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Jubiläum

Meßnerskreither leben die Tradition

Der Burschenverein „Philadelphia“ feierte sein 140-jähriges Bestehen. Das Gründungsfest zeugte von großem Zusammenhalt.
Von Norbert Wanner

Ein nicht endend wollender Block aus Festdamen, Burschen und Ehrenmitgliedern des Jubelvereins marschierte an der Spitze. Foto: Norbert Wanner
Ein nicht endend wollender Block aus Festdamen, Burschen und Ehrenmitgliedern des Jubelvereins marschierte an der Spitze. Foto: Norbert Wanner

Maxhütte.Drei Tage lang feierte der Burschenverein „Philadelphia“ sein 140-jähriges Bestehen. Glanzpunkt der Feierlichkeiten war der Festsonntag mit einem prächtigen Festzug durch die Straßen der Ortsteile Rappenbügl und Haidhof, gesäumt von sehr vielen Zuschauern.

Begonnen hatten die Feierlichkeiten am Freitag mit dem Bieranstich durch Landrat Thomas Ebeling. Zum Auftakt gab der Vorsitzende des Jubelvereins, Leonhard Feuerer, Einblicke in das angespannte Nervenkostüm, das sicher nicht nur ihn während der Vorbereitungen begleitet hatte. Ein Fest in dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen, sei in heutiger Zeit ein „schwieriges Unterfangen“.

300 Helfer für den Jubelverein

Die immer zahlreicher werdenden Auflagen, die unzähligen Stunden der Planung, die Aufgabe, eine große Zahl freiwilliger Helfer zu finden – das seien nur ein paar der vielen Hürden auf dem rund zwei Jahre dauernden Weg zum Jubelfest gewesen. Ein großer Dank des Vorsitzenden ging an die rund 300 Helferinnen und Helfer, die rund um die Festtage im Einsatz waren. Aber auch den zweiten und sicher wichtigeren Aspekt, vergaß Feuerer nicht.

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Das Jubiläum des Burschenvereins Meßnerskreith

Die Freude, die bei den Vorbereitungen zum Fest spürbar war, die „immense“ Unterstützung durch die Ehrenmitglieder, weil alle denselben Gedanken im Kopf gehabt hätten: „Jinga kumma nimma zam!“. Diesen Aspekt des Zusammenhalts betonte auch Festmutter Inge Wagner in ihrer Ansprache. Sie erinnerte daran, dass bei Festzügen an denen „Philadelphia“ in den vergangenen Monaten teilnahm, viermal der Meistpreis, mit jeweils über 120 Leuten geholt worden war. „Das ist wirklich beeindruckend und sowas habe ich noch nie erlebt.“ „Mein großer Respekt gilt den Burschen, mit ihren Mitgliedern, den Festdamen und allen helfenden Händen, die dieses Großereignis auf die Beine gestellt und dafür viel Freizeit geopfert haben.“

Nachdem offiziellen Teil lautete das Motto „Cubavaria“. Eine eigens aufgeschüttete Strandbar sorgte für karibisches Feeling, das bei Temperaturen über 20 Grad bis nach Mitternacht, wie von selbst kam. Die Musik der „Quertreiber“, die gelöste Feststimmung, die Mühen der Vorbereitung hatten sich gelohnt.

Wissenswertes aus der Vereinschronik

  • Vereinswappen:

    Das Signet des Burschenvereins „Philadelphia Meßnerskreith“ ist einzigartig. Obwohl mitten in der Oberpfalz angesiedelt, ist es ein goldener Anker auf grünem Grund. Das kam daher, dass sich ein ausgewanderter Bursche 1896 seiner Jugendfreunde erinnerte und aus den USA eine grüne Fahne, bestickt mit einem Anker, in die alte Heimat schickte.

  • Wiedergründung:

    Die neuere Geschichte beginnt kurios. Unter dem Deckmantel einer Partei, der KPD, fand 1946 die erste Tanzveranstaltung nach dem Krieg statt. Es folgte eine Zwangspause, weil der Verein über Nacht von den US-Besatzungstruppen wieder verboten wurde. Am 21. August 1949 folgte die erste Veranstaltung in der jungen Bundesrepublik Deutschland. (bxh)

Am Tag zwei stand ganz das Motto, „Jinga kumma nimma zam“ im Mittelpunkt. Nach dem Einholen von Festmutter, Festdamen und dem Patenverein, der „Deutschen Eiche“ aus Leonberg wurden zunächst die Preise des Philadelphia-Cups verliehen. Ab 20 Uhr hieß es: „Fetzengaudi mit den Stoapfälzer Spitzbuam“. Die Vorgabe wurde vom vorwiegend jungen Publikum im Festzelt befolgt. Zeitweise waren die Bänke der Biertischgarnituren eher als Steh- denn als Sitzplätze gefragt. Da war es umso härter, dass der Jubelsonntag schon um sechs Uhr mit dem Weckruf begann.

Ein rundum gelungenes Fest

Ein Kirchenzug führte die zahlreichen Vereine und Gottesdienstbesucher in die Pfarrkirche. Pfarrvikar Jean-Luc Kalala stellte in seiner Predigt eine Verbindung des Hochfestes nach Pfingsten, des Dreifaltigkeitssonntags zum Gründungsjubiläum her. „Die Dreifaltigkeit ist die Quelle von allem“, eben auch des Festes. Für die Zukunft wünschte der Priester den Burschen „Mokakusua“. In seiner Heimatsprache im Kongo, bedeutet das so viel wie „Viel Glück und Erfolg, auf geht‘s“.

Die Vorstände Leonhard Feuerer (li.) und Konrad Feuerer (re.) mit Schirmherrenduo Dr. Susanne Plank und Thomas Ebeling Foto: Norbert Wanner
Die Vorstände Leonhard Feuerer (li.) und Konrad Feuerer (re.) mit Schirmherrenduo Dr. Susanne Plank und Thomas Ebeling Foto: Norbert Wanner

Viel Lob gab es für den Jubelverein von Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank und Landrat Thomas Ebeling, die die Schirmherrschaft innehatten. Dr. Plank sagte, der Verein sei eine großartige Gemeinschaft, eine tolle Truppe mit vielen Ideen. Allein schon die originelle Werbung für das Fest mit Videoclips der Burschen habe das gezeigt. Der Burschenverein „Philadelphia“ bereichere das Dorfleben, pflege den Zusammenhalt und bewahre die Tradition. Landrat Thomas Ebeling schloss sich dem an und wünschte dem Verein noch eine lange, positive Zukunft.

Viele gute Wünsche gab es auch von Jonas Meier, dem Vorsitzenden des Patenvereins. Er versprach, dass beide Vereine auch in Zukunft in Kameradschaft und Freundschaft verbunden blieben. Eine mehr als positive Bilanz zog Feuerer zum Jubelfest. Stimmung, Besuch, das ganze Wochenende sei hervorragend gewesen.

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