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Angeln wird immer beliebter

Während bei den Sportanglern die Nachfrage nach Angelkarten steigt, entspricht das Preisfischen nicht mehr dem Zeitgeist.
Von Ingrid Hirsch

  • Warten, bis ein Fisch beißt. Zum Angeln muss man sich Zeit nehmen. Fotos: xih
  • Die Zeit, in der massenhaft Fische geangelt und vermarktet wurden, sind vorbei. Foto: xih
  • Stefan Donhauser engagiert sich seit über 30 Jahren beim Sportanglerverein Schwandorf und hat alle Höhen und Tiefen miterlebt. Foto: xih
  • Das „Anglerparadies in und um Schwandorf“ ist bei Urlaubern aus nah und fern sehr beliebt. Der Schwandorfer Sportanglerverein verzeichnet eine steigende Nachfrage an Angelkarten. Foto: xih
  • 70 Kinder und Jugendliche lernen im Verein den fachgerechten Umgang mit Gerte und Kescher. Hat ein Fisch angebissen, geht alles ganz schnell. Angelschnur einrollen, Kescher ansetzen, Fisch betäuben und töten. Foto: xih

Schwandorf. Schwandorf. Das Allkofer-Wasser ist ein 4,5 km langer Abschnitt der Naab, für den der Sportanglerverein Schwandorf die Fischrechte besitzt. Zunächst hatte er diese Rechte gepachtet, dann käuflich erworben. Als der Verein mit knapp 1000 Mitgliedern vor 15 Jahren die erste Hälfte kaufte, geriet er kurzzeitig in eine finanzielle Schieflage. Davon hat er sich aber schnell erholt. 2017 lief der Pachtvertrag für den zweiten Abschnitt des Allkofer-Wassers aus. Um zu verhindern, dass ein anderer Anglerverein zugreift, kauften die Schwandorfer Sportfischer auch dafür die Fischrechte und gaben dafür 430 000 Euro aus.

Franz Allkofer förderte die Angler

„Naab – Sportangler – Franz Allkofer“. Diese drei Namen begleiten den Sportanglerverein Schwandorf von der Gründung im Jahre 1925 bis heute. Stadtfischermeister Franz Allkofer ließ die Mitglieder von Beginn an in seinem „Wasser“ fischen und half ihnen damit beim Start. Stets stand er dem Verein mit Rat und Tat zur Seite. Auch die Geselligkeit lag ihm am Herzen, so stellte er seine Fischgerätschaften für die Ausschmückung der Turnhalle zur Verfügung, um dem Fischerball das nötige Ambiente zu verleihen. Fische stiftete er für die Maskenprämierung. Für die Veranstaltung des zweiten „Deutschen Anglertages“ in Schwandorf stellte er sein Fischwasser am Hubmannwöhrl zur Verfügung. Besondere Verdienste erwarb sich Franz Allkofer beim Bau der Fischerhütte, die nach ihm benannt ist.

Dass das Allkofer-Wasser dem Sportanglerverein Schwandorf zur Nutzung pachtweise überlassen wurde, war ein Zeichen des gegenseitigen Vertrauens. Dieses außerordentlich gute Verhältnis zwischen Fischwasserbesitzer und dem Verein setzte sich auch bei den Erben fort. So bekam der Sportanglerverein auch das Vorkaufsrecht für die Fischereirechte im Allkofer-Wasser der Naab.

Seit über 30 Jahren gehört Stefan Donhauser dem Vorstand des Vereins an. Zunächst als Beiratsmitglied, dann als dritter und zweiter Vorsitzender und seit drei Jahren als erster Vorsitzender. Bei der Hauptversammlung am 2. März wurde er erneut im Amt bestätigt. Dem neuen Vorstand gehören ferner die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Sandro Schlegel und Peter Klier sowie die Beiräte Andreas Jäger, Armin Liebl, Michael Allkofer, Christoph Dirmeier, Christian Hofmann und Michael Pitschat an.

Das Anglerfest im Juli gehörte seit jeher zum Höhepunkt des Jahresprogramms. Tierwohl und Tierschutz verbieten nun solche Preisfischen. „Die Mitglieder dürfen nur noch für den Eigenbedarf angeln“, erklärt Stefan Donhauser. Bei den früheren Fischerfesten, die sich über drei Tage hinzogen, wurden die gefangenen Tiere gleich vermarktet. Das entspricht nun nicht mehr dem Zeitgeist.

Die Vorschriften beachten

Der Verein kauft jährlich von Züchtern 150 Zentner Karpfen K3, 2500 Zander Z2 und 1200 Hechte und setzt sie in die 20 km Fließgewässer und 55 Hektar Teiche ein, in denen die Mitglieder angeln dürfen. 430 Jahreskarten gibt der Verein im Jahr an die Mitglieder aus, das Stück zu 250 Euro. Die Haupteinnahmen erzielt er aber mit dem Verkauf von Tageskarten an Urlauber. „Die Nachfrage steigt jedes Jahr“, stellt Vorsitzender Stefan Donhauser fest. Das Angeln sei zu einer touristischen Attraktion geworden.

Die Fischereiaufseher überprüfen nicht nur die Berechtigungsausweise, sondern achten auch darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Zwei Angeln gleichzeitig auszuwerfen, ist erlaubt, eine dritte nicht. Wer gegen die Vorschriften verstößt, bekommt einen Bußgeldbescheid des Landratsamtes. Bei schlimmeren Vergehen greift die Staatsanwaltschaft ein.

Der Sportanglerverein ist über die Grenzen des Landes hinaus wegen seiner erfolgreichen Casting-Werfer bekannt. Aushängeschild ist Karlheinz Brandl, der mit seinen 77 Jahren immer noch an diversen Meisterschaften teilnimmt.

70 Kinder und Jugendliche lernen im Verein den fachgerechten Umgang mit Gerte und Kescher. Hat ein Fisch angebissen, geht alles ganz schnell. Angelschnur einrollen, Kescher ansetzen, Fisch betäuben und töten.

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