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Politik

Linke fordern ein Bündnis gegen Rechts

Parteivorsitzender Bernd Riexinger reicht dazu der SPD in Schwandorf die Hand. Die Linke ruft zur Demo gegen die AfD auf.
Von Rudolf Hirsch

Der Parteivorsitzende der „Linken“, Bernd Riexinger (Mitte), war auf Einladung der Landtagskandidaten Eva Kappl (rechts) und Marius J. Brey (links) ins Cafe „Lawendels“ gekommen. Foto: xih
Der Parteivorsitzende der „Linken“, Bernd Riexinger (Mitte), war auf Einladung der Landtagskandidaten Eva Kappl (rechts) und Marius J. Brey (links) ins Cafe „Lawendels“ gekommen. Foto: xih

Schwandorf.„Wie begegne ich einem AfD-Anhänger in der Kneipe?“, will eine junge Zuhörerin wissen. Bernd Riexinger rät durchaus zum Widerspruch, auch wenn die Anhänger des rechten Lagers sachlichen Argumenten wenig zugänglich seien. Der Vorsitzende der Partei „Die Linke“ verspricht sich mehr von einer Diskussion mit jenen Leuten, „die mit der AfD liebäugeln“. Die Sprache der Partei werde „immer menschenverachtender“ und überschreite „den demokratischen Konsens“.

Bei seinem Wahlkampfbesuch am Dienstag im Cafe Lawendels betonte der Bundestagsabgeordnete, dass es in der deutschen Bevölkerung schon immer einen Anteil von 15 Prozent mit rechtem Gedankengut gegeben habe. „Sie bündeln sich jetzt geballt in einer Partei“, so der Politiker der „Linken“. Dabei handle es sich nicht nur um unzufriedene Bürger, sondern auch um erfolgreiche Akademiker und Unternehmer. Bernd Riexinger stellte fest: „Wir müssen den Leuten klar machen, dass die AfD nichts übrig hat für den kleinen Mann“.

Gegendemo

  • Aufruf:

    Die Landtagskandidaten Eva Kappl aus Wackersdorf und Marius J. Brey aus Cham rufen zum Bündnis gegen Rechts und zur Teilnahme an der Gegendemonstration auf, wenn der AfD-Politiker Jörg Meuthen am 29. September in der Schwarzachtalhalle in Neunburg vorm Wald auftritt. Treffpunkt ist um 18 Uhr vor der Halle.

  • Forderung:

    Klare Haltung gegen Rassismus zeigen.

Bei der eigenen Partei ist der Vorsitzende der Meinung: „Die Linke braucht sich nicht zu verstecken“. Die Partei reduziere sich nicht allein auf die soziale Frage, sondern versuche, auch die anderen Themen mit sozialer Gerechtigkeit im Land zu verknüpfen und vor allem den Rechten den Kampf anzusagen. Hier appellierte Bernd Riexinger an die SPD, mit ins Boot zu steigen und Farbe zu bekennen. Eine Partei, die sich alles offen halte und sogar mit der FDP liebäugle, werde nach unten durchgereicht. „Die SPD braucht sich nicht zu wundern, dass sie im Keller ist“, sagte der Politiker der „Linken“.

Der Versuch, sich einen Platz in der bürgerlichen Mitte zu suchen, sei gescheitert. Seine Partei wolle Druck auf die SPD ausüben und sie ermuntern, „die linke Alternative im Land“ zu stärken. Riexinger sagt: „Wir haben eine klare Haltung gegen Rassismus und Rechts und gleichzeitig ein soziales Gewissen“.

Alles rund um die Landtagswahl finden Sie in unserem Spezial.

Der Linken-Politiker wirft auch der CSU eine verfehlte Politik vor und stellt fest: „Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum“. Der 62-Jährige fordert Wohnen als Grundrecht ein. Nächste Baustelle: Pflege. Es sei unfassbar, dass in einem so reichen Land wie Deutschland ein Pflegenotstand herrsche. Während sich in Deutschland eine Pflegekraft um 13 Patienten kümmern müsse, seien es beispielsweise in Norwegen nur fünf.

„Dabei weiß jeder, dass die menschliche Gesundung von der menschlichen Zuwendung abhängig ist“, so Riexinger. Seine Forderung: 12000 Pflegekräfte mehr in Bayern, 100000 in Deutschland, einen Pflegemindestlohn von 14,50 Euro und keine befristeten Arbeitsverträge mehr. Der 62-jährige Vorsitzende der „Linken“ sagt beim Gespräch im Lawendels: „Wir müssen die Menschenrechte verteidigen.“

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