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Verein

Ein Zentrum für den Schießsport

Das neue Heim der Eichhornschützen Kronstetten ist zu einem Treffpunkt geworden – sportlich und gesellschaftlich.
Rudolf Hirsch

Jeden Mittwoch und Freitag ist Schießbetrieb bei den Eichhornschützen. Da sind die Plätze am Stand ausgebucht. Foto: xih
Jeden Mittwoch und Freitag ist Schießbetrieb bei den Eichhornschützen. Da sind die Plätze am Stand ausgebucht. Foto: xih

Schwandorf.Ab dem 55. Lebensjahr dürfen die Schützen das Gewehr auflegen. Seit die Eichhornschützen Kron-stetten die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen haben, stehen die „Senioren“ jeden Mittwoch am Schießstand Schlange. „Anfangs waren es fünf, heute sind es 40“, freut sich Schützenmeister Alois Schlagenhaufer über den Erfolg. Der Schießstand besteht aus zehn Plätzen und bietet damit die idealen Voraussetzungen für Rundenwettkämpfe und Gaumeisterschaften.

69 Frauen und Männer haben am 2. April 1966 den Schützenverein „Eichhorn Kronstetten“ gegründet. „Unser Plus ist eine starke Jugend“, sagt Alois Schlagenhaufer. 46 Mitglieder sind heute unter 26 Jahre alt. Der Nachwuchs ist nicht nur sportlich erfolgreich, sondern pflegt auch im Schützenheim die Geselligkeit. In der neu erbauten Vereinsgaststätte fühlen sich nicht nur die Schützen zu Hause.

Andere Vereine fanden Heimat

Erika und Alois Schlagenhaufer sind die Garanten des Erfolges bei den Eichhornschützen Kronstetten. Foto: xih
Erika und Alois Schlagenhaufer sind die Garanten des Erfolges bei den Eichhornschützen Kronstetten. Foto: xih

Im Dachgeschoss hat der Sängerbund eine Bleibe gefunden. Auch die Krieger- und Reservistenkameradschaft kommt regelmäßig zum Schießtraining. Und auch immer mehr Geburtstagskinder und Ehejubilare buchen das Vereinsheim der Eichhornschützen für ihre Familienfeiern. Jeden Mittwoch genießen Stammgäste und Kartenspieler die Gastfreundschaft von Erika und Alois Schlagenhaufer. Im Juli 2016 haben die Eichhornschützen die verbliebenen Mitglieder des Vereins „Freischütz Schwandorf“ aufgenommen. Der Schwandorfer Schützenverein hatte sich aufgelöst.

Vom neuen Schießstand profitiert auch der Schützengau Schwandorf, der zur Austragung der Vereinsmeisterschaften früher nach Pfreimd ausweichen musste und jetzt vor Ort komfortable Verhältnisse vorfindet. Die Termine für den nächsten Gaumeisterschaften stehen bereits fest: Am 13. März 2019 treten die Auflageschützen an, 16. März die Jugend und am 17. März die Schützenklasse.

Die Schützen haben eine lange Tradition

  • Schützengau:

    Dem Schützengau Schwandorf, der heuer das 95-jährige Bestehen feiert, gehören 15 Schützenvereine an. Vorsitzender ist Karl Bachl, Sportleiter Silvio Ferrero. Der Verband ist Mitglied im Oberpfälzer Schützenbund, der heuer 120 Jahre alt wird. Zu diesem Jubiläum übertrug ihm der Deutsche Schützenbund die Austragung des Bundeskönigsschießens.

  • Bundeskönigsschießen:

    Die Könige der Jugend und der Erwachsenen aus den 20 Landesverbänden hatten dafür qualifiziert. Jeder Teilnehmer hatte 20 Schuss, der beste Teiler zählte.

  • Deutscher Schützenbund:

    Dem Verband gehören 1,4 Millionen Mitglieder in 15 000 Vereinen an. Präsdident des Oberpfälzer Schützenbundes ist Franz Brunner. (xih)

Seit 25 Jahren steht Alois Schlagenhaufer an der Spitze des Vereins mit 203 Mitgliedern. Er ist damit der dienstälteste der sieben Schützenmeister in der über 50-jährigen Geschichte des Vereins. Die Schützengesellschaft stehe für Werte wie Kameradschaft, Treue, Tradition, Zusammenhalt und Geselligkeit, so Schlagenhaufer.

Der Schießbetrieb begann 1966 mit vier Handkurbelanlagen zum Scheibentransport, die sich im Gasthaus Pirzer zwischen Nebenzimmer und Saal befanden und regelmäßig auf- und abgebaut werden mussten. 1986 zog der Verein in eine alte Stallung um und schaffte sich vier Stände mit Motorbetrieb an.

„Die Bedingungen waren nicht mehr zeitgemäß“, erinnert sich der Vorsitzende. Im „Oichhornwirt-Anwesen“ konnte kein reibungsloser Schießbetrieb mehr garantiert werden, die Rundenwettkämpfe zogen sich in die Länge. Vor zwölf Jahren fassten die Mitglieder den Beschluss für einen Neubau an der Wackersdorfer Straße. Schützenmeister Alois Schlagenhaufer blickt zurück: „Mit Disziplin und Sparsamkeit haben wir eine Schießsportstätte geschaffen, die einmalig ist im Umkreis und auf die wir alle stolz sein können“.

Alle Teile der Serie „Mein Verein“ finden Sie hier.

2007 erfolgte der erste Spatenstich. Zwei Jahre später wurde das neue Schützenheim eingeweiht. Es entstand ein 34 Meter langer und 17 Meter breiter Bau mit zehn vollautomatischen Schießständen, einer Gaststätte und Nebenräumen. „Wir haben eindrucksvoll demonstriert, zu welcher Leistung eine gut funktionierende Gemeinschaft fähig ist“, sagte Schützenmeister Alois Schlagenhaufer bei der Einweihung. Der Bau entstand vollkommen in Eigenleistung. „Wir haben alle Handwerksberufe in unserem Verein“, sagt der Vorsitzende.

Mitglieder packten fleißig an

Er konnte sich auf seine Mitglieder verlassen, die anpackten und Hunderte von ehrenamtlichen Arbeitsstunden am Bau verbrachten. Für den Neubau erhielt der Verein keinerlei Förderung. Der Grund gehört der Stadt, die ihn dem Verein auf Erbbaurechtsbasis überließ. Der Vorteil am neuen Standort: Er liegt zentral und verfügt über ausreichend Parkplätze. In der Gaststätte finden bis zu 70 Gäste Platz. Am Mittwoch und Freitag ist öffentlicher Betrieb im Vereinsheim, da gibt es auch Brotzeiten.

Ein Erfolg ist das traditionelle Nuss-Schießen vor Weihnachten. Am Christbaum hängen bis zu 70 Walnüsse, versehen mit einer Nummer. Bei jedem Treffer erhalten die Teilnehmer einen Preis aus der Tombola. Einmal im Jahr bringt der Verein das „Schützenblattl“ heraus, eine Zeitschrift mit Terminen und Informationen über das Vereinsgeschehen.

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