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Ukraine

Konvoi geht mit Verspätung auf die Reise

Die Aktion Tschernobyl Pfreimd startet doch noch eine medizinische Hilfslieferung in die Ukraine. Am 12. September machen sich vier Lkw auf den Weg.

  • Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben: Am 12. September startet nun doch ein Hilfskonvoi in die Ukraine. Foto: Aktion Tschernobyl
  • Zumindest in Kiew hat sich die Lage wieder normalisiert. Unser Archivbild zeigt eine „Wache“ im Zentrum des Protests in der ukrainischen Hauptstadt, auf dem „Maidan“. Foto: Aktion Tschernobyl

Pfreimd.Am 12. September geht es los. Dabei hatte noch im Frühjahr alles danach ausgesehen, als würde der geplante 24. Konvoi in diesem Jahr in den Startlöchern bleiben müssen. Ein Sattelschlepper war schon vollgeladen, doch im Mai beschloss die Tschernobyl-Aktion um den ehemaligen Pfreimder BRK-Chefarzt Dr. Josef Ziegler eine Woche vor dem geplanten Start, wegen der aktuellen Ereignisse auf dem Kiewer Maidan die Hilfslieferung zu verschieben. Zu unübersichtlich erschien die Sicherheitslage, zu kritisch die Einschätzung sowohl in der Bevölkerung vor Ort als auch bei den Konvoifahrern aus dem Landkreis Schwandorf.

Doch bis zur Jahresversammlung im Juli drehte sich die Stimmung, und die Aktion Tschernobyl beschloss, den Konvoi nachzuholen. „Dass Krieg herrscht im Osten des Landes, ist jedem bekannt. Aber dort, wo wir hinfahren, im Westen, wird nichts passieren. Und in Kiew hat sich die Lage entspannt“, sagt Dr. Ziegler. Seit ihren Anfängen beliefert die Pfreimder Initiative die Neurochirurgische Kinderklinik des Dr. Jurij Orlov in der ukrainischen Hauptstadt mit medizinischen Hilfsgütern. Auch die Provinzkrankenhäuser in Uljanowka, Narodytschi, Jagotin und Slawutytsch werden unterstützt.

Gespannt ist Dr. Ziegler, was die Ukraine-Fahrer diesmal an der Grenze erwartet. Wartezeiten von bis zu zwölf Stunden bei der Zoll-Abfertigung waren bisher keine Seltenheit. Doch der Initiator der Hilfsaktion könnte sich vorstellen, dass die Ehrenamtlichen aus dem Landkreis Schwandorf wegen der politischen Großwetterlage diesmal „gnädiger empfangen werden“. Je nachdem, wie sich die offiziellen Behörden nach den Präsidentschaftswahlen verhalten, könnte sich auch die Organisation des Konvois ändern. „Das ist der Maßstab, wie wir weitermachen“, so Dr. Ziegler.

Die Tschernobyl-Aktion erwägt zurzeit, die Hilfslieferungen organisatorisch zu vereinfachen. Die Idee: Statt ehrenamtliche Helfer zum Nulltarif könnten in Zukunft bezahlte Speditionen den Transport der Hilfsgüter übernehmen. „Finanziell ginge das gleich aus. Vom Arbeitsaufwand her wäre es für uns eine deutliche Entlastung“, überlegt der frühere BRK-Chefarzt. Aber es hängt natürlich auch vom Wert der medizinischen Gerätschaften ab, ob sie die Aktion Tschernobyl künftig ohne „Begleitschutz“ aus dem Landkreis Schwandorf auf die Reise schickt. Die Geräte sind teuer, und sie werden von der Initiative aus dem Landkreis nicht nur verschickt, sondern auch kontinuierlich gewartet und notfalls repariert.

Neben Medizintechnik hat der 24. Konvoi auch Mobiliar von der Uniklinik Regensburg, medizinische Ware aus den Beständen der Bundeswehr und sogar eine funktionsfähige Großküche im Gepäck. Am Freitag, 12. September, Punkt neun Uhr, soll für die gesammelten Hilfsgüter an der Pfreimder Kaserne die 1600 Kilometer lange Reise nach Kiew beginnen.

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