MyMz
Anzeige

Serie

Neubau war Start für Offensive

Für Raiffeisenvorstand Thomas Stalla ist das Eingangstor zur Neunburger Altstadt ein „idealer Standort“ und nennt die Gründe.
Von Roland Thäder

„Der Standort ist ideal“, sagt Raiffeisenvorstand Thomas Stalla nach knapp einem Jahr in der neuen Filiale.Foto: Thäder
„Der Standort ist ideal“, sagt Raiffeisenvorstand Thomas Stalla nach knapp einem Jahr in der neuen Filiale.Foto: Thäder

Neunburg. Die neue Raiffeisenbank ist das Eingangstor zur Altstadt. Seit knapp einem Jahr betreuen die Neunburger Genossenschaftsbanker ihre Kunden nun im lichtdurchfluteten Neubau an der Hauptstraße. Haben sich die Erwartungen daran erfüllt? War doch die Spada Bank in Schwandorf vor einiger Zeit den umgekehrten Weg gegangen, raus aus der Altstadt, hinein in den Globus-Markt. Der Reporter unseres Medienhauses sprach darüber mit Raiffeisenvorstand Thomas Stalla.

Die Diskussion um die Entwicklung der Alt- und Innenstadt hatte sich im Zuge der Ansiedlung des Pfalzgrafencenters, das vor gut einem halben Jahr die Pforten geöffnet hat, neu entzündet. Die MZ nimmt das zum Anlass, in einer Reportageserie diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die sich für den Standort Zentrum entschieden haben.

Präsenz zeigen

„Für uns ist es eine Herausforderung, Präsenz zu zeigen und es den Kunden gleichzeitig zu ermöglichen, Bankgeschäfte komfortabel zu erledigen. Die Infrastruktur mit den Parkplätzen ist ein idealer Standort“, sagt Stalla im Gespräch mit der MZ. Der alte Standort am Jobplatz sei nicht mehr zu halten gewesen. Es sei beengt und nicht mehr zeitgemäß gewesen. Nach jedem Winter war die Fassade renovierungsbedürftig. Dann sei die Stadt Neunburg auf die Stadt zu gekommen und habe einen Tausch angeboten. „In Zeiten der Niedrigzinsphase kommt alles auf den Prüfstand“, erläutert Stalla. Da sich in den vergangenen fünf Jahren vieles im Bankgeschäft geändert habe „ist der neue Standort ein Bekenntnis zur Region“, sagt der Raiffeisenvorstand. Dass in diesem Gesamtzusammenhang dann die Filiale in Neukirchen-Balbini geschlossen wurde, sei ein Ergebnis einer Kosten-Nutzenanalyse gewesen. Schließlich lägen die Filialen Neunburg, Neukirchen-Balbini und Bodenwöhr nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Gerhard Auburger ist einer der neuen Spezialisten bei der Raiffeisenbank, hier in der Beratungszone im neuen Bankgebäude. Er ist für die Agrarsparte und regenerative Energien zuständig und stammt selbst aus einem Bauernhof.Foto: ro
Gerhard Auburger ist einer der neuen Spezialisten bei der Raiffeisenbank, hier in der Beratungszone im neuen Bankgebäude. Er ist für die Agrarsparte und regenerative Energien zuständig und stammt selbst aus einem Bauernhof.Foto: ro

Dieses Bekenntnis zur Region sei auch dem seit Jahren anhaltenden Kundenzuwachs der Neunburger Raiffeisenbank zu verdanken. Dies hänge nicht zuletzt damit zusammen, dass es der Stadt Neunburg gelungen sei, eine Wende beim Bevölkerungswachstum durch Gewerbeansiedlungen und die Familienpolitik herbeizuführen. Sei die Prognose hinsichtlich der Bevölkerung vor zehn Jahren noch negativ gewesen, so rechne die aktuelle Prognose der Bertelsmannstiftung bis 2030 in Neunburg mit Zuzügen.

