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Alles unter Dach und Fach

Der Handwerker Alexander Schneider hat in der Neunburger Hauptstraße 67 neben dem Elternhaus seine neue Firma IVM gegründet.
Von Roland Thäder

  • Alex Schneider vor seiner neuen Firma in der Hauptstraße 67Foto: Thäder
  • Nicht einsehbar: ein Anbau im Hof mit Grill und Planschbecken Foto: ro

Neunburg. Wer an dem Haus Nummer 67 vorbei geht und einen Blick ins nüchtern gestaltete Schaufenster Sanitär- und Heizungs-Installationsgeschäft Schneider wirft, kommt nicht auf die Idee, dass sich hinter der Fassade ein äußerst breit aufgestellter Handwerksbetrieb versteckt. Als der Reporter unseres Medienhauses eintrifft, werden gerade 14 neue Fenster für das Obergeschoß angeliefert.

Alexander Schneider hat in der Hauptstraße mit seinem Bruder Jürgen die neue Firma IVM Schneider Industrieservice – Versorgungstechnik – Metallverarbeitung gegründet. Mittlerweile wurde auch ein Online-Shop aufgebaut. Foto: ro
Alexander Schneider hat in der Hauptstraße mit seinem Bruder Jürgen die neue Firma IVM Schneider Industrieservice – Versorgungstechnik – Metallverarbeitung gegründet. Mittlerweile wurde auch ein Online-Shop aufgebaut. Foto: ro

Alexander Schneider, dessen Elternhaus Nummer 65 in direkter Nachbarschaft liegt, hat im vergangen Jahr das Anwesen gekauft und dort mit seinem Bruder Jürgen die neue Firma IVM Schneider Industrieservice – Versorgungstechnik – Metallverarbeitung gegründet. Nebenbei wird das Haus saniert. Alex Schneider der sechs Mitarbeiter hat, ist mit seinem Team in ganz Süddeutschland und Österreich unterwegs, um Verpackungsanlagen zu reparieren, sich um Dampfanlagen oder Kältetechnik in Industrieanlagen zu kümmern oder Gebäude mit neuen Leitungen und sanitären Einrichtungen auszustatten.

Ein Leben in der Altstadt

Edeka und die die Schwandorfer Fleisch- und Wurstfabrik Wolf zählt er genauso zu seinen Kunden, wie das Krankenhausunternehmen der Barmherzigen Brüder. Für den Standort in der Neunburger Altstadt hat er sich entschieden, weil er dort von Geburt an lebt. Aber ist das der richtige Platz für ein so anspruchsvolles wie vielfältiges Arbeitsumfeld, das auch ein großes Lager benötigt? Die Diskussion um die Entwicklung der Alt- und Innenstadt hatte sich im Zuge der Ansiedlung des Pfalzgrafencenters, verschärft. Die MZ nimmt das zum Anlass, in einer Reportageserie diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die sich für den Standort Zentrum entschieden haben.

Wohnen und Leben in der Altstadt hat seinen ganz eigenen Charme. Alex Schneider lebt von Geburt an im Zentrum. Und architektonische Besonderheiten, wie dieses Gewölbe, haben es ihm angetan. Allerdings muss man bei der Sanierung auf Überraschungen gefasst sein. Foto: ro
Wohnen und Leben in der Altstadt hat seinen ganz eigenen Charme. Alex Schneider lebt von Geburt an im Zentrum. Und architektonische Besonderheiten, wie dieses Gewölbe, haben es ihm angetan. Allerdings muss man bei der Sanierung auf Überraschungen gefasst sein. Foto: ro

Er sei schon auf dem Sprung gewesen. In Schwandorf oder Regensburg wollte er –quasi auf der grünen Wiese – eine Halle bauen und seine Firma verlegen. „Wenn das hier nicht geklappt hätte, wären wir komplett umgezogen“, sagt er dem MZ Reporter über das Projekt Nummer 67. Dann hätte die Stadt Neunburg einen innovativen Betrieb verloren. Schneider ist ein wahrer Tausendsassa, nach der Lehre zum Elektriker bei Dorrer setzte er bei BMW den Elektroniker drauf und lernte auch noch Haustechniker. Vor zehn Jahren hat er dann seine erste Firma, CNC-Works“ gegründet.

