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Seibert beeindruckt bei Neujahrskonzert

Der Pianist spielte in der Schwandorfer Spitalkirche Werke von Scharwenka und Liszt. Am 23. Januar endet die Kulturreihe.
Von Ingrid Hirsch

Pianist Christian Seibert bot den Konzertbesuchern in der Spitalkirche einen Hörgenuss.  Foto: Ingrid Hirsch
Pianist Christian Seibert bot den Konzertbesuchern in der Spitalkirche einen Hörgenuss. Foto: Ingrid Hirsch

Schwandorf.Franz Liszt zählt zu den Lieblingskomponisten von Christian Seibert. Beim Neujahrskonzert am Sonntag in der Spitalkirche huldigte der Pianist dem ungarisch-österreichischen Musiklehrer und Schriftsteller mit einer Hommage und würdigte ihn als „poetischen und virtuosen Jahrhundertkomponisten“. An den Anfang seines Konzertes stellte Christian Seibert Klavierstücke von Philipp Scharwenka, einem deutschen Komponisten und Musikpädagogen. Als Vorsitzendem der Scharwenka-Stiftung sei es ihm ein Anliegen, auch dessen Stücke ins Programm aufzunehmen.

Die „Années de pèlerinage“ (übersetzt Pilgerjahre) sind eine Sammlung von 26 Charakterstücken von Franz Liszt für Klavier in drei Bänden. Sie gehen zurück auf Francesco Petrarca, dem Mitbegründer des Renaissance-Humanismus und einem der wichtigsten Vertreter der frühen italienischen Literatur. Er hinterließ in seiner Sammlung „Canzoniere“ Hunderte von Sonetten, in denen er seiner Verehrung für Laura, einer geheimnisvollen Frauengestalt, Ausdruck verlieh.

Konzertreihe

  • Tradition:

    Die Hommage an den Komponisten Franz Liszt mit dem Titel „Poesie und Virtuosität“ war bereits die neunte Auflage der „Schwandorfer Neujahrskonzerte“. Gleichzeitig war es die fünfte Veranstaltung der Reihe „Kultur in der Spitalkirche“.

  • Termin:

    Diese endet am 23. Januar mit einem Auftritt von Mulo Francel (Saxophon) und Chris Gall (Klavier) wiederum in der Spitalkirche. Das Duo präsentiert um 20 Uhr Improvisationen, feinsinnige Grooves und impressionistische Klangbilder.

Gut 500 Jahre später vertonte Liszt die Sonetten Nr. 47, 104 und 123 zu schwärmerisch-poetischen Klavierliedern und integrierte die Fassungen für Klavier solo in den 2. Band („Italien“) seiner „Années de pèlerinage“. Darunter erfreut sich das zweite Petrarca-Sonett Nr. 104 besonders großer Beliebtheit. Warum das so ist, ließ Daniela von Glasow mit ihrer literarischen Überleitung anklingen. Ein Auszug: „Fried` ist versagt mir, vergebens träum ich Schlachten; muss fürchten und hoffen, entbrennen in Schauern beben, dem stolzen Himmelsfluge folgt tief Verschmachten und kein Erlangen, kein weltumfangendes Streben“.

Zwölf Etüden von Franz Liszt

Dem literarischen folgte der virtuose Teil des Konzertes. Der Pianist brachte zwölf Etüden von Franz Liszt an einem Stück zu Gehör. „Zusammenhängend gespielt, erzielen sie die größte Wirkung“, begründete Christian Seibert den „musikalischen Marathon“. Liszts „Etudes d `execution transcendante“ gehören zu den Höhepunkten virtuoser Klaviermusik. Dieser Zyklus von zwölf Etüden aus dem Jahr 1852 ist das Ergebnis einer eigenen Überarbeitung seiner bereits 1827 und 1839 erschienenen Sammlung.

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Franz Liszt (1811-1886) war ein ungarisch-österreichischer Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und Schriftsteller mit deutscher Muttersprache. Er gilt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten unter den klassischen Komponisten.

Christian Seibert, geboren 1975 in Delmenhorst, spielt auf zahlreichen Musikfestivals und Konzerten oder gibt Soloabende, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. So gab er bereits Konzerte in Prag, London, New York, Atlanta und Dubai. Dem Neujahrskonzert gab er den Titel „Poesie und Virtuosität“. Die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus. Als Zugabe spielte der Pianist den weltbekannten ersten Satz aus Ludwig van Beethoven’s dreiteiliger Mondscheinsonate aus dem Jahr 1801.

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