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Menschen

„Man wird schneller erwachsen“

Fabian Käsbauer (24) aus Bruck macht als Model eine gute Figur. Trotz seines Erfolgs ist der Student auf dem Boden geblieben.
Von Cornelia Lorenz

  • Für seinen durchtrainierten Körper bekam Fabian Käsbauer sogar schon Lob von Hollywood-Regisseur Oliver Stone. Foto: Sandro Boss
  • Fabian Käsbauer hatte bei den Dreharbeiten zum Hollywood-Streifen „Snowden“ in Bodenwöhr einen kleinen Auftritt als Soldat. Foto: Käsbauer

Bruck.Als Model vor der Kamera stehen und damit auch noch gutes Geld verdienen – davon träumen viele junge Leute. Fabian Käsbauer aus dem Brucker Ortsteil Mögendorf hat dieses Ziel erreicht: Der 24-jährige Student ist mittlerweile seit fünf Jahren im Geschäft und zieht einen Auftrag nach dem anderen an Land. Am 7. März zum Beispiel ist er in einer kleinen Rolle bei der BR-Serie „Dahoam is dahoam“ zu sehen. Im Schweizer Bauernkalender wird er im November der Damenwelt seinen Sixpack präsentieren. Sein durchtrainierter Körper kommt in der Branche gut an. Trotzdem ist Käsbauer, der in München lebt, auf dem Boden geblieben. „Mir ist klar, dass ich in dem Geschäft ein kleiner Fisch bin“, sagt er.

Beim Fotografieren weggedreht

Dass er später einmal einen Teil seines Lebensunterhalts mit Hilfe von Fotoshootings bestreiten würde, hätte sich Käsbauer als Jugendlicher nicht träumen lassen. Denn lange Zeit hasste er es, fotografiert zu werden. „Von meiner Abiturfeier gibt es keine gescheiten Bilder. Da hab ich mich so unwohl gefühlt und mich immer weggedreht“, erinnert er sich.

Heute ist das ganz anders. Vor der Kamera zu stehen, macht ihm Spaß. Vielleicht liegt das daran, dass er mittlerweile genug Routine darin hat, seinen Körper optimal zu präsentieren. Als er mit 19 Jahren zum Studieren nach München zog, wurde er in einem Fitnessstudio von einem Fotografen angesprochen. So rutschte er hinein ins Business. Mittlerweile arbeitet Käsbauer mit mehreren Sportmodel-Agenturen zusammen und nutzt die Einnahmen dazu, um sein Studium zu finanzieren. Nach seinem Bachelor absolviert er gerade das erste Semester im Masterstudiengang Management. Später will er in der Automobilbranche arbeiten – am liebsten bei BMW.

Auch mal Bösewicht sein

Doch bis es soweit ist, genießt Käsbauer erst einmal das Modelleben in der Landeshauptstadt. Nach den nächsten Klausuren wird er im März in Berlin in Unterwäsche für Kalenderaufnahmen posieren. Kürzlich war er drei Tage lang zu Dreharbeiten für das Pro-7-Magazin Galileo eingeladen. Für einen Beitrag über Zivilcourage durfte Käsbauer die Rolle des Bösewichts übernehmen. Auch im Kinofilm „Eddie The Eagle“ über den gleichnamigen legendären Skispringer hatte er eine kleine Sprechrolle.

Es gibt also genug zu tun für den Brucker. Dass einer seiner nächsten Aufträge aber jemals das toppen kann, was er im Jahr 2015 in Bodenwöhr erlebte, hält er selbst für sehr unwahrscheinlich. Unter 30000 Bewerbern war Käsbauer damals ausgewählt worden und durfte im Hollywood-Drama „Snowden“ einen Soldaten spielen.

Gedreht wurde unter strengster Geheimhaltung auch in Bodenwöhr – und Käsbauer wird niemals die Begegnung mit Regisseur Oliver Stone vergessen. „Er sagte zu mir, dass ich mein Shirt ausziehen soll und machte mir dann ein Kompliment für meinen guten Körper“, erzählt er.

Unvergessliche Dreharbeiten

Im fertigen Streifen über den Ex-CIA-Mitarbeiter Edward Snowden ist Käsbauer in einer kurzen Szene im Schlafsaal zu sehen, als Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt beim Morgenappell aus dem Bett fällt. Käsbauer kann sich noch gut erinnern, wie Stone dem Kameramann sagte, er solle seinen Sixpack ins Visier nehmen – auch wenn diese Szene am Ende im fertigen Film leider gar nicht auftaucht. Trotzdem waren die Drehtage für Käsbauer ein unvergessliches Erlebnis. „Es war alles so brachial und wuchtig. Das ist nicht zu toppen“, sagt der Brucker.

Pläne für die nächste Zeit hat er trotzdem. Er will größere Fotoshootings als bisher absolvieren, und das nicht nur im deutschsprachigen Raum. Auch das Thema Schauspielerei könnte er sich vorstellen, zu intensivieren. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Käsbauer will auf jeden Fall weiter an seinem Sixpack arbeiten. Als Person hat er von seiner Arbeit stark profitiert. Frauen anzusprechen sei jetzt nicht mehr schwierig, sagt er schmunzelnd. Und noch etwas Wichtiges ist ihm aufgefallen. „Man wird einfach schneller reif und erwachsen“, sagt er.

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Brucker bei Dreharbeiten dabei

  • Brucks Bürgermeister

    Hans Frankl freut sich über den Erfolg Käsbauers – und besonders darüber, dass mit ihm auch ein Brucker Bürger im Snowden-Film zu sehen ist. Frankl hat sich darüber geärgert, dass die Mitwirkung der Brucker bei den Dreharbeiten in der Öffentlichkeit nicht gewürdigt worden sei.

  • Nicht nur Bodenwöhrer Bürger

    hätten sich vor Ort engagiert, wie Frankl betont, sondern zum Beispiel auch die Brucker Feuerwehr, die sehr viele Stunden im Einsatz gewesen sei, um das Set mit Wasser zu versorgen. Auch befinde sich ein Teil des Truppenübungsplatzes auf Brucker Gemeindegebiet.

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