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Zu Besuch auf der Baustelle

Umbau und Modernisierung erschweren die Museumsarbeit. Der Freundeskreis würdigt das Engagement von Dr. Margit Berwing-Wittl.

„Habseligkeiten“ lautet das Jahresmotto des Oberpfälzer Volkskundemuseums. Dazu zählen auch selbst gebastelte Spielzeug-Fahrzeuge aus Holzresten der US-Army in Hohenfels um 1960.  Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl
„Habseligkeiten“ lautet das Jahresmotto des Oberpfälzer Volkskundemuseums. Dazu zählen auch selbst gebastelte Spielzeug-Fahrzeuge aus Holzresten der US-Army in Hohenfels um 1960. Foto: Dr. Margit Berwing-Wittl

Burglengenfeld.Die große Bedeutung des Oberpfälzer Volkskundemuseums für die gesamte Region hat der stellvertretende Bezirksheimatpfleger Florian Schwemin bei der Jahresversammlung des Freundeskreises des Museum betont. Dank der qualifizierten Arbeit gingen immer wieder wichtige Impulse von Burglengenfeld aus.

Im Gasthaus „Zum Jozef“ würdigte Gudula Hoffmann-Kuhnt anlässlich dieser möglicherweise letzten Sitzung mit der Museumsleiterin die Arbeit von Dr. Margit Berwing-Wittl. Unzählige Kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellungen, Initiativen auch außerhalb des Museums und immer wieder neue Ideen zur Belebung des Kulturlebens seien von ihr ausgegangen. Ein Gedicht und ein großer Blumenstrauß vollendeten die Lobesrede.

Schriftführer Friedrich Gluth verlas den Jahresbericht der beiden Vorsitzenden Evi Dams und Gerlinde Mitchell für 2018 und 2019. In beiden Jahren war der Höhepunkt des Vereinslebens der Besuch der Bayerischen Landesausstellung – 2018 in Kloster Ettal und im Stadtmuseum Penzberg und 2019 in Regensburg im neuen Museum der Bayerischen Geschichte. Der Museumsverein freute sich dabei über rege Beteiligung. Auch beim Internationalen Museumstag, bei den Konzerten, Vorträgen, Führungen und der alljährlichen Museums-Rallye für Kinder und Jugendliche hat sich der Freundeskreis aktiv beteiligt und eigene Beiträge geleistet. Dem Kassier Matthias Prüll wurde für seine tadellose Kassenführung einstimmig Entlastung erteilt.

Derzeit keine Sonderausstellung

Der Jahresbericht von Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl fiel naturgemäß ausführlich aus. Sie wies darauf hin, dass seit dem Jahreswechsel 2018/19 wegen der laufenden Umbau- und Modernisierungsarbeiten keine Sonderausstellungen mehr stattfinden konnten. Dieses wichtige Element der Museumsarbeit, das je nach Kunstrichtung und Thema immer wieder neue Interessenten anlockt, musste entfallen. Trotzdem habe das Museum auch in den vergangenen Monaten mit spannenden Veranstaltungen sein Publikum zum „Besuch auf der Baustelle“ motivieren können. Besonders groß war das Interesse bei Führungen in den neu geschaffenen Abteilungen zur Stadtgeschichte und zum genialen Baumeister Johann Michael Fischer sowie in der Sudetendeutschen Heimat-stube. Gerade hier setzten sich die Besucher mit dem Jahresmotto „Habseligkeiten“ intensiv auseinandersetzen und berichteten über eigene Erfahrungen und Erlebnisse.

Neuwahl verschoben

  • Krankheitsfälle:

    Die laut Tagesordnung angesetzte Neuwahl musste verschoben werden, da mehrere Mitglieder des Vorstands wegen akuter Krankheitsfälle nicht teilnehmen konnten.

  • Eigener Termin:

    Einstimmig beschloss die Versammlung, die Wahlen erst im neuen Jahr in einer eigenen Veranstaltung durchzuführen.

Ein Schwerpunkt wurde 2018 und 2019 der museumspädagogischen Aus- und Weiterbildung gewidmet. Grund- und Mittelschulreferendare aus der ganzen Oberpfalz kamen ebenso wie Studierende der Volkskunde und Europäischen Ethnologie der Universität Regensburg oder die Teilnehmer eines Zertifikatskurses Museumspädagogik der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Alle zeigten sich beeindruckt von der außergewöhnlichen Spezialität des Burglengenfelder Museums, wo man nicht nur mit historischen Werkzeugen und Alltagsobjekten aktiv arbeiten und so Geschichte lernen kann, sondern wo vor allem auch eine thematisch gelungene Kombination zwischen Museum und Stadt im Rahmen von Führungen und Außenaktionen herausgearbeitet wird. Diese Erfahrung haben auch die Museumsleiter, Heimat- und Archivpfleger des Landkreises Schwandorf gemacht, die mit Landrat Thomas Ebeling und Kulturreferent Franz Pfeffer in Burglengenfeld zu Gast waren

Oft nur mit Einschränkungen

Über die personellen und finanziellen Probleme im Zusammenhang mit der Museumsneugestaltung berichtete Dr. Berwing-Wittl ebenfalls, wodurch oft Verzögerungen und Einschränkungen entstehen und Veranstaltungen nicht in der Größe und dem Umfang realisiert werden können, wie es von den Künstlern, Ausstellungspartner und den Besuchern gewünscht wird. Mit einigen Anregungen, um die wertvolle Arbeit fortzusetzen und neue Besuchergruppen zu begeistern, endete die harmonische Jahresversammlung des Freundeskreises des Oberpfälzer Volkskundemuseums.

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