Fußball im Bezirk Niederbayern
ATSV Kelheim setzt auf die Jugend – Trainer Tobias Schlauderer sieht den Bezirksligisten auf dem richtigen Weg

01.12.2023 | Stand 01.12.2023, 7:30 Uhr

Zielsetzung: Die Kicker vom ATSV Kelheim (in Grün, hier im Heimderby gegen TSV Langquaid) wollen sich in der stark aufgelegten Bezirksliga Niederbayern West im gesicherten Tabellenmittelfeld etablieren. Foto: Christian Kahler

Die Bezirksliga Niederbayern West genießt den Ruf, mit der höchsten Qualität und größten Leistungsdichte aller Zeiten zu brillieren. Hochkarätige Kicker, sehenswerte Partien, überraschende Ergebnisse und Tabellenstände kennzeichnen den Saisonverlauf.

Mittendrin im Kräftemessen vieler ambitionierter Teams trotzt der ATSV Kelheim den Rückschlägen und strebt den Saisonzielen entgegen. „Die Liga ist extrem gut besetzt. Viele Teams sorgen für ein unglaubliches Niveau“, sagt ATSV-Trainer Tobias Schlauderer. „Etliche Teams haben sich mit Neuzugängen extrem verstärkt. Zudem ist mit VfB Straubing ein sehr starker Landesligaabsteiger und sehr gute Aufsteiger hinzugekommen“, so der ehemalige Profi vom SSV Jahn Regensburg. Nach 19 Spieltagen haben sich die Widersacher sortiert. Mit FC Ergolding (42 Punkte) und FC Dingolfing (40) haben sich zwei Titelaspiranten abgesetzt. Den drei Verfolgern TV Aiglsbach (33), TSV Langquaid (33) und TV Schierling (32) schließe sich laut Schlauderer die Schar der Mannschaften an, die in den Kampf um den Klassenerhalt verstrickt ist.

Wichtiges Polster zur Abstiegsrelegation

Mittendrin im Getümmel befinden sich auch die Kicker vom ATSV Kelheim. Auf Platz neun (26 Zähler) beträgt der Vorsprung zum ersten Abstiegsrelegationsplatz lediglich drei Zähler. „Blicken wir nach hinten, geht es knapp zu.“ Der direkte Vergleich mit dem Rangdreizehnten TSV Gangkofen spricht mit zwei 2:0-Erfolgen für Kelheim und sorgt für ein zusätzliches Polster.

Im Vorjahr überwinterte der ATSV mit 30 Punkten aus 18 Partien. „Da haben wir eine sehr gute Runde gespielt. Gemessen daran liegen wir nur um vier Punkte zurück – und stehen gut da“, so Schlauderer. Der ein oder andere fehlende Punkt sei vorrangig auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich aufgrund zahlreicher Ausfälle keine Stammelf einspielte. „Vermutlich haben wir nie die gleiche Startaufstellung in Folge aufbieten können.“ Andererseits wurde das langfristig angelegte Projekt, Nachwuchskräfte in die Mannschaft zu integrieren, vorangetrieben.

Nachwuchskräfte werden integriert

Mit Maxim Usik und Niklas Prinzhorn bekamen letztjährige A-Junioren ihre Einsatzzeiten. Mit David Utz integriert sich ein aktueller A-Junior aus dem Kader der JFG Befreiungshalle Kelheim in den Bezirksligakader. „Natürlich sind die Jungs Leistungsschwankungen ausgesetzt, aber der eingeschlagene Weg passt.“

In der Bezirksliga biete sich das optimale Lernumfeld. „Es gilt sich gegenüber sehr erfahrenen Teams und stark besetzten Teams wie TV Aiglsbach und TSV Langquaid zu behaupten.“ Schlauderers Fazit zum bisherigen Saisonverlauf lautet: „Wir sind völlig zufrieden: Wir haben uns etabliert.“

Das sei angesichts der Konkurrenz nicht einfach für einen Verein, der auf Nachwuchsförderung setzt. Auf diesen Aspekt könne man laut Schlauderer besonders stolz sein: „Mit Blick auf die Spielberichtsbögen, bieten wir immer eines der beiden jüngsten Teams auf. Das ist eine sehr schöne Sache, aber natürlich auch stets eine besondere Herausforderung.“

ATSV-Zielsetzung: Klassenerhalt

Vom Niveau her sei der ATSV ideal in der Liga angesiedelt. „Gemessen an unseren Voraussetzungen ist es eine super Sache, wenn wir uns in der Bezirksliga halten.“

Die ATSV-Kicker und -Verantwortlichen mit dem Trainergespann Schlauderer und Sebastian Böhm sowie Sportlicher Leiter Christian Gottschalk werden – spätestens – mit Beginn der Rückrundenvorbereitung Mitte Februar alles daran setzen, um die 36-Punkte-Marke zu erreichen. „Wir werden hart arbeiten, wollen einen optimalen Einstieg ins Frühjahr erwischen. Der wird extrem wichtig für den weiteren Verlauf sein.“ In der Vorbereitung werde man aufgrund der Hallensperrung etwas andere Wege als in den letzten Jahren nehmen.

Gegen Langquaid und Ergolding in die Restrückrunde

Der Auftakt in die Restrückrunde hat es dann in sich: Beim TSV Langquaid (24. März) und beim FC Ergolding (28. März) sind zwei harte Brocken zu bewältigen. „Wir rechnen uns aber alle Chancen aus, um unser Punktekonto weiter aufzustocken.“ Die nächsten Schritte zum Erreichen des Saisonziels sollen Zug um Zug erarbeitet werden. „Knacken wir die 36 Punkte, dann sollte in dieser extrem ausgeglichenen Liga der Klassenverbleib geschafft sein.“

Damit dürfte für die zehnte Saison mindestens auf Bezirksliganiveau (in der Spielzeit 2015/16 kickte der ATSV in der Landesliga Mitte) in Folge geplant werden. Fest steht: „Wir setzen weiterhin auf die Jugend.“