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Mein Verein

Alles dreht sich um den Hund

Der Schäferhundeverein verbindet kompetente Übungsleiter und artgerechte Tierhaltung. Heuer wird 95. Geburtstag gefeiert.
Von Ingrid Hirsch

Wer seinen Schäferhund prüfen lassen will, sollte selbst sportlich sein.
Wer seinen Schäferhund prüfen lassen will, sollte selbst sportlich sein.

Schwandorf.„Hund beißt Kind in den Kopf.“ Immer wieder machen tödliche Hundeattacken Schlagzeilen. Die Hundehalter sehen sich zunehmendem Druck der Gesellschaft ausgesetzt. Darauf haben die Rassehundezuchtvereine reagiert und bieten den Besitzern eine „Wesensbeurteilung“ an. Der Schäferhundeverein Schwandorf schließt sich an und richtet am 9. Juni am Übungsgelände auf dem Weinberg eine entsprechende Prüfung aus.

Die Veranstaltung gehört zur 95-Jahrfeier des Vereins, der als weiteren Höhepunkt am 29. Juli eine Jubiläumsschau vorbereitet. Vorsitzender Erich Bösl erwartet zu diesem „Schönheitswettbewerb“ Gäste aus ganz Europa. Er selbst ist der erfolgreichste Züchter des Vereins und gewann im vergangenen Jahr mit seiner aus fünf Hunden bestehenden Zuchtgruppe in Ulm die Weltmeisterschaft.

Zehnkämpfer unter den Hunden

Rassehundezucht ist für Erich Bösl unverzichtbar, um den Bedarf an Dienst-, Gebrauchs-, Sport- und Familienhunden zu decken. Mit der neuen Prüfung zur Wesensbeurteilung erhalte der Züchter Aussagen zur „Gesellschaftsverträglichkeit“ seines Hundes. Den Schäferhund nennt Erich Bösl den „Zehnkämpfer“ unter den Vierbeinern.

Szene aus dem Schutzdienst-Training: Der Hund verbeißt sich am Arm des Helfers. Fotos: xih
Szene aus dem Schutzdienst-Training: Der Hund verbeißt sich am Arm des Helfers. Fotos: xih

Bei der Zertifizierung der Ortsgruppen ging der Schäferhundeverein Schwandorf mit gutem Beispiel voran und unterzog sich einem Verfahren des Bundesverbandes. Dieser bescheinigt der Zuchtgemeinschaft eine qualifizierte Hundeausbildung mit kompetenten Übungsleitern, eine artgerechte Tierhaltung, eine hochwertige Anlage und vorbildliche Vereinsstrukturen.

Zur internationalen Sonderschau zum 90-jährigen Jubiläum kamen vor fünf Jahren 100 Züchter aus zwölf europäischen Nationen nach Schwandorf und stellten sich dem Wettbewerb. Nun steht der Verein mit einer neuen Jubiläumsschau vor einer neuen Herausforderung.

Freunde des Deutschen Schäferhundes gründeten am 17. Juni 1923 den „Schäferhundeverein Schwandorf“. Die Trainingseinheiten fanden anfangs in den Gärten der Hundehalter statt. Erst 1958 entstand auf dem Weinberg das heutige Vereinsgelände. Die Züchter belegen mit ihren Hunden Spitzenplätze bei Landes- und Bundesschauen. Vorsitzender Erich Bösl hat mit seinem Zwinger „Piste Trophe“ unzählige Pokale gewonnen. Seit 40 Jahren ist er Mitglied im Verein, seit 37 Jahren im Vorstand tätig, seit 1993 weltweit als Zuchtrichter unterwegs. Er weiß, wie er einen Hund zu führen hat. „Du musst von klein auf seinen Spielbetrieb fördern“, erklärt er. Bei der Vorbereitung auf die Prüfung zur Unterordnung und Fährtensuche setzt er das Lieblingsspielzeug seines Schützlings ein und arbeitet mit dosierter Belohnung. „Leckerlis“ gibt es nur bei perfekter Ausführung. Im Wettkampf ist diese Motivation verboten.

Ein Verein mit 150 Mitgliedern

Vorsitzender Erich Bösl kann bei der Vereinsführung mit der Unterstützung der Vorstandsmitglieder rechnen. Stellvertreter ist Hans-Jürgen Behr, Zuchtwarte sind Rene Georgi und Bernhard Babl, Jugendwart Carolin Georgi, Übungswarte Josef Jobst und Angelika Schäfer, Schriftführer Martina Feller, Kassier Andreas Schlosser und Beisitzer Helga Meiler und Cornelia Jobst.

