiches Recht für alle“, fordert Lilli Reichold.
  • Auch Alexander Albrecht kennt das Projekt nicht. Der 15-Jährige würde jedoch seine Stimme abgeben, um für später zu wissen, wie eine Wahl abläuft. „Wer nicht wählt, soll sich nicht beschweren“, meint er.

Schwandorf.. Am 22. September schreiten die Deutschen zur Wahlurne und entscheiden über die Zusammensetzung des Bundestags. Wer unter 18 Jahre alt ist, darf nicht mit wählen. Ein bundesweites Projekt sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche dennoch eine Stimme haben. Bei der U18-Wahl am 13. September, neun Tage vor der echten Bundestagswahl, können alle unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben und damit ihrer Meinung Ausdruck verleihen. Die Mittelbayerische Zeitung unterstützt das Planspiel und macht aus ihren Geschäftsstellen Wahllokale. Auch in Schwandorf können Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis zum Wählen gehen.

Das Planspiel funktioniert nahezu genauso wie die Wahl der Erwachsenen: Es werden Wahllokale mit Wahlkabinen und Wahlurnen eingerichtet, in denen die jungen Wähler ihre Stimmzettel ausfüllen und abgeben können. Natürlich absolut geheim, denn das ist auch bei der echten Bundestagswahl oberstes Prinzip. Am Ende werden die Stimmen ausgezählt und die Ergebnisse veröffentlicht.

Koordiniert wird die U18-Wahl vom Bayerischen Landesjugendring. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Politik zu wecken. Die jungen Wähler sollen hautnah erfahren, wie Demokratie funktioniert und was politisches Engagement bedeutet. Für alle unter 18 Jahren ist der 13. September zudem eine einzigartige Chance, ihrer Meinung Gehör zu verschaffen. Denn auch, wenn die Wahl keinen Einfluss auf das tatsächliche Ergebnis hat – interessant sind die Stimmen der Jugendlichen für die Bundespolitiker allemal. Immerhin sind sie ihre Wähler von morgen.

Der Vorsitzende des Kreisjugendrings, Peter Neumeier, rät daher, zur U18-Wahl zu gehen, „denn dann werden die Verantwortlichen mal sehen, dass sich Jugendliche sehr wohl für Politik interessieren“. Außerdem sagt er: „Vielleicht zeigt eine große Beteiligung auch, dass das Wahlalter tatsächlich abgesenkt werden kann.“

Zur U18-Bundestagswahl 2009 gingen deutschlandweit immerhin über 127.000 Kinder und Jugendliche wählen. Im Vergleich zur vorangegangenen Bundestagwahl im Jahr 2002 waren es damit doppelt so viele, die die Chance der U18-Wahl nutzten. Das Ergebnis 2009: Wäre es nach den Jugendlichen gegangen, wäre die SPD mit 20,45 Prozent ganz knapp an der Spitze gelandet, ganz dicht gefolgt von den Grünen und der CDU/CSU (beide ebenfalls rund 20 Prozent). Die Jugend hätte damit anders entschieden als die Erwachsenen. In deren Gunst lag die CDU/CSU mit 27 Prozent vorne, dahinter kam die SPD mit 23 Prozent und die Grünen brachten es nur auf zehn Prozent.

Wir dürfen also gespannt sein, wie die unter 18-Jährigen in diesem Jahr im Vergleich zu den Erwachsenen abstimmen. Wer sich noch unschlüssig ist, wem er seine Stimme geben soll, kann auf der Homepage des Kreisjugendrings Schwandorf vorbeischauen: Dort gibt es Videos, in denen sich die Bundestagskandidaten (und auch die Landtagskandidaten) aus dem Wahlkreis vorstellen.

Die Wahlergebnisse gibt es am 13. September noch am gleichen Abend. Gleich nach Schließung der Wahllokale werden die Stimmen ausgezählt und an die U18-Wahlzentrale in Berlin übermittelt. Die ersten Ergebnisse werden am Wahltag ab 19 Uhr im Internet abrufbar sein.

Hier kannst du deine Stimme abgeben

Das Wahllokal für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren wird in der Schwandorfer Geschäftsstelle der Mittelbayerischen Zeitung, Fronberger Straße 2, eingerichtet.

Gewählt werden kann am Freitag, 13. September, von 8.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 15 Uhr.

Die U18-Wahl funktioniert wie die echte Bundestagswahl. Jeder hat zwei Stimmen: eine Erststimme für einen Direktkandidaten und eine Zweitstimme für eine Partei. Wahlhelfer vor Ort stehen bei Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen zur U18-Wahl und die Wahlergebnisse gibt es am 13. September ab 19 Uhr im Internet unter www.mittelbayerische.de/u18.

Interviews mit Politikern, die MZ-Juniorreporter Jonas geführt hat, finden sich ebenfalls auf der MZ-Homepage unter www.mittelbayerische.de/u18.

Videos mit Kandidaten aus der Region gibt es auf www.kjr-schwandorf.de.

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