1:4 – Spiel fand überraschend statt
Busheizung defekt und die Defensive nicht auf Betriebstemperatur: ASV Cham in Würzburg kalt erwischt

03.12.2023 | Stand 03.12.2023, 16:48 Uhr

Der ASV Cham ( hier in weißen Trikots im Spiel gegen Hankofen-Hailing) mussten am Wochenende im gegenstaz zu allen anderen Amateurmannschaften aus der Oberpfalz ran. Foto: Tschannerl

Der ASV Cham war am Wochenende als einzige Amateurmannschaft aus der Oberpfalz im Punktspielbetrieb im Einsatz. Trotz schwerer Schneefälle in ganz Bayern konnte die Partie in der Bayernliga Nord beim Würzburger FV stattfinden. Die Mannschaft von Trainer Faruk Maloku unterlag mit 1:4 (1:2) und musste auch ansonsten einige Rückschläge einstecken.

Als die Mannschaft des ASV Cham am frühen Samstagmorgen vom Kappenberger Sportzentrum aus die weite Reise in die Mainmetropole nach Würzburg antrat, konnte man sich eigentlich noch gar nicht vorstellen, dass dort an diesem Tag gespielt werden konnte. In der Kreisstadt hatte es nämlich wie in vielen anderen weiteren Teilen Bayerns über nach soviel geschneit, dass an eine Austragung einer Partie überhaupt nicht zu denken gewesen war. Der ansonsten komplette, zu diesem ersten Adventswochende noch angesetzte 24. Spieltag in der Bayernliga Nord wurde wegen den Witterungsverhältnissen daher bereits am Freitag abgesagt.

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Sogar dem Teambus schien es an diesem Morgen zu dieser gut 250 Kilometer anstehenden weiten Auswärtsfahrt etwas zu frostig gewesen zu sein, sodass sogar kurzfristig auch noch die Heizung versagte und sich die Spieler mit allen an verfügbaren Decken und Wärmejacken, die an Bord waren einmummen mussten um so die vier Stunden Hin- und Rückfahrt an diesem Tag wenigstens wärmedämmtechnisch einigermaßen gut überstehen zu können. Co-Trainer Tim Haberl schaffte es zudem nicht mehr rechtzeitig zur Abfahrt, da er bei der Anreise von zu Hause aus auf der Strecke steckengeblieben war.

Bedingungen überraschten

Je weiter es aber schließlich aus der Oberpfalz und Mittelfranken hinaus Richtung Unterfranken ging, desto überschaubarer wurden die Schneeverhältnisse. Auf der Sepp-Endres-Sportanlage angekommen, fand man sogar Bedingungen vor, die zu dieser Jahreszeit eigentlich ungewöhnlich waren. Der Hauptplatz war zwar leicht gezuckert und ein wenig gefroren, aber ansonsten gut bespielbar. Neben den verletzten Ilhami-Ediz Medineli und Jakub Hrudka sowie den in den USA weilenden Paul Hansen musste ASV-Trainer Faruk Maloku auch noch kurzfristig auf seinen Abwehrchef Michael Plänitz wegen muskulärer Problemen, sowie den erkrankten „Cigi“ Özlokman verzichten. Michael Lamecker, der am vergangenen Wochenden im Heimspiel gegen die SpVgg Hankofen aus privaten Gründen gefehlt hatte, stand dafür aber wieder zur Verfügung.

Obwohl das insgesamt sehr positive Spieljahr des ASV Cham, mit dem Abschneiden auf Platz sieben in der Vorsaison sowie mit dem jetzigen Tabellenstand auf Rang vier bislang eigentlich recht gut gelaufen war, sollte das letzte Spiel vor der Winterpause dann doch noch mit einer kleinen Enttäuschung enden. Vor allem eine schwache Defensivleistung und zu wenig Durcschlagskraft in der Offensive waren an diesem Tag mit ausschlaggebend, dass der Tabellenvorletzte den Rot-Weißen die fünfte Saisonniederlage in dieser Spielzeit zufügen konnte.

Das Gastspiel in Würzburg war für die Oberpfälzer schon nach bereits drei Minuten ungünstig losgegangen. Nach einem Eckball über die rechte Seite, war die Chamer Hintermannschaft so dermaßen unsortiert, dass sich Moritz Gündling freilaufen konnte und den Ball per Kopf zum 1:0 über die Linie drückte (3.). Dieser Treffer sollte den Hausherren natürlich in die Karten spielen. In der 23. Minute sollte Björn Zempelin nach sehenswerter Einzelleistung ein wunderschöner Treffer gelingen, der aber keine Anerkennung fand, weil der Linienrichter in dieser Situation eine Abseitsstellung gesehen haben wollte.

Die „Nullvierer“ versuchten ihre Angriffsformation immer wieder mit weiten Bällen in Szene setzen können. Und so war es auch in der 27. Minute der Fall, als eine dieser Vorgaben ihres neuen Trainers Philipp Eckart zum zweiten Mal zum Erfolg führen sollte. Fabio Hock war durchgestartet und legte den Ball an Peutler vorbei zum 2:0 in die Maschen der Gäste. Die Chamer versuchten trotz des zwei Tore Rückstandes weiter ihr bestes und kamen nur eine Minute später nach einer missglückten Linksflanke durch Simon Haimerl zu einem Lattentreffer.

Anschluss kurz vor der Pause

Kurz vor der Pause sollte der Maloku-Elf dann doch noch der Anschlusstreffer gelingen, als nach einem Freistoß der Ball auf Voigt gespielt wurde, dieser das Leder vor das Tor brachte und Marco Pfab den Ball zum 2:1 über die Linie drückte (37.).

Doch nur wenige Minuten nach der Pause gab es bei den ohnehin schon recht frostigen Temperaturen gleich die nächste Dusche für den ASV Cham. Paul Obrusnik wurde über die linke Seite mit einem erneuten weiten Ball auf die Reise geschickt. Dieser ließ im Laufduell Felix Voigt abblitzen und hämmerte den Ball zum 3:1 Würzburger Führungstreffer in die Maschen der Gäste (52.). In der Nachspielzeit kam es nochmals zu einer Kontersituation, die der eingewechselte Julian Wild zum 4:1 Endstand vollendete (90.+1).

ckm