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Politik

Geschehen um WAA „heute noch aktuell“

Auf den Film „Wackersdorf“ folgte beim Grünen-Wahlkampfabschluss in Nittenau eine rege Diskussion mit Zeitzeugen.
Von Renate Ahrens

Jürgen Mistol, Rudi Sommer, Ingeborg Hubert, Leo Feichtmeier diskutierten mit Dr. Sascha Keilholz. Foto: Ahrens
Jürgen Mistol, Rudi Sommer, Ingeborg Hubert, Leo Feichtmeier diskutierten mit Dr. Sascha Keilholz. Foto: Ahrens

NITTENAU.„Ich hoffe, ich würde auch so besonnen und mutig handeln wie Sie“, betonte Franziska Wünsch, Bezirkstags-Kandidatin der Grünen, beim Wahlkampfabschluss im Kinocenter Nittenau voller Bewunderung und bedankte sich ausdrücklich bei den Demonstranten von damals. Der Film „Wackersdorf“ erinnerte eindringlich an die Geschehnisse um die geplante Wiederaufarbeitungsanlage und die Proteste der Bürger. Der „Geist von damals“ habe sie selbst längst gepackt, so Wünsch, und vielleicht engagiere sie sich auch deshalb bei den Grünen.

Der Film, so Landtags- und Bezirkstagskandidat Benjamin Quaas, sei heute so aktuell wie damals – er sei ein Plädoyer für demokratische Werte und Bürgerengagement. Leider, so erklärte die Direktkandidatin Tina Winklmann, müssten die Bürger nun erneut für Rechte und Demokratie demonstrieren. Die Zuschauer im gut gefüllten Kinosaal zeigten sich beeindruckt vom Polit-Drama und hörten gespannt den Berichten der Menschen zu, die das Geschehen damals hautnah miterlebten.

Zitate von Bürgern

  • Birgit Lühmann:

    „Wir waren beim ,Widerstand von Taxöldern’. Den Film muss ich erst mal verdauen.“

  • Roland Winklmann:

    „Ich finde es gut, dass der Film die Geschichte um Landrat Schuierer beleuchtet.“

  • Johann Bauer:

    „Ich achte seitdem mehr auf Umwelt und Gesundheit.“

  • Lea Bauer:

    „Schade, dass heute wenig junge Menschen da waren.“

Als „Zeit des Umbruchs“ für ihn selbst bezeichnete es Rudi Sommer, Grünen-Kreisrat und Marktrat. Einer von tausenden Demonstranten sei er gewesen und habe Pressearbeit übernommen und dabei versucht, Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen. Jahrelang war Sommer bei den Sonntagsspaziergängen dabei, wie auch der Oberstudienrat a. D. Leo Feichtmeier, der als Priester unter anderem die Andachten am Gelände hielt.

Zeitzeugen erinnern sich an WAA

Eine besondere Rolle habe ein Kruzifix gespielt, erinnerte Moderator Dr. Sascha Keilholz. Zwei Studenten der Universität Regensburg hatten, so erzählte Feichtmeier, den Arbeitskreis Theologie Kernenergie sowie die Andachten initiiert.

Den Druck der Staatsregierung habe er durchaus gespürt, bestätigte Feichtmeier, einige Disziplinarverfahren wurden ihm angehängt - zum Beispiel wegen seines Kommentars zu den Reizgasabwürfen der Polizei, man würde sich „lateinamerikanischen Mitteln“ annähern.

Das sind die Direktkandidaten in Schwandorf:

Ingeborg Hubert war schon in der Zeit der WAA für die Grünen aktiv. Die Lehrerin nahm bereits im Jahr 1982 an Frauendemonstrationen am Gelände teil. „Am Anfang haben die Pläne zur Wiederaufbereitungsanlage niemanden interessiert“, blickte sie zurück.

Nie habe sie sich in der Schule politisch betätigt, und doch hatte der Schulrat sie gewarnt, sich zurückzuhalten. „Es gab aber auch Eltern, die mir außerhalb der Sprechstunde sagten: Wir sind froh, dass wenigstens einer zum Widerstand geht“, sagte Hubert. Der Landtagsabgeordnete und grüne Spitzenkandidat Jürgen Mistol wünschte sich mehr Vertrauen in die Politik.

Für Rudi Sommer sei die WAA ebenfalls die „Antriebsfeder“ für sein politisches Engagement gewesen.

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