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„Dornröschen“ ist wieder wach

Der Gartenbau- und Verschönerungsverein Richt und Umgebung plant nach einigen recht ruhigen Jahren neue Aktivitäten.
Von Rudi Hirsch

Der neue Vorstand des „Gartenbau- und Verschönerungsvereins Richt und Umgebung“ (von links): Apollonia Brunner, Gerlinde Pirzer, Hans Grimm, Herbert Kiener, Matthias Bäuml, Franz Schloderer und Rudolf Simon. Fotos: xhi
Der neue Vorstand des „Gartenbau- und Verschönerungsvereins Richt und Umgebung“ (von links): Apollonia Brunner, Gerlinde Pirzer, Hans Grimm, Herbert Kiener, Matthias Bäuml, Franz Schloderer und Rudolf Simon. Fotos: xhi

Schwandorf.„Dornröschenschlaf“ ist beim „Gartenbau- und Verschönerungsverein Richt und Umgebung“ zu einem geflügelten Wort geworden. Im Laufe seiner fast 90-jährigen Geschichte ist er schon mehrmals in einen solchen verfallen. In den letzten Jahren ist es wiederum still geworden um die Gartler in Kreith, Richt, Krondorf und Irlaching. Bei der Frühjahrsversammlung am 15. Mai 2018 ist der Verein mit aktuell 182 Mitgliedern wiedererwacht. Der langjährige zweite Vorsitzende Franz Schloderer aus Irlaching erklärte sich bereit, für frischen Wind zu sorgen und das Vereinsleben mit neuen Ideen anzukurbeln. Er löst Rudolf Simon ab, der 26 Jahre lang Kassier und 16 Jahre Vorsitzender war und aus gesundheitlichen Gründen um Entlastung bat.

Der „Gartenbau- und Verschönerungsverein Richt und Umgebung“ hatte in seiner Blütezeit 225 Mitglieder, organisierte Blumenschmuck- und Pflanzwettbewerbe, prämierte die schönsten Kürbisse, veranstaltete Weinfeste und unternahm Ausflüge in den Spreewald, nach Prag und nach Dresden. Die Fahrten möchte Vorsitzender und Reiseleiter Franz Schloderer auf jeden Fall aufrechterhalten. Den nächsten Vereinsausflug plant er am 25. August ins Fichtelgebirge.

Basteln für Kinder

Die neue Vereinsführung möchte junge Familien für die Mitarbeit gewinnen, plant Pflanzaktionen für Kinder und gemeinsam mit der Gärtnerei Eimer Bastelaktionen zu Ostern und im Advent. Stadtrat Christian Eimer stand selbst schon einmal an der Spitze des Vereins. Im Oktober 1994 ließ er sich mit 21 Jahren zum jüngsten Vorsitzenden im ganzen Landkreis wählen.

Am 18. Juli 1930 hatten sich interessierte Gartenfreunde im „Gasthaus Bäuml auf der Richt“ getroffen und den „Gartenbau- und Verschönerungsverein Richt und Umgebung“ gegründet. Am Ende des Jahres zählte der Verein 21 Mitglieder. „Die Hauptaufgabe war damals, die Bevölkerung mit Obst zu versorgen“, hat Franz Schloderer der Chronik entnommen. Ferner ging es um den Anbau im Gemüse- und Hausgarten und die Hühnerhaltung.

Vorsitzender Franz Schloderer bei der Gartenarbeit.
Vorsitzender Franz Schloderer bei der Gartenarbeit.

Aber auch die Dorfverschönerung lag den Mitgliedern am Herzen. 1965 erhielt die Ortschaft Richt einen Sonderpreis für den schönsten Dorfplatz im damaligen Altlandkreis Burglengenfeld. Der Verein schaffte Geräte an und verlieh sie an die Mitglieder. Dieser Service ist bis heute geblieben. In einem Schuppen in Krondorf lagern die Gartengeräte, vom Vertikutierer bis zur Heckenschere. Die Ausleihe ist kostenlos, die Gebühr im Jahresbeitrag von zehn Euro enthalten.