Hinter den Fassaden der Häuser in der Hauptstraße 65 und 67 gibt es Büros, Wohnraum und Materiallager. Aber im Hof findet sich auf eine kleine Oase der Stille, wie dieser Kräutergarten, ein Planschbecken und ein Platz zum Grillen. Foto: ro
Hinter den Fassaden der Häuser in der Hauptstraße 65 und 67 gibt es Büros, Wohnraum und Materiallager. Aber im Hof findet sich auf eine kleine Oase der Stille, wie dieser Kräutergarten, ein Planschbecken und ein Platz zum Grillen. Foto: ro

In der Altstadt stört ihn vor allem der Parkplatzmangel. Deswegen würde er auch gerne das benachbarte Fleischmannanwesen kaufen und dort Parkplätze anlegen. Aber bislang habe er mit Michael Fleischmann noch nicht persönlich darüber verhandelt, sondern sich nur an die Stadt gewandt. Michael Fleischmann bestreitet, dass er über den Verkauf mit Schneider verhandelt hat.

Tece stellt besondere Toilettensysteme her. Foto: ro
Tece stellt besondere Toilettensysteme her. Foto: ro

Ein Manko sei natürlich, dass man bei der Sanierung eines Altbaus nie genau wisse, was auf einen zukäme. So sei der Dachstuhl von Hand eingezogen worden, weil für einen Kran kein Platz war. Vor einigen Jahren hat er bereits sein Elternhaus saniert. Wenn man dabei allein auf die Kosten schaue, könne man auch fast zwei neue bauen. Von den neuen Fenstern erhofft sich Schneider auch mehr Lärmschutz gegen den Verkehr auf dem Kopfsteinpflaster unmittelbar vor der Haustür. Eine Fußbodenheizung soll für mehr Komfort sorgen.

Mit Stefan Rösler hat Alex Schneider sein Handwerker-Team um einen Kaufmann erweitert. Rösler kümmert sich um den Einkauf. Im Zuge der Sanierung werden neu Fenster eingebaut und es wurde eine Fußbodenheizung eingebaut, die den Komfort erhöht. Foto:ro
Mit Stefan Rösler hat Alex Schneider sein Handwerker-Team um einen Kaufmann erweitert. Rösler kümmert sich um den Einkauf. Im Zuge der Sanierung werden neu Fenster eingebaut und es wurde eine Fußbodenheizung eingebaut, die den Komfort erhöht. Foto:ro

Das System muss stimmen

Zusätzlich hat der dreifache Familienvater zusammen mit seinem Team einen Online-Shop aufgebaut und mit Stefan Rösler neben den Handwerkern einen Kaufmann für den Einkauf eingestellt. Das Sortiment ist hochwertig und Schneider legt auf eine stimmige Systemtechnik von höchster Qualität großen Wert. Deshalb arbeitet er mit deutschen Herstellern wie Tece, Rems und Sanha zusammen. Letztere Firma stellt beispielsweise als einziges Unternehmen völlig bleifreie Leitungssysteme her, was sehr wichtig für seine Arbeiten in Krankenhäusern oder auch in einem Kindergarten sei. Da müssten Grenzwerte penibel eingehalten werden.

Tece wiederum habe ein Toilettensystem mit Duschfunktion entwickelt, das sich um zwölf Zentimeter in der Höhe verstellen lässt, ohne das etwas umgebaut werden muss. Damit können sich Bauherren auf die verschiedenen Lebensphasen vom Kleinkindalter bis hin zum Hochbetagten einstellen. „Barrierefreiheit ist ein wahnsinnig wichtiges Thema im Sanitärbereich“, weiß Schneider.

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