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Wenn banale Dinge zu besonderen werden

Bei einer Schulung in Teublitz rückten Lektoren und Kommunionhelfer alltägliche Gegenstände in ein anderes Licht.
Von Werner Artmann

Die Lektoren und Kommunionhelfer zusammen mit Pfarrer Michael Hirmer (hinten, rechts) Foto: Werner Artmann
Die Lektoren und Kommunionhelfer zusammen mit Pfarrer Michael Hirmer (hinten, rechts) Foto: Werner Artmann

Teublitz.In eine andere Welt entführte Pfarrer Michael Hirmer ehrenamtlich engagierte Lektoren und Kommunionhelfer bei deren jüngster Schulung. „Wie deuten wir unsere Welt? Was erkennen wir in ihr?“, lautete die einleitende Frage des Geistlichen, anhand der er die Sakramentalität und Zeichenhaftigkeit der Welt aufzeigte.

Bezugnehmend auf das Buch von Leo Boff mit dem Titel „Kleine Sakramentenlehre“ erklärte Pfarrer Hirmer den anwesenden Ehrenamtlichen, was ein Sakrament ist. „Jeder Gegenstand kann zu einem Zeichen, zu einem Sakrament werden, wenn er auf eine größere Wirklichkeit verweist.“ So konnte für Leo Boff ein scheinbar belangloser Zigarettenstummel eine große Bedeutung erlangen, weil er der letzte war, den sein Vater geraucht hatte. „Dieser einzigartig letzte Zigarettenstummel ist zu einem Mehr geworden, zu einer anderen Wirklichkeit.“

Anhand von weiteren Geschichten und Erlebnissen zeigte Pfarrer Hirmer auf, dass scheinbar banale Gegenstände plötzlich besonders werden können, an Menschen und Erlebnisse erinnern, ja sogar Beziehung ausdrücken. „Dein Ehering ist nicht nur Edelmetall, er ist für dich einzigartig und besonders, weil hier für dich die ganze Liebe zu deiner Frau und deinen Kinder aufscheint. Das ist eine viel weitere Welt als unsere Augen sehen können.“

Aber auch Handlungen und Rituale können zu einem Symbol für etwas Größeres werden. „Wenn eine Familie sich jeden Sonntag zum Mittagessen trifft, dann ist das mehr als nur Nahrungsaufnahme, dann wird dieses Mittagessen zum Symbol der Familiengemeinschaft“. In einem weiteren Schritt zeigte Hirmer auf, dass auch ein Leben zum Sakrament werden kann. Jesus Christus wird als das Quell-Sakrament bezeichnet, weil „wir im Leben Jesus Gott erkennen. In seinem Reden und Tun wird eine neue Wirklichkeit lebendig: nämlich Gott selbst.“

Schließlich stellte der Pfarrer die Frage, wie jeder einzelne Christ zum Zeichen Gottes werden könnte. „Die lebendige Gemeinschaft der Kirche ist das eigentliche Sakrament Gottes. Durch unser Leben und Handeln sollen die Menschen erkennen, wer Gott ist“. Symbole und Zeichen, Handlungen und Riten sowie alle Sakramente bekommen erst im lebendigen Glauben Bedeutung für den Einzelnen. „Für einen Menschen, der keine Beziehung zu Gott hat, sind unsere Sakramente höchstens nette Feiern. Für einen gläubigen Menschen sind Sakramente Begegnungen mit Gott selbst, die prägen und verändern“, sagte der Geistliche.

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