Nach ein paar Wochen Kinderkrankheiten mit der Technik laufe in der nun bargeldlosen Filiale alles problemlos. Und der zwei Millionen Euro teure Neubau mit denkmalgeschütztem Gewölbekeller war der Startschuss zu einer neuen Offensive, in dem der Standort Neunburg eine bedeutende Rolle spielt. Seit dem Wochenende 21./22 Juli ist die Fusion mit der Volksbank Regensburg unter Dach und Fach. Die ehemalige Raiffeisenbank Schwandorf – Nittenau firmiert nun unter dem Namen Volksbank - Raiffeisenbank Regensburg - Schwandorf e.G. Die Bilanzsumme ist damit von 500 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen. In den Vertreterversammlungen habe es für Schwandorf Nittenau 94 Prozent und in Regensburg 100 Prozent Zustimmung gegeben. „Der Weg zur Fusion ist glatt verlaufen“, die Partner seien über das Kreditgeschäft zusammengekommen, hätten die gleiche Einstellung zu Risikobewertung und Investitionsbereitschaft an den Tag gelegt. Die Kunden bekamen neue IBAN- und Kontonummern. Geleitet wird das neue Geldinstitut nun von vier gleichberechtigten Vorständen, zwei für jede der Banken. „Die Fusion geschah nicht aus der Not heraus, sondern beide Banken sind kerngesund“, betont Stalla. Er füg hinzu: Bei gleichbleibendem Niedrigzinsniveau würden die Betriebsergebnisse in den kommenden Jahren sinken. Da wolle man die Synergieeffekte, die sich aus der Fusion ergeben, nutzen, um sich stärker als bisher möglich, zu spezialisieren. „Wir haben fünf Filialen geschlossen. Wir können uns nicht kaputt sparen“, zieht der Bankvorstand eine kurze Bilanz.

Vielmehr kämen extrem hohe Kosten auf die Bankbranche zu, wenn sie die Kundenwünsche der Zukunft erfüllen wollen. Das betreffe die Digitalisierung genauso wie den Umbau der Filialnetze. Auch die zunehmende Regulatorik sei für kleine Banken kaum mehr zu bewältigen, weiß Stalla.

Start für Video-Banking

Und nun kommt der Standort Neunburg ins Spiel. So habe die Raiffeisenbank den Neubau in Neunburg extra großzügig gestaltet und im ersten Stockwerk eine Beratungszone mit bequemen Sesseln, Sofa und einem großen Bildschirm geschaffen. Denn noch in diesem Jahr soll das „Video-Banking“ starten. Dann können sich Kunden per Video in Neunburg einen Spezialisten für ihr jeweiliges Thema live zu schalten lassen oder sich gleich von zu Hause aus – beispielsweise per Skype – beraten lassen. Eine konkrete Spezialisierung findet derzeit in Neunburg bereits auf dem Agrarsektor statt. Die alte Raiffeisenbank war zu klein dafür. Aber nun leistet sich die Genossenschaftsbank mit Gerhard Auburger einen Spezialisten für den Agrarsektor und regenerative Energien. Diese Stelle sei im Rahmen der Fusion geschaffen worden. Der 33-Jährige stammt selbst aus einem Bauernhof und kann so auf Augenhöhe mit den Kunden reden und kenne die Nöte und Trends in der Landwirtschaft. Hier gibt es nun Beratung für „alles, was in der Lebensplanung vorkommt“, freut sich der Raiffeisenchef.

Die neue Genossenschaftsbank

  • Mitarbeiter:

    Inklusive der Verbundpartner Allianz und Schwäbisch Hall arbeiten am Neunburger Raiffeisenstandort zehn Mitarbeiter. Nach der Fusion mit der Volksbank Regensburger sind es insgesamt 260.

  • Struktur:

    Die neue Volksbank-Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf wird von vier gleichberechtigten Vorständen geführt. Sie verfügt über 18 Filialen, darunter sind zwei SB-Standorte.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht