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Lokalpolitik

Turbulente Marktratssitzung in Bruck

Die Brucker Grünen wollten den Klimanotstand ausrufen. Das sorgte für Diskussion. Rudi Sommer verließ vorzeitig die Sitzung.
Von Marina Wudy

Landratskandidat Rudi Sommer ist auch Gemeinderat in Bruck. Der Antrag seiner Partei stieß auf wenig Gegenliebe. Foto: Renate Ahrens
Landratskandidat Rudi Sommer ist auch Gemeinderat in Bruck. Der Antrag seiner Partei stieß auf wenig Gegenliebe. Foto: Renate Ahrens

Bruck.Hoch her ging es bei der Marktratssitzung in Bruck am Montag: Die Grünen hatten einen Antrag auf Ausrufung des Klimanotstands gestellt, der für heiße Diskussionen sorgte. Landratskandidat Rudi Sommer verließ sogar die Sitzung. Seines Erachtens nach sei die Diskussion „unterirdisch“ gewesen. Er sei mit „persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen überzogen“ worden. Außerdem hätten die anderen Fraktionen wissenschaftlich fundierte Argumente bezüglich des Klimawandels teilweise nicht gekannt oder verstanden. „Es war wirklich zum Schreien“, so Sommer.

Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt

Bürgermeister Hans Frankl hält jedoch dagegen. „Wir wissen natürlich, dass wir eine zunehmende Belastung mit Schadstoffen haben“, sagte er. „Aber wir haben keinen Klimanotstand in Bruck und brauchen keinen solchen Beschluss.“ Die Marktgemeinde würde sich schon umweltbewusst verhalten und würde im Vergleich mit anderen Orten sehr gut abschneiden. Das zeige auch die mehrheitliche Ablehnung des Antrags: 12 von 15 stimmberechtigten Mitglieder des Marktrats hatten dagegen gestimmt.

Der Klimanotstand

  • In Deutschland:

    Bisher haben 62 Städte und Gemeinden in Deutschland den Klimanotstand ausgerufen. Den Anfang machte Konstanz am 2. Mai 2019.

  • In Bayern:

    In Bayern haben bisher Erlangen, Wörthsee, Zorneding, Poing und Wolfratshausen den Klimanotstand ausgerufen. Erlangen machte den Anfang am 29. Mai diesen Jahres.

Laut des Antrags der Grünen ist der Begriff Klimanotstand nicht als Grundlage zur Einleitung von tatsächlichen Notstandsmaßnahmen zu verstehen. Er soll vielmehr verdeutlichen, wie dringend der Handlungsbedarf im Bereich der Klimaschutzmaßnahmen ist. Städte und Gemeinden, die den Klimanotstand ausrufen, setzen sich zum Ziel, bei Beschlüssen besonders auf die Klimafreundlichkeit und die Nachhaltigkeit zu achten. Das können Maßnahmen wie beispielsweise ein besserer Ausbau von Radwegen oder das Pflanzen zusätzlicher Bäume sein.

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Die Angst vor dem Klimawandel wächst. Rudi Sommer kämpft im Alltag unermüdlich für mehr Umweltbewusstsein.

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