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Natur

Start für ein gefährliches Unternehmen

Die Amphibien im Landkreis Schwandorf beginnen zu wandern. Auf den Straßen werden die Autos für sie wieder zur Gefahr.
Von Kristina Dauerer

Schwandorf.Wenn sich der Frühling mit zaghaften Schritten ankündigt und die Temperaturen über die null Grad Celsius-Grenze klettern, dann sind auf den Straßen im Landkreis wieder ganz besondere Verkehrsteilnehmer unterwegs. Frösche, Kröten und Molche aller Art machen sich bei den ersten frühlingshaften Anzeichen auf den Weg und ziehen von ihren Winterquartieren in die Laichgewässer um. Franz Pfeffer, Pressesprecher der Unteren Naturschutzbehörde, beschreibt den Zyklus, den die Kröten durchlaufen, folgendermaßen: „Im Herbst ziehen sich die Amphibien aus ihren Gewässern wie Weihern, Teichen oder Seen zurück und suchen vor allem im Wald Bereiche, in denen sie sich vor Feuchtigkeit und dem damit verbundenen Frost schützen können. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und der Boden sich wieder erwärmt, kommen die Kröten aus ihren Verstecken ans Tageslicht hervor. Sie orientieren sich dabei gewissermaßen an ihrer Inneren Uhr.“

Wann genau die Reise der Kröten und Frösche beginnt, hängt vom Wetter ab: Manchmal kann der Startschuss bereits im Januar fallen, in anderen Fällen verschiebt sich der Beginn auch schon mal in den März hinein. Klaus Pöhler, Vorsitzender des Bund Naturschutzes Kreisgruppe Schwandorf berichtet, dass die Krötenwanderungszeit in diesem Jahr noch nicht begonnen hat, der Startschuss dafür aber in nächster Zeit unmittelbar bevorsteht. Klimatische Bedingungen, die es für die Krötenwanderung braucht, seien laut Pöhler Feuchtigkeit und Wärme.

Die Reise in ihre Laichgebiete stellt für die Amphibien aber ein äußerst schwieriges und gefährliches Unternehmen dar. So fallen die Kröten und Frösche oft dem Straßenverkehr zum Opfer und werden von vorbeifahrenden Autos überrollt. Um die Tiere nun zu schützen, stellen viele Naturschutzgruppen wie der Bund Naturschutz in Schwandorf Krötenschutzzäune und Eimer entlang der Straßen auf. „Die Amphibien können die aufgestellten Zäune, die sie von dem Verkehr trennen sollen, nicht überwinden. Dadurch laufen sie daran entlang und fallen dann in die Eimer, die in bestimmten Abständen neben den Schutzzäunen eingegraben sind“, sagt Klaus Pöhler. Morgens und abends machen sich der Bund Naturschutz und ehrenamtliche Helfer dann immer daran, die Eimer mit den Kröten zu entleeren und die Tiere in umliegende Gewässer umzusiedeln. „Hauptsächlich Familien mit Kindern bieten uns ihre Hilfe angeboten. Wir sind auf jede Mitarbeit angewiesen und freuen uns über jeden, der sich für die Tiere engagieren möchte“, berichtet Pöhler.

Die Krötenschutzzäune, die unterschiedliche Längen aufweisen und zwischen 200 und 600 Meter umfassen, befinden sich an Stellen, die den Naturschutzverbänden aus den vorherigen Jahren als Wanderstrecken bekannt sind. Vor allem an den Staatsstraßen zwischen Pullenried – Tröbes, Nabburg – Höflarn und Trausnitz – Bierlhof seien Amphibienschutzmaßnahmen notwendig. Allein dort wurden im vergangenen Jahr 2675 Amphibien gezählt.

Insgesamt stieg die Anzahl an Kröten, Fröschen und Mulchen von 4157 im Jahr 2013 auf 4193 Tiere im Jahr 2014 an. Besonders Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche landen auf ihrem Weg zum nächsten Gewässer in den Plastikeimern.

Um die Amphibien nun vor ihrem größten Feind, dem Straßenverkehr zu schützen, hat Franz Pfeffer vom Landratsamt nur einen Tipp: „Unbedingt vorsichtig fahren und auf den entsprechenden Straßenabschnitten die Geschwindigkeit drosseln.“ So könne man den Kröten helfen, ihre Reise zum nächsten Weiher sicher zu überstehen.

Frösche, Kröten und Molche

  • Schutzmaßnahmen in der Region:

    Verkehrsabschnitte, an denen der Bund Naturschutz vermehrt Kröten und andere Amphibien registriert, sind die StStr. 2040 Nabburg-Schmidgaden, StStr. 2160 Burglengenfeld-Kallmünz, StStr. 2040 Nabburg-Höflarn, SAD 31 Pfreimd-Weihern, Gde.Verb. Trausnitz-Bierlhof und Gde.Verb. Murner-Seestraße.

  • Arten der Amphibien:

    Die Naturschutzvereine verzeichnen in der Region vermehrt Wasser-, Teich- und Seefrösche, Grasfrösche, Erdkröten sowie Bergmolche und Tauchmolche.

Überblick: Amphibienschutz im Kreis Schwandorf

Frösche und Kröten im Kreis Schwandorf

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