Am Übungsbetrieb jeweils am Mittwoch um 18 und am Samstag ab 15 Uhr sind Hunde aller Rassen mit ihren Hundeführern willkommen und können auf dem Gelände trainieren. Der Verein hat 150 Mitglieder.

Bevor er zum Begleithund ausgebildet werden kann, muss der Hundeführer einen Sachkundenachweis erbringen. Die Prüfung muss ohne Hilfsmittel wie Leckerlis, Spielzeug oder sonstige Hilfen abgelegt werden. Sie besteht aus zwei Teilen: Teil A auf dem Übungsplatz (Unterordnung) und Teil B im Verkehr/Öffentlichkeit. Die Prüfung im Unterordnungsteil erfolgt nach einem festgelegten Schema. Gefordert wird „Fußgehen“ mit und ohne Leine, Durchgehen einer Menschengruppe, Sitzübung, Ablegen und Herankommen. Bei den Gebrauchshunden werden die Bereiche Fährte/Spur, Unterordnung/Gehorsam und Schutzdienst/Verteidigung geprüft. Ziel ist es, einen zu hohen Leistungen fähigen Gebrauchshund zu schaffen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der Rassestandard des Deutschen Schäferhundes festgelegt, der sich auf körperliche Beschaffenheit, aber auch Wesens- und Charaktereigenschaften bezieht. Als Begründer dieser Rasse gilt Max von Stephanitz, der von diesem Hundetyp schlichtweg begeistert war. So kaufte er am 15. Januar 1898 von einem Züchter aus Frankfurt den dreijährigen „Hektor von Linksrhein“, den er in „Horand von Grafrath“ umbenannte, der erste im Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV) eingetragene Deutsche Schäferhund. Dieser und sein Bruder „Luchs von Sparwasser“ sind die Stammväter der Rasse, von denen die meisten Deutschen Schäferhunde abstammen. Als Stammmutter gilt die Hündin „Mari von Grafrath“. Am 22. April 1899 wurde in Karlsruhe der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) gegründet, dessen erster Präsident Max von Stephanitz war. Von Stephanitz und sein Freund Arthur Meyer suchten und schufen mit dem Deutschen Schäferhund einen Arbeitshund. Der erste Rassestandard wurde in der ersten Mitgliederversammlung des SV am 20. September 1899 in Frankfurt nach ihren Vorschlägen aufgestellt. (xih)

Das sind die Urgesteine des Vereins:

Bernhard Babl
Bernhard Babl

Bernhard Babl ist seit über 30 Jahren Zuchtwart beim Schäferhundeverein Schwandorf. Er ist außerdem Leistungsrichter und bewertet die Tiere bei den Schauen. Momentan ist er stellvertretender Zuchtwart.

Erich Bösl
Erich Bösl

Erich Bösl ist der erfolgreichste Züchter beim Schäferhundeverein Schwandorf. Seine Hunde von der „Piste Trophe“ wurden im vergangenen Jahr Weltmeister. Seit 37 Jahren gehört er dem Vorstand des Vereins an.

Helga Meiler
Helga Meiler

Helga Meiler ist seit 60 Jahren Mitglied im Verein und gehört seit 55 Jahren dem Vorstand an. Sie war Schriftführerin, Schatzmeisterin und Pressewart und sitzt nun als Beisitzerin im Gremium.

Darum geht es in unserer Vereinsserie:

MZ-Serie: Mein Verein

  • Thema:

    Das rege Vereinsleben bereichert das gesellschaftliche Leben in und um Schwandorf ungemein. Viele Mitbürger engagieren sich hier ehrenamtlich und verbringen oft jahrzehntelang ihre Freizeit in und für ihren Verein.

  • Faszination:

    Was sie an ihrem Hobby fasziniert und was ihren Verein so wertvoll macht, das stellt unser Medienhaus in unserer wöchentlichen Vereinsserie vor.

Lesen Sie mehr: Menschen prägen ihre Vereine, die Vereine beleben die Stadt. Wir stellen Menschen und ihr Engagement für ihren Verein im Landkreis Schwandorf vor.

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