Auch von Störfeuern nicht aufzuhalten
Pöbeleien durch Ansbacher Fans und Verletzung stoppen Vilzinger Erfolgslauf nicht – Entwarnung bei Kufner

19.09.2023 | Stand 19.09.2023, 15:42 Uhr
Thomas Mühlbauer

Weiter oben dabei: Durch den 3:1-Sieg in Ansbach bleibt die DJK Vilzing (schwarz-gelbe Trikots) auf Platz zwei der Regionalliga Bayern. Foto: Thomas Mühlbauer

Es ist schwer in Worte zu fassen, was die DJK Vilzing derzeit in der Fußball-Regionalliga Bayern abliefert. Denn gerade einmal zehn Partien sind in der vierten Liga absolviert und die zweitbeste Mannschaft Ostbayerns hat schon 24 Punkte gesammelt.

Jeder dieser Erfolge, so wie auch der 3:1 (2:0)-Auswärtssieg am vergangenen Samstag bei der SpVgg Ansbach ist wichtig, um möglichst früh das anvisierte Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Man muss auch kein großer Prophet sein, um zu wissen, dass dieser hervorragende Saisonstart den sportlichen Leitern Roland Dachauer, Andreas Bugl und Sepp Beller viele Möglichkeiten eröffnen, um wieder einen hochkarätig besetzten Kader für das nächste Jahr zusammenstellen zu können. Bekanntlich werden bereits im Herbst, Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt. In dieser Hinsicht ist die bisherige Punkteausbeute für die Verantwortlichen der DJK sicherlich ein gutes Argument.

Doch zurück zum Samstag: Dieser 3:1 (2:0)-Erfolg bei der SpVgg Ansbach schmeckte den Schwarz-Gelben besonders gut, war er doch von vielen Umständen begleitet worden. Da wären zum einen die Sticheleien der 09er und ihrer Fans vor und während des Spiels und zum anderen die Kopfverletzung von Kapitän Christian Kufner. Trainer Josef Eibl sagte nach dem Spiel: „Das Spiel war umkämpft. So kann man die Partie auf den Punkt bringen.“

Extramotivation für die DJK

Das die DJK eine Portion Extramotivation mit auf das Feld brachte, erklärte der Trainer so: „Ansbach probiert es immer wieder mit Sticheleien im Vorfeld. Wir mussten uns so viel Mist anhören, was auch gar nicht stimmt.“

Bis zur Pause sah Eibl eine verdiente 2:0-Führung seiner Truppe, die durch Andreas Jünger sogar noch einen dritten Treffer hätte nachlegen können. Nach dem Spiel musste Eibl zugeben, dass seine Mannschaft in den ersten 25 Minuten nach Wiederbeginn richtig leiden musste. „Am Ende des Tages war es aber dennoch ein verdienter Sieg, weil wir unsere Chancen einfach eiskalt genutzt haben“, so der Vilzinger Trainer zusammenfassend.

Nachdem sich Kapitän Kufner verletzt hatte, attestierte Eibl seiner Mannschaft eine kurze Schockstarre. Unter anderem musste mit Mario Kufner, der ebenfalls auf dem Rasen stand, der eigene Bruder mit ansehen, wie der Kapitän blutüberströmt auf dem Feld lag. Letztlich hatte Christian Kufner allerdings Glück im Unglück und zog sich lediglich einen Cut über dem Auge zu. Der befürchtete Bruch – zum Beispiel des Jochbeins – blieb aus.

Dass sich die DJK ab etwa der Mitte der zweiten Hälfte wieder befreien konnte, war für Eibl wichtig, denn über 45 Minuten hinweg hätte seine Mannschaft dem Druck der Hausherren wohl nicht standhalten können. „Man hat aber gemerkt, wie nach der sensationellen Putz-Parade ein Ruck durch die Mannschaft ging und wir wieder mutiger nach vorne verteidigt hat“, so der DJK-Coach.

Eibl und sein Co-Trainer Matthias Graf lernten in den 90 Minuten von den Ansbacher Anhängern, die direkt hinter ihnen standen, darüber hinaus noch einige neue Schimpfwörter und Beleidigungen kennen. Eibl hat auch dazu eine klare Meinung: „Das ist hausgemacht, das kommt vom Ansbacher Trainer Hasselmeier, der immer wieder mit finanziellen Sachen daherkommt. Wenn man uns vergleicht, sind wir da wohl im unteren Drittel angesiedelt.“ Im vergangenen Jahr warfen die Ansbacher Fans unter anderem sogar Vilzing Dollars aufs Spielfeld. Eibl kann sich diese Aktionen nur so erklären: „Vermutlich hängt da einfach noch viel nach, nachdem wir sie zweimal zum Ende der Saison in die Relegation geschickt haben.“ Dass dies einen Rattenschwanz nach sich zieht, ist für Eibl selbsterklärend: „Diese Stimmung schlägt sich auch auf die Fans um. Das muss einfach nicht sein.“

Einer, der am Ende der Partie das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekam, war Martin Kauschinger, der als Joker das wichtige 3:1 schoss. Eibl sagte dazu: „Das freut mich extrem für ihn. Er war letztes Jahr lange verletzt, hat sich dann extrem schwergetan, dass er den Anschluss wiederfindet. Aber er hat vor der Saison gesagt, er will bleiben und sich durchsetzen. So bekommt er auch zurecht seine Einsätze.“

Erstes Regionalliga-Tor

Der Torschütze selbst, wollte seine Leistung und seinen Treffer derweil nicht zu hoch gehängt wissen: „Es ist umso schöner, wenn ich mit meinem Treffer den endgültigen Unterschied ausmachen kann. Ich freue mich einfach riesig darüber, weil es auch mein erstes Regionalliga-Tor war.“ Doch damit wollte es der Joker auch schon belassen. Denn bedeutender für ihn war: „Wenn ich der Mannschaft damit so helfen kann, dann ist das viel wichtiger.“ Dass er den Ball zugespielt bekam, war in dieser Situation für Kauschinger eine 50:50-Situation, denn mit ihm lief auch noch Benedikt Fischer mit auf das Ansbacher Tor zu. „Der Müller ist ein super Spieler, der kann solche Situationen ausspielen. Mich freut es, dass er mir den Ball zugespielt hat“, bekannte Kauschinger mit einem Augenzwinkern und fügte an: „Als er mir den Ball zugespielt hatte, war es auch meine Pflicht, dass ich den reinhaue.“