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Stadtumbau schreitet voran

Der Neunburger Bürgermeister Birner und Geschäftsleiter Hartl ziehen eine Bilanz der Innenstadtentwicklung seit 2013.
Von Roland Thäder

Im Zuge der Umgestaltung des Jobplatzes wird sich das Gesicht der Innenstadt völlig verändern.Foto: Thäder
Im Zuge der Umgestaltung des Jobplatzes wird sich das Gesicht der Innenstadt völlig verändern.Foto: Thäder

Neunburg. Dass der Teufel im Detail steckt, ist allgemein bekannt und im Besonderen gilt dies für die Stadtentwicklung. Hier gibt es viele Interessen, die teilweise kollidieren und nur schwer unter einen Hut zu bekommen sind. Gerade beim Thema Alt- und Innenstadt hat sich das in Neunburg in den vergangenen Jahren immer wieder bewahrheitet.

Ein weniger gelungenes Beispiel für die Altstadtsanierung. Foto: ro
Ein weniger gelungenes Beispiel für die Altstadtsanierung. Foto: ro

Damit nicht viele Köche den Brei verderben – um ein weiteres Sprichwort zu bemühen – bedarf es oft intensiver und langwidriger Verhandlungen zwischen der Stadt, den Parteien und Behörden. Da kann für den Außenstehenden der Eindruck entstehen, dass Stillstand herrscht, wo in Wirklichkeit keiner ist. Aber der Fortschritt ist bekanntlich eine Schnecke. Die Diskussion hatte sich im Zuge der Ansiedlung des Pfalzgrafencenters noch verschärft. Die MZ nimmt das zum Anlass, in einer Reportageserie diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die sich für den Standort Zentrum entschieden haben.

Das Zentrum ist begehrt

Zum Auftakt der Serie führte der zuständige Redakteur unseres Medienhauses dazu ein Gespräch mit Bürgermeister Martin Birner und dem Geschäftsleiter Peter Hartl. Beide haben sich in den vergangenen fünf Jahren stark in diesem Bereich engagiert. Dies soll der Serie einen Rahmen geben und Hintergründe beleuchten.

Geschäftsleiter Peter Hartl (li.) und Bürgermeister Martin Birner mit der Karte der zum Verkauf stehenden Immobilien in der Innenstadt. Foto: ro
Geschäftsleiter Peter Hartl (li.) und Bürgermeister Martin Birner mit der Karte der zum Verkauf stehenden Immobilien in der Innenstadt. Foto: ro

„Das Interesse an Immobilien und Grundstücken in der Innenstadt hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Für alle Immobilien, die sich im Eigentum der Stadt befinden, gibt es mehrere Interessenten“, betonen Birner und Hartl im Gespräch mit der MZ. Der Immobilienboom und die niedrigen Zinsen sind ein Grund dafür, ein anderer liegt in verbesserten steuerlichen Abschreibungs- und den städtebaulichen Fördermöglichkeiten.

An diesem Anwesen Am Bügerl ist in Sachen Sanierung wohl Hopfen und Malz verloren. Foto: ro
An diesem Anwesen Am Bügerl ist in Sachen Sanierung wohl Hopfen und Malz verloren. Foto: ro

So habe die Stadt das Kommunale und das Geschäftsflächen-Förderprogramm zusammengelegt. Hier sei eine Förderung von bis zu 70 000 Euro bei einem 30-prozentigen Eigenanteil des Bauherren möglich. Der Abschreibungszeitraum für Investitionen wurde von 50 Jahren auf zehn bis zwölf verkürzt, nannte Hartl ein Beispiel. Darüber hinaus wurden viele Parkplätze gebaut. Aktuell steht der Bau einer Carportanlage mit rund 30 Plätzen für Anwohner und Mitarbeiter in der Vorstadt an. Rund 15 Projekte wurden in den vergangenen fünf Jahren in der Altstadt gefördert und etwa fünf seien in der Pipeline. Für den „Hirschenwirt“ werde derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt u.v.m. Den Auftakt für die Umgestaltung des Rathauses werde voraussichtlich im Winter mit dem Abbruch des Anwesens Im Berg 7 begonnen. Für die Neugestaltung des Schrannenplatzes laufen noch Verhandlungen.

Der Verkauf der städtischen Immobilien (Pension Rieder, Bäckerei Hösl, ehemalige Raiffeisenbank, Rot-Kreuz-Haus) am Jobplatz soll nach der Umgestaltung desselben vonstattengehen. Der Baubeginn sei für nächstes Jahr geplant, bis dahin sollten die Behörden die Planung abgesegnet haben. Gerade hier zeige sich, wie zeitaufwendig und kompliziert die Abstimmung zwischen den Beteiligten, wie Regierung, Staatlichem Bauamt, Städtebauförderung, Stadt und Immobilienbesitzern sei. In dem Zusammenhang soll auch die Engstelle zwischen der Pension Rieder und der ehemaligen Raiffeisenbank beseitigt werden. „Es hat Jahrzehnte gedauert, bis der Knoten geplatzt ist. Vor eineinhalb Jahren konnten wir uns gar noch nicht vorstellen, das ganze Eck zu bekommen“, so Birner.

Kleine Wohnungen sind gesucht

In Neunburg gebe es zusätzlich einen großen Bedarf an kleinen Wohnungen für Mitarbeiter der prosperierenden Unternehmen. In diesem Kontext sei es wichtig, junge Leute in die Innenstadt zu locken und das gastronomische Angebot weiter zu verbessern. „In der Altstadt haben wir das Problem, dass nicht alle, die vermieten oder verkaufen könnten, dies auch wollen. Ansonsten gäbe es das Thema gar nicht“, sagen Birner und Hartl. Die Stadt habe seitdem eine Reihe von Leerständen vermittelt, dies zeige, dass das Vertrauen vorhanden sei (Netto, Baumarkt, Tankstelle mit Café etc.). „Wir starten nach den Sommerferien mit allen Leerständen, deren Besitzer bereit sind, zu vermieten, eine neue Offensive“, so Birner. Das Fazit der Stadtspitze für die Innenstadtentwicklung fällt daher positiv aus. Nur in einem Punkt geben sie sich keiner Illusion hin: Großflächigen Handel werde es in die Altstadt nicht mehr geben.

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