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Wahlkampf

Klare Kante, versöhnlicher Ton

Beim Sommerempfang des Kreisverbands beschwört Ministerpräsident Markus Söder die CSU als Stabilitätsanker in der Mitte.
Von Philipp Seitz und Hubert Heinzl

Klare Kante zeigte Ministerpräsident Markus Söder in der Flüchtlingsdebatte: Nicht anerkannte Asylbewerber und Straftäter müssten das Land wieder verlassen. Zugleich lobte er das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer in den vergangenen Jahren. Fotos: Philipp Seitz
Klare Kante zeigte Ministerpräsident Markus Söder in der Flüchtlingsdebatte: Nicht anerkannte Asylbewerber und Straftäter müssten das Land wieder verlassen. Zugleich lobte er das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer in den vergangenen Jahren. Fotos: Philipp Seitz

Guteneck.Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl demonstriert Markus Söder, was er in seiner politischen Karriere nicht müde wurde zu betonen. „Ich gebe hundert Prozent“, sagt er und meint damit nicht nur das Amt des Ministerpräsidenten, sondern auch den Zusatzjob als Wahlkampf-Lokomotive der CSU. Am Montag im Bierzelt beim Abensberger Gillamoos, tags darauf auf Schloss Guteneck, beim Sommerempfang des CSU-Kreisverbands Schwandorf: Der Ministerpräsident zeigt vollen Einsatz, um den Christsozialen aus dem Umfragetief von zurzeit gerade einmal 36 Prozent vielleicht doch zur absoluten Mehrheit zu verhelfen.

Bayern, „ein besonderes Land“

Aber was sind schon Umfragen? Befragungen, erinnert Finanz- und Heimatminister Albert Füracker am Abend im Schlossstadel, hätten sich häufig als falsch erwiesen. Und er schwört die versammelte CSU-Basis auf Zusammenhalt und Kampfgeist ein. „Der Freistaat muss das bleiben, was er ist – ein besonderes Land“, so Füracker. Gut 500 Zuhörer lassen sich damit auf die gut einstündige Rede des Ministerpräsidenten einstimmen – der jüngste von ihnen Enkel Michael, den Gutenecks Bürgermeister Johann Wilhelm zum Söder-Auftritt mitgebracht hat; der Älteste vermutlich Hans Scharl vom CSU-Ortsverband Neukirchen, der Markus Söder ein selbst verfasstes Gedicht überreicht.

Ein Video vom Auftritt des Ministerpräsidenten auf Schloss Guteneck sehen Sie hier:

Ministerpräsident Söder läutet den Endspurt im Wahlkampf ein

Der Ministerpräsident selbst legt in seiner gut einstündigen Rede so etwas wie eine Leistungsbilanz des Freistaats vor. Sein Credo: „Bayern geht es gut. Bayern ist erfolgreich. Bayern funktioniert.“ Damit das auch so bleibt, ist laut Söder nicht nur eine Stärkung des ländlichen Raums erforderlich, „wo das Herz unseres Landes schlägt“, sondern auch ein Bekenntnis zur Familie, einer mittelständisch geprägten Landwirtschaft oder zur Bildung von Wohneigentum, die noch immer eine der sichersten Möglichkeiten zur Altersversorgung sei. Pflegegeld, Familiengeld oder Eigenheimzulage lauten die Antworten der CSU auf die soziale Frage – Konzepte, „die es so nur in Bayern gibt“, wie Söder betont.

Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich auch zur AfD:

Auch auf das „schwierige Thema“ Zuwanderung geht der Ministerpräsident an diesem Abend ein. Besonders viel Applaus gibt es dann, wenn Söder sich über die Fragwürdigkeiten der deutschen Flüchtlingspolitik mokiert. „Wir sind das einzige Land der Welt, das zwölf Jahre braucht, um den Leibwächter Osama bin Ladens außer Landes zu schaffen. Und dann entscheidet ein Gericht, dass er wieder zu uns zurückmuss“, sagt Söder und erntet stürmische Zustimmung. Natürlich müsse Zuwanderung begrenzt werden, müssten nicht anerkannte Asylbewerber und Straftäter „das Land verlassen“.

Alexander Ried vom JU-Kreisverband Schwandorf postete ein 360-Grad-Foto aus dem Schlossstadel. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu öffnen:

Doch der Ministerpräsident gibt an diesem Abend nicht den Scharfmacher, dankt sogar ausdrücklich all denen, die in den vergangenen drei Jahren „den Menschen in Not eine Hilfe waren. Sie haben sich von ihrer besten menschlichen Seite gezeigt“. Angesichts der Ereignisse von Chemnitz warnt er gleichzeitig vor einem „Kontrollverlust in der Gesellschaft“, wenn eine Partei wie die AfD mit „Pegida“ oder NPD gemeinsame Sache mache. Eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten lehnt Söder ausdrücklich ab: „Solche politische Parteien möchte ich nicht in der Verantwortung sehen, jedenfalls nicht in Bayern“, stellt der Ministerpräsident klar.

Wir haben nach der Rede die Zuhörer nach ihren Eindrücken gefragt:

So kam die Rede von Markus Söder an

Technologie und Brauchtum

Seine Vision eines Freistaats mit Zukunft? Moderne Forschung und Technologie – das schon, „aber auf dem Boden von Tradition, Brauchtum und Geschichte“. Bayern, formuliert er es zuletzt, sei „ein tiefes Lebensgefühl, keine Gebietskörperschaft“. Und was den Freistaat im Innersten zusammenhält, sind nach seinen Worten Werte wie Familie, Religion, Respekt, oder das Bekenntnis zum Eigentum.

Einige Impressionen vom Wahlkampfauftritt des Ministerpräsidenten auf Schloss Guteneck sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Söder schwört CSU auf den Wahlkampf ein

In „ernsthaften Zeiten“ – Stichworte: Trump, Brexit oder Rechtspopulismus – empfiehlt der Ministerpräsident die CSU als stabilen Anker, als „Zentrum in der Mitte“. Söder, zum Schluss: „Es braucht eine politische Kraft, die den Laden zusammenhält. Das Rückgrat für Deutschland ist Bayern, das Rückgrat für Bayern die CSU.“

Eindrücke vom Söder-Besuch

  • Unterstützung:

    Über 500 Zuhörer erwarteten die Rede des Ministerpräsidenten. Darunter waren auch mehrere Bürgermeister aus der Region sowie Landrat Ebeling, den Söder scherzhaft als „einen der schönsten Landräte der Oberpfalz“ bezeichnete.

  • Geschenk:

    Landtagsabgeordneter Alexander Flierl schenkte dem Ministerpräsidenten Konrad-Max-Kunz-Pralinen von einer Schwandorfer Konditorei. Söder bescheinigte Flierl gute Arbeit – und kündigte an, bald wieder in den Wahlkreis zu kommen.

  • Begrüßung:

    Hans Scharl, langjähriges Mitglied der Neukirchener CSU,

  • überbrachte dem bayerischen Landesvater einen besonderen Willkommensgruß: Er hatte für Söder ein Gedicht verfasst, um ihm „Mut für den Wahlkampf“ zu machen.

  • Ehrung:

    Gutenecks Bürgermeister Johann Wilhelm bat Söder und Finanzminister Füracker (Bild) um einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Was ihm aufgefallen war: Die Freien Wähler als möglichen Koalitionspartner erwähnte Söder nicht.

Mehr zum Thema: Am 14. Oktober wählt Bayern einen neuen Landtag. Die MZ stellt die Kandidaten aus dem Landkreis Schwandorf vor, ihre Ziele und was sie den Bürgern versprechen.

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