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Mein Verein

Seit 1874 „in Harmonie geeint“

Ob Sepp, Jupp oder Josefine: Der Name ist die Eintrittskarte in den Josefi-Verein Schwandorf. Derzeit hat er 200 Mitglieder.
Von Ingrid Hirsch

Am 19. März werden die Mitglieder des Josefi-Vereins unter Musikbegleitung wieder über den Marktplatz zur Jakobskirche marschieren. Foto: xih
Am 19. März werden die Mitglieder des Josefi-Vereins unter Musikbegleitung wieder über den Marktplatz zur Jakobskirche marschieren. Foto: xih

Schwandorf.Das berühmteste Mitglied des Josefi-Vereins ist der emeritierte Papst Benedikt. Vorsitzender Josef Andree und Schatzmeister Josef Heisler ernannten ihren Namenskollegen Josef Ratzinger im März 2006 zum Ehrenmitglied und überreichten ihm auf dem Petersplatz in Rom die Urkunde.

Daran werden sich die Mitglieder erinnern, wenn sie am 19. März im „Alten Pfarrhof“ von St. Jakob wieder Namenstag feiern. Seit der Gründung am 17. März 1874 treffen sich die Seppn, Jupps und Josefinen, um Gottesdienst zu feiern und die Geselligkeit zu pflegen. 1927 bekam der Verein eine eigene Fahne, die nun in die Jahre gekommen ist und die Vorsitzender Josef Andree restaurieren möchte. Bei der Hauptversammlung am 7. März auf dem Kreuzberg will er sich das Einverständnis der Mitglieder holen. Vor wenigen Tagen nahm der Vorsitzende mit der Fahne an der Feier des 90. Geburtstages von Pfarrer und Vereinsmitglied Josef Nickl teil.

„D’Blechschlegl’n“ spielen auf

Die Fahne aus dem Jahr 1927 will der Verein restaurieren lassen. Foto: xih
Die Fahne aus dem Jahr 1927 will der Verein restaurieren lassen. Foto: xih

Fünf Mark war einst der Mitgliedsbeitrag im Jahr, heute sind es fünf Euro. Damit kann der Verein finanziell keine großen Sprünge machen. Das Geld reicht aber auf jeden Fall, um am Ehrentag die Musik bezahlen zu können. Diesmal geben die oberpfälzischen Musikanten „D’Blechschlegl’n“ am 19. März um 8.30 Uhr am Kolpingplatz ein Standkonzert und begleiten die Namenstagskinder anschließend über die Breite und die Friedrich-Ebert-Straße zur Jakobskirche, wo Pfarrvikar Dr. Stephen Annan den Gottesdienst halten wird. Anschließend geht es zum Frühschoppen hinüber in den „Alten Pfarrhof“.

Lesen Sie auch: Das jüngste Mitglied war im März 2016 erst elf Monate alt

Dort erhält Josef Stadler die Urkunde für 50-jährige Treue zum Verein. Der damalige Vorsitzende Josef Zetl-meisl nahm ihn 1968 auf. Seitdem ist Josef Stadler jedes Jahr dabei. Er erinnert sich noch gut daran, als die Teilnehmer einmal nach dem Gottesdienst zum „Katholischen Vereinshaus“ zogen, um dort – wie jedes Jahr – gemeinsam zu feiern. Doch der Pächter hatte den Termin vergessen. Das Vereinshaus war zu. Da wechselten die Mitglieder kurz entschlossen zum „Riecherspund“, der sich über den Andrang freute und die Gäste bewirtete.

„Der Josefi-Verein möge weiter leben, gebe der Herr dazu seinen Segen.“

Josef Krempl, Ehemaliger Vorsitzender des Josefi-Vereins Schwandorf

Das ist jetzt 20 Jahre her. Seitdem hat der Verein eine neue Bleibe im Alten Pfarrhof St. Jakob gefunden. Josef Andree ist in der 144-jährigen Geschichte der zehnte Vorsitzende. Vor zehn Jahren hatte der Verein 231 Mitglieder, heute sind es noch 200. Andree bedauert, dass immer weniger Kinder auf den Heiligen Josef getauft werden. Damit gehe allmählich der Nachwuchs aus.

Als die Nazis an die Macht kamen, wurde es still um den Verein. 1940 wurde er aufgelöst. Nach dem Krieg setzte die Gemeinschaft mit 30 Mitgliedern die Tradition fort. Am 19. März 1974 feierten sie mit dem damaligen Oberbürgermeister und Schirmherrn Dr. Josef Pichl das 100-jährige Bestehen. Seit dem Jahr 2000 gibt es auch den sogenannten Josefs-Mittwoch, an dem die Mitglieder in einem Gottesdienst in der Kreuzbergkirche der verstorbenen Mitglieder gedenken.

Auf unserer Facebook-Seite können Sie abstimmen, ob der Name „Josef“ für Sie noch zeitgemäß ist:

Die Schwandorfer pflegen auch ein gutes Verhältnis zum „Josefi-Verein Klardorf“. Die Namenstagsfeier ist der Höhepunkt im Jahresprogramm. Vorsitzender Josef Andree organisiert s jedes Jahr einen Ausflug. 2017 besichtigten die Teilnehmer die Schlossbrauerei Fuchsberg.

Der Josefi-Verein gehört zu den traditionsreichsten Organisationen der Stadt. „In Harmonie geeint“, heißt es im Vereinslied, das der mittlerweile verstorbene Vorsitzende Josef Krempl geschrieben hat. Die Mitglieder sind, auch wenn sie immer weniger werden, eine verschworene Gemeinschaft, deren Mitglieder über den halben Erdball verstreut sind. Ihr Namenstag, der 19. März, wird zum höchsten Feiertag. Und der Leitspruch, den Josef Krempl in der Josefi-Post verewigt hat, gilt dabei nach wie vor: „Der Josefi-Verein möge weiter leben, gebe der Herr dazu seinen Segen“.

Drei bekannte Seppeln:

Bischöflich-Geistlicher Rat Josef Nickl oto: xih
Bischöflich-Geistlicher Rat Josef Nickl oto: xih

Bischöflich-Geistlicher Rat Josef Nickl feierte am 1. März den 90. Geburtstag. Der pensionierte Studiendirektor freute sich über die Glückwünsche des Vorsitzenden Josef Andree, der mit der Vereinsfahne zum Gottesdienst in der Hauskapelle des Elisabethenheims kam.

Josef Andree  Foto: xih
Josef Andree Foto: xih

Josef Andree ist seit zehn Jahren Vorsitzender des Josefi-Vereins mit 200 Mitgliedern. Ihm gelang es am 29. März 2006, bei einer Audienz an den inzwischen emeritierten Papst Benedikt heranzukommen, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen und ihm die Urkunde zu überreichen.

Josef Stadler  Foto: xih
Josef Stadler Foto: xih

Josef Stadler wird bei der Feier am 19. März für 50 Jahre Treue zum Josefi-Verein geehrt. Er erinnert sich noch gut an die Anekdote, als die Mitglieder nach der Kirche vor verschlossenen Vereinshaus-Türen standen und zum geselligen Teil zum „Riecherspund“ umziehen mussten.

Alle Teile der Serie „Mein Verein“ finden Sie hier.

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