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Landtagswahl

SPD macht Wahlkampf bis zum Schluss

SPD-Direktkandidat Peter Wein will soziale Politik für die Menschen der Region machen. Er setzt auf die Unentschiedenen.
Von Josef Schaller

Peter Wein will als Direktkandidat der SPD im Landkreis Schwandorf in den Landtag einziehen. Lob gab es von MdB Marianne Schieder (l.). Foto: Schaller
Peter Wein will als Direktkandidat der SPD im Landkreis Schwandorf in den Landtag einziehen. Lob gab es von MdB Marianne Schieder (l.). Foto: Schaller

Burglengenfeld.Peter Wein, der für die SPD im Landkreis Schwandorf als Direktkandidat antritt, blickt der Landtags- und Bezirkstagswahl am kommenden Sonntag trotz schlechter Umfragewerte optimistisch entgegen. Er vertraut auf die Stärken seiner Partei, Politik mit Verantwortung zu gestalten. Beim Wahlkampfendspurt am vergangenen Samstag in der Gaststätte der Stadthalle sagte er: „Wir haben ein Programm, das soziale Gerechtigkeit an die erste Stelle stellt, und das es schafft, wirtschaftliches Denken mit sozialem Ausgleich in Einklang zu bringen.“

Abgerechnet werde am 14. Oktober um 18 Uhr. „Keine Minute eher“, wie der Diplom-Finanzwirt betonte. 50 Prozent der Wähler hätten sich noch nicht entschieden, welcher Partei sie ihre Stimme geben werden. Deshalb komme es darauf an, im Endspurt nochmal alles zu geben. „Wir krempeln die Ärmel hoch, beißen die Zähne zusammen, bündeln alle Kräfte und kämpfen“, so der 30-Jährige.

Es gehe darum, dass die SPD auch künftig wieder einen Abgeordneten aus dem Landkreis im Landtag habe. Und es gehe um Themen, die die Menschen täglich bewegten: um Schulstandortgarantie, um kostenfreie Kitas und Kindergärten, um gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land, um flächendeckenden Breitband- und Mobilfunkausbau, um bezahlbare Wohnungen, um gute medizinische Versorgung mit ausreichend Ärzten, Hebammen und Pflegekräften auf dem Land, um die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof – Regensburg mit wirksamen Lärmschutz, um barrierefreie Bahnhöfe und vieles mehr.

Heftige Kritik an der CSU

Es gehe aber auch darum, sich als SPD „mit aller Entschiedenheit billigem Populismus in den Weg zu stellen und für die Demokratie zu werben“, so der SPD-Direktkandidat. Die Menschen, die er als künftiger Landtagsabgeordneter vertreten wolle, sollten wissen: „Der Wein, der meint es ernst. Auf den können wir uns verlassen.“

Das sind die Direktkandidaten in Schwandorf:

Die aktuelle bayerische Landespolitik bezeichnete er als „beschämend, schäbig und schädlich“ und warf dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder und der CSU vor, eine Sprache in Bayern salonfähig gemacht zu haben, welche die Menschen gegeneinander ausspiele und Barrieren aufbaue. Äußerungen wie „Asyltourismus“ (Söder), „Anti-Abschiebe-Industrie“ (Dobrindt) oder Seehofers zynische Witze über 69 Abschiebungen an seinem 69. Geburtstag trügen dazu bei, Unfrieden zu säen, so Wein. Auch der Kreuz-Erlass, das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz und das Polizeiaufgabengesetz als ein „Angriff auf die Freiheitsrechte der Bürger“ wurden heftig kritisiert. Das 700 Millionen schwere Förderprogramm der „Christlichen Space Union“ bezeichnete der Burglengenfelder als „Größenwahn“.

Politische Biografie

  • Motivation:

    „Demokratie lebt vom Mitmachen! Wenn du etwas ändern willst, musst du etwas dafür tun“, sagt Landtagskandidat Peter Wein.

  • Politischer Werdegang:

    Seit 2007 ist Wein Mitglied der SPD, seit 2009 Vorsitzender der Jusos im Städtedreieck, seit 2014 Stadtrat in Burglengenfeld, seit 2016 Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, seit 2018 Vorsitzender des SPD Kreisverbandes Schwandorf.

Bezirkstagskandidat Armin Schärtl will sich unter anderem dafür einsetzen, dass Bezirkskliniken in der Rechtsform eines Kommunalunternehmens verbleiben und keine Privatisierungen vorgenommen werden. Den Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit neuen Tageskliniken in Tirschenreuth, Schwandorf und Neumarkt will er vorantreiben. Für das Freilandmuseum Neusath-Perschen soll ein neues Gesamtkonzept für ein modernes Museum entwickelt werden. Er sagte: „Es kämpft sich nicht schlecht für Heimat und Recht. Wir brauchen keine AfD, um den Begriff Heimat zu definieren.“

Interview

Wein will gute Lösungen umsetzen

Als leidenschaftlichen Kommunalpolitiker fasziniert Peter Wein an der Politik, dass man für seine Heimat etwas bewegen kann.

Noch-MdL Franz Schindler zog einen Vergleich zum Wahlkampf vor 28 Jahren, als er als Neuling für den Landtag kandidierte. „Damals gab es nur Schwarze und Rote“, sagte der Rechts- und Politikwissenschaftler. „Und es gab noch Wirtshäuser, wo man sich mit den Bürgern austauschen konnte.“ Dank der Jugend sei ihm um die Demokratie nicht Bange. „Wo Gefahr ist, wächst auch das Rettende“, so Schindler. Überall, wo es darum gehe, gegen Rechtsruck und Einschränkung von Freiheit einzutreten, seien viele Menschen aktiv dabei. Von MdB Marianne Schieder wurde der Direktkandidat der SPD im Landkreis Schwandorf, Peter Wein, mit Lobeshymnen überschüttet. „Es ist der Wahnsinn gewesen, wie Du in diesem Wahlkampf agiert hast. Es hat Spaß gemacht, mit dir Wahlkampf zu machen. Du hast viel Potenzial.“

Mehr zum Thema: In unserem großen MZ-Spezial begleiten wir den Wahlkampf in der Region Schwandorf.

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