Im Jahre 1979 drohte dem Verein das „Aus“. Fünf Jahre lang gab es kaum Aktivitäten. Der gute Besuch der Mitgliederversammlung im Januar 1979 im Gasthaus Späth in Kreith bestätigte den Wunsch der Bevölkerung, dass es weitergehen soll. Karl-Heinz Donhauser aus Krondorf ließ sich zum ersten Vorsitzenden wählen und löste Philipp Bösl ab, der damals nicht mit Selbstkritik sparte. Die Mitglieder einigten sich bei der Versammlung auf einen Jahresbeitrag von zwölf Mark.

Weitere Teile aus der MZ-Serie „Mein Verein“ lesen Sie hier!

1994 stand der Verein erneut vor dem Problem: „Wie soll es weitergehen?“ Nach dem Rücktritt von Karl-Heinz Donhauser fand sich längere Zeit kein Nachfolger. Zwar habe der Verein die erforderlichen Pflegearbeiten in den Ortsteilen erledigt, es fehlte aber die Lokomotive, wie es zweiter Vorsitzender Franz Schloderer formulierte. Sie fand sich dann in der Person des 21-jährigen Gärtners Christian Eimer aus Krondorf. Mit ihm wagte der Verein einen Generationswechsel und einen Neuanfang. Er erklärte sich bereit, seine Ideen und sein Fachwissen einzubringen und wieder für ein attraktives Programm zu sorgen. Der neue Vorsitzende bot Kurse und Workshops und Vorträge mit fachkundigen Referenten an. Als „Reiseleiter“ fungierte weiterhin Franz Schloderer. In diesem Jahr stand der Verein nun ein weiteres Mal vor der Auflösung. Nach 26 Jahren Schatzmeistertätigkeit und 16 Jahren Vorsitz meldete Rudolf Simon seinen Rückzug an und machte gesundheitliche Gründe geltend. Nun sprang Stellvertreter Franz Schloderer in die Presche. Bei der Versammlung am 15. Mai erklärte er sich bereit, den Verein als erster Vorsitzender weiterzuführen. Dem neuen Vorstand gehören ferner zweiter Vorsitzender Herbert Kiener, Schriftführer Apollonia Brunner, Kassier Rudolf Simon (kommissarisch) sowie die Ortssprecher Herbert Kiener (Irlaching), Matthias Bäuml (Kreith), Gerlinde Pirzer (Krondorf) und Hans Grimm (Richt) an.

Ein rühriger Kreisverband

Der „Gartenbau- und Verschönerungsverein Richt und Umgebung“ ist einer von 91 Ortsvereinen im Kreisverband für „Gartenbau und Landespflege“ mit fast 17 000 Mitgliedern. Die Dachorganisation ist damit nach Regensburg die zweitgrößte in Bayern. Der älteste Ortsverein ist der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein Neunburg v. W., der im vergangenen Jahr das 160-jährige Bestehen feierte. Mit den 15 Jugendgruppen beteiligt sich der Kreisverband am landesweiten Kinder- und Jugendwettbewerb 2018 unter dem Titel „Streuobst-Vielfalt – Beiß rein!“ Prämierung der Beiträge auf Kreisebene erfolgt im November.

MZ-Serie: Mein Verein

  • Hintergrund:

    Das rege Vereinsleben bereichert das gesellschaftliche Leben in und um Schwandorf ungemein – ob kulturell, sportlich oder gesellschaftlich. Viele Mitbürger engagieren sich hier ehrenamtlich und verbringen oft jahrzehntelang ihre Freizeit in und für ihren Verein.

  • Thema:

    Was sie an ihrem Hobby fasziniert und was ihren Verein so wertvoll macht, das stellen wir in unserer wöchentlichen Vereinsserie vor. (ml)

Jeder Kreisverband kann bis zu drei Aktionen an den Landesverband melden, der zum 125-jährigen Bestehen 2019 die Sieger küren wird. Landesjugendleiter Werner Thumann stellt den Wettbewerb vor und gibt den Vereinsvertretern Tipps für die Umsetzung. Der GOV Muschenried veranstaltet zum 30-jährigen Bestehen am 12. August ein „Brunnenfest“. Das 40-jährige Jubiläum wird am 27. Oktober in Schwarzhofen gefeiert. Kreisfachberater Wolfgang Großer ruft die Vereine mit Kinder- und Jugendgruppen zur Teilnahme auf. Der Kreisverband gewährt Jugendgruppen für jede Aktion einen Zuschuss von 100 Euro und hilft bei Neugründungen mit 400 Euro.

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