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Astronomie

Tor zum Weltall steht bei Dieterskirchen

Im östlichen Landkreis Schwandorf ist eine der modernsten Sternwarten Deutschlands entstanden. Immer am Freitag öffnet sich der Blick zum Himmel.
Von Daniel Pfeifer

  • Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Gebäude öffnen und das moderne Teleskop steht frei für den Blick in den nächtlichen Sternenhimmel. Foto: Pfeifer
  • Zwischen den komfortablen Sesseln der Zuschauer sitzt Hans Walbrun hinter zwei Bildschirmen und steuert das Planetarium. Foto: Pfeifer

DIETERSKIRCHEN.Seit es sie gibt, blicken die Menschen in klaren, dunklen Nächten nach oben zu den Sternen. Der eine oder andere wird auch schon versucht haben, sie alle mit dem bloßen Auge zu zählen. Keine leichte Aufgabe, bei 3000 Stück allein über der nördlichen Hemisphäre. Versuche, darüber hinaus zu sehen, gibt es bereits seit vielen Jahrhunderten. In Dieterskirchen bei Oberviechtach nahm Anfang Oktober eine nagelneue Sternwarte den Betrieb auf. Auf einem kleinen Hügel an einem der dunkelsten Orte der Region eröffnet das hochmoderne, computergesteuerte Teleskop mit einer Brennweite von 6400 Millimetern interessierten Besuchern und Hobby-Astronomen die Tiefen des Weltalls.

Observatorium zum Aufklappen

Auf eine der modernsten Sternwarten Deutschlands deutet zunächst eigentlich nicht viel hin. Am Ortsausgang von Dieterskirchen zeigt ein winziges handbemaltes Schild einen Feldweg hinauf, an einem Viehstall vorbei, zu zwei unscheinbaren Holzhäusern. David Janousch, zweiter Vorsitzender der „Sternenfreunde Dieterskirchen“, die das Observatorium betreiben, wartet an einem der beiden Würfel auf den Einbruch der Nacht.

Mit wenigen Handgriffen klappt er eine Seitenwand des Gebäudes nach oben, rollt die Süd-Front zur Seite, löst einige Halterungen und schiebt dann die komplette obere Gebäudehälfte nach hinten weg. Plötzlich steht der Innenraum inklusive Teleskop mitten im Freien. Das habe viele Vorteile gegenüber einer klassischen Kuppel-Sternwarte, erklärt Janousch. Zum einen ist der Blick auf den Himmel aus jedem Winkel möglich, zum anderen stört so das sonst übliche Luftflirren aufgrund der Körperwärme größerer Besuchergruppen nicht die Sternenbeobachtung.

Wetter ist der entscheidende Faktor

Die ersten Besucher am Freitag haben aber ganz andere Probleme. Denn trotz modernster Technik ist das Wetter immer noch der entscheidende Faktor. Und das sorgte mit dichten Wolken nach Sonnenuntergang für einen schwarzen Himmel.

Doch auch in solchen Fällen ist der Abend nicht verloren. Im zweiten Gebäude befindet sich nämlich neben einem Vortragsraum auch ein voll ausgestattetes Planetarium. An die Decke der Kuppel werfen Projektoren eine lebensechte und komplett interaktive Abbildung des Nachthimmels. Zwischen den komfortablen Sesseln der Zuschauer sitzt Hans Walbrun hinter zwei Bildschirmen, die aussehen, als wären sie direkt von der NASA geklaut. Mit hunderten Knöpfen und Reglern steuert er den Verlauf der Gestirne in Echtzeit, fliegt auf weit entfernte Planeten und erklärt nebenbei noch die Sternzeichen der nördlichen Hemisphäre. Für Walbrun wie auch für seine sechs Kollegen ist die Technik noch sehr neu. „Das Programm ist sehr komplex. Es kann viel, aber wenn man nix vom Himmel versteht, bringt es auch wenig“, erzählt der langjährige Hobby-Astronom.

Die ersten Besucher waren nichtsdestotrotz begeistert. Familie Sochor aus Neunburg hat sich bereits vorgenommen, an einem wolkenloseren Abend wiederzukommen. Zusammen mit vielen weiteren angemeldeten Gruppen, alle noch aus der näheren Umgebung. Wie es weitergeht mit der Volkssternwarte Dieterskirchen, steht noch in den Sternen.

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