Bayerische U17-Hallenmeisterschaft
„Profis von morgen“ beim Hallenspektakel in Roding: Lokalmatador ASV Cham enttäuscht

05.02.2024 | Stand 05.02.2024, 5:00 Uhr
Reinhard Schreiner

Die U17 des ASV Cham (hier gegen Fürstenfeldbruck) wurde lediglich Vierter in der Gruppe. Foto: Simon Tschannerl

Ein sportlicher Leckerbissen wurde den Fußballinteressierten am Samstag in der Rodinger Dreifachturnhalle geboten. Die Verantwortlichen der Fußballabteilung der SpVgg Mitterdorf richteten dort die bayerische Hallenmeisterschaft der U17-Junioren aus.

Das Turnier mit den zehn bayerischen Bezirkssiegern versprach ein Hallenspektakel der Extraklasse. Turnierleiter Schmalz bemerkte, dass man auch im Sport ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen wolle. „Wir sind die Masse. Nie wieder ist jetzt!“, wurde von den Zuschauern mit Applaus bedacht.

Unter den zehn Mannschaften waren einige klangvolle Namen, aber auch aus der Region schafften es Teams in die Endrunde. In der Gruppe B bekam es TSV Kareth-Lappersdorf mit den JFG Kinsachkickers, SpVgg Bayern Hof, SpVgg Ansbach und FT München Gern zu tun. Die Landkreisfarben hoch halten wollte der ASV Cham, der praktisch als Lokalmatador ins Rennen ging und auf SC Fürstenfeldbruck und die Bezirksoberligisten JFG GW Frankenwald, TSV Schwaben Augsburg und 1. FC Sand am Main traf.

Im Eröffnungsspiel neutralisierten sich der SC Fürstenfeldbruck und der 1. FC Sand am Main mit einem torlosen Remis. Im Spiel TSV Kareth-Lappersdorf gegen den Underdog Kreisligisten FT München Gern fielen zwar sechs Tore, am Ende stand es 3:3.

Überraschend klar mit 0:3 verloren die Schützlinge vom Nachwuchsleistungszentrum Cham unter der Leitung von Trainer Tobias Schötz gegen die JFG GW Frankenwald. Eine große Fangemeinde hatte die JFG Kinsachkickers im Rücken. Sie trotzten der SpVgg Hof ein 0:0 ab. Der ASV Cham hatte sich einiges vorgenommen, allerdings avancierte er zum Remiskönig. 3:3 gegen TSV Schwaben Augsburg, 3:3 gegen SV Fürstenfeldbruck und 0:0 gegen den schließlich Turnierletzten 1.FC Sand am Main. Mit drei Punkten reichte es nur zu Platz vier in der Gruppe, dafür glänzte des NLZ mit Abwesenheit bei der Siegerehrung.

In der Gruppe A machten der TSV Schwaben und die JFG GW Frankenwald das Rennen unter sich aus, wobei sich die JFG mit neun Zählern den Gruppensieg sicherte. Der SpVgg Bayern Hof und der SpVgg Ansbach gelang in der Gruppe B der Einzug ins Halbfinale. Hof traf auf Frankenwald. Beide Teams schenkten sich nichts und agierten phasenweise mit harten Bandagen. Trotz einer Zeitstrafe siegten die JFG aus Oberfranken mit 3:1, sicherte sich das Finale und gleichzeitig das Ticket für die Süddeutsche Meisterschaft.

Spannend bis zum Schluss war das zweite Halbfinale zwischen Augsburg und Ansbach. Trotz zweimaliger Unterzahl gelang Augsburg ein 1:1. Im Sechs-Meter-Schießen behielt Ansbach die Nerven und gewann mit 5:4. Das Semifinale gewann die SpVgg Hof mit einem Treffer in der letzten Minute gegen den TSV Schwaben Augsburg.

Im Finale führte Frankenwald lange 1:0, musste aber nach einen tollen Kombination von Ansbach den Ausgleich hinnehmen. Das entscheidende Sechs-Meter-Schießen begann Frankenwald mit einem Fehlschuss, doch auch Ansbach leistete sich einen Lapsus. Es dauerte bis zum 14. Schuss, ehe die JFG GW Frankenwald als bayerischer U17-Hallenmeister feststand und auch zur „Süddeutschen“ am 3. März fahren kann. Die BFV-Offiziellen nahmen mit Bürgermeisterin Riedl die Siegerehrung vor und überreichten Spielbälle, Urkunden, Medaillen und den Siegerpokal.

rsr