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Verzögerung

Zwei Kommunen lassen nachzählen

In Wackersdorf und Wernberg musste die Auszählung überprüft werden – eine Geduldsprobe für die Oberpfälzer Listenkandidaten.
Von Reinhold Willfurth

Noch einmal nachgezählt werden mussten die Wahlergebnisse in Wackersdorf und Wernberg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Noch einmal nachgezählt werden mussten die Wahlergebnisse in Wackersdorf und Wernberg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Schwandorf.Viele Augen richteten sich am Dienstagmorgen auf Schwandorf, zumindest aber alle Augen aussichtsreicher Listenkandidaten für den Landtag aus der Oberpfalz. Solange die Nachfragen des Landeswahlleiters wegen Abweichungen in der Stimmauszählung in zwei Gemeinden des Stimmkreises Schwandorf nicht geklärt waren, gab es auch kein vorläufiges Wahlergebnis für die Oberpfalz – und somit keine Sicherheit für die Kandidaten. Am Vormittag kam dann das erlösende OK vom Statistischen Landesamt in Fürth, dem Sitz des Landeswahlleiters: alles in Ordnung.

Franz Pfeffer, stellvertretender Sprecher des Landkreises, klärte auf Anfrage auf, warum die Auszählung etwas länger gedauert hat. Aus Wackersdorf und aus Wernberg waren dem Kreiswahlleiter am Landratsamt geringfügige Abweichungen zwischen der Erstmeldung der Stimmergebnisse vom Sonntagabend und der „Schnellmeldung zwei“ vom Montagmorgen gemeldet worden.

Kleine Differenzen sind normal

„Das ist keine Unregelmäßigkeit, sondern kommt sogar regelmäßig vor“, stellte Pfeffer klar. Es habe sich in Schwandorf um „keine große“ Differenz zwischen den beiden Meldungen gehandelt. Auf Nachfrage aus Fürth habe man in den beiden Gemeinden noch einmal nachzählen lassen.

Und zwar nach Zweitstimmen pro Bewerber, wie ein Mitarbeiter des Landeswahlleiters auf Nachfrage der MZ präzisierte. Nach einer Plausibilitätskontrolle via Software wurde die überprüfte Meldung noch einmal mit der Erstmeldung abgeglichen. Dann erst werde das Ergebnis für den jeweiligen Bezirk ins Internet gestellt. Die Oberpfalz und Niederbayern waren übrigens am Dienstag die ersten bayerischen Bezirke, die komplett ausgezählt waren. Vor allem in Oberbayern gebe es noch mehrere Lücken, ließ der Landeswahlleiter wissen.

„Das ist keine Unregelmäßigkeit, sondern kommt sogar regelmäßig vor.“

Franz Pfeffer

Neben den sieben Direktkandidaten von der CSU ziehen für die Oberpfalz Anette Karl und Margit Wild (beide SPD), Jürgen Mistol und Anna Thomann (Grüne), Joachim Hanisch und Tobias Gotthardt (FW), Christoph Skutella (FDP) sowie Roland Magerl und Stefan Löw (AfD) in den Landtag ein.

Das sind die Ergebnisse der Landtagswahl:

Peter Wein aus Burglengenfeld kann sich damit trösten, als Newcomer immerhin das viertbeste Ergebnis der SPD-Kandidaten erreicht zu haben. 11 035 Stimmen sammelte Wein ein, davon 9350 im Stimmkreis Schwandorf. Das reichte allerdings nicht für ein Mandat. Anette Karl aus Weiden holte rund 29 000 Stimmen, Margit Wild aus Regensburg reichten gut 16 000 Stimmen für den Einzug ins Maximilianeum. Exakt 7000 Stimmen holte Benjamin Quaas von den Grünen, der sich am Wahlabend noch Hoffnungen auf ein Mandat gemacht hatte. Letztlich landete Quaas auf Rang sieben der grünen Bewerber aus dem Bezirk, Stimmenkönig Jürgen Mistol zieht mit über 50 000 Stimmen wieder in den Landtag ein. Tina Winklmann aus Wackersdorf trug mit 5000 Stimmen zum Erfolg der Grünen bei. Zum Vergleich: Albert Füracker, Spitzenkandidat der Oberpfälzer CSU, heimste 132 000 Stimmen ein.

Politik

Viel Zuspruch für Verlierer Peter Wein

Zwei Tage nach dem bitteren Wahlergebnis seiner Partei zeigt sich der Burglengenfelder SPD-Kandidat gut erholt.

Hanisch ist der Stimmenkönig

Stimmenkönig bei den FW ist Joachim Hanisch, der oberpfalzweit fast 35 000 Stimmen und damit mehr als CSU-Konkurrent Alexander Flierl (33 400) einsammelte. Auffallend ist, dass Flierl fast nur Stimmen im Heimatstimmkreis gewann, während Hanisch nur gut 13 000 Mal im Landkreis Schwandorf punkten konnte. Enttäuschend verlief die Wahl für Eva Kappl, die junge Kandidatin der Linken. Mit 3768 Stimmen rutschte sie vom Listenplatz drei auf den siebten Rang. Reinhard Mixl von der AfD kann sich zwar über 14 700 Stimmen, die allermeisten davon aus dem Landkreis Schwandorf, freuen. Für einen Sitz im Landtag reichte es aber nicht.

Die Linke ist neu im Bezirkstag

Am Dienstag stand auch die Zusammensetzung des Oberpfälzer Bezirkstags fest. Die Überraschung: Erstmals ist im Bezirksparlament mit Marina Mühlbauer aus Regensburg eine Vertreterin der Linken vertreten. Die Partei erhält ein Ausgleichsmandat. Zusammen mit einem zusätzlichen Überhangmandat für die CSU wächst der Bezirkstag damit auf 18 statt bisher 16 Räten an. Einziger Vertreter aus dem Landkreis Schwandorf im Gremium ist Landrat Thomas Ebeling, Gewinner des Direktmandats im heimischen Stimmkreis. Weitere sechs Direktmandate gehen ebenfalls an die CSU.

Das sind die Ergebnisse der Bezirkswahl:

Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger eroberte erstmals ein Direktmandat für die Freien Wähler. Über die Liste in den Bezirkstag eingezogen sind Richard Gaßner (Kümmersbruck) und Brigitte Scharf (Erbendorf) für die SPD, Thomas Thumann (Neumarkt) und Dr. Andreas Michelson (Regensburg) für die Freien Wähler, Gabriele Bayer (Postbauer-Heng) und Stefan Christoph (Regensburg) für die Grünen, Stefan Potschaski (Regenstauf) für die FDP, Marina Mühlbauer (Regensburg) für die Linke sowie Dr. Wolfgang Pöschl (Lohberg) und Dr. Karl Schmid (Weiden) für die AfD.

Wir haben die Wahlnacht live begleitet:

Mehr zum Thema: In unserem großen MZ-Spezial begleiten wir den Wahlkampf in der Region Schwandorf.

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