MSC Abensberg: Trainingslager in Lonigo
Speedwaynachwuchs lernt in Italien von Langbahn-Weltmeister Martin Smolinski

20.02.2024 | Stand 20.02.2024, 14:00 Uhr

Trainingsvergnügen: Die Gesandtschaft vom MSC Abensberg ging in Lonigo hochmotiviert und mit viel Freude zur Sache. Fotos: Härtinger

Seit zehn Jahren veranstaltet der Motorsportclub Abensberg zum Saisonauftakt ein Trainingslager in Lonigo. Der Verein kann seit einigen Jahren wieder aktive Fahrer und Fahrerinnen aus dem eigenen Lager einbringen, die auf dem Weg nach Italien Jahr für Jahr von Rennfahrerkollegen aus dem süddeutschen Raum ergänzt werden.

„Die Faschingsferien bieten sich natürlich an, da die Nachwuchsfahrer alle noch schulpflichtig sind. So früh im Jahr startet weit und breit kein anderer Verein in die Saison“, erklärt Sascha Dörner, Sportleiter des MSC Abensberg. „Auf diese Weise hatten wir elf Teilnehmer dabei, die mit uns in das Jahr starten wollten.“

Neben den Aktiven und deren Eltern waren zur Unterstützung der Jugendlichen vor Ort weitere MSC-Mitglieder mit von der Partie. Walter Scheck und Georg Kirschberger haben sich aus Vereinssicht als „feste Institutionen“ erwiesen. „Natürlich sind wir dabei. Wir helfen wo wir können, egal ob auf oder neben der Bahn. Lonigo ist immer eine Reise wert. Es ist ja auch die Partnerstadt von Abensberg. Wir waren schon zu vielen Rennen hier,“ so Kirschberger. Walter Scheck ergänzt, „dass man durch die vielen Besuche hier mittlerweile die Leute kennt. Man trifft sich wieder.“

Martin Smolinski ist als Coach dabei

Ein allseits bekanntes Mitglied im MSC ist auch Martin Smolinski. Von Beginn an fungiert der amtierenden Langbahnweltmeister als Betreuer und Coach beim Trainingslager. Smolinski erklärt: „Ich bin seit 2014 dabei. Auch für mich ist das Jahr für Jahr der Auftakt nach der Winterpause. Der Fokus liegt ganz klar auf den Jugendlichen. Ich freue mich, dass ich meine Erfahrung und mein Wissen an die kommende Generation weitergeben darf.“ Unterstützt bei der Trainerarbeit wurde er heuer von einem weiteren Profirennfahrer: Jörg Tebbe, Mitglied der Bahnsport-Nationalmannschaft, war mit – und wegen – seiner Tochter Lenja angereist und stellte sich ebenfalls in den Dienst der Jugend.

Trainingsplan wird umgekrempelt

Der Trainingsplan war im Vorfeld für drei Tage ausgelegt. Dies hätte gereicht, um die gesteckten Ziele zu erreichen: „Rhythmus finden. Eine Einheit mit dem eigenen Motorrad werden. Material testen. Starten samt Paarfahren bis hin zur Renngeschwindigkeit“, so die Vorgaben von Smolinski. Aufgrund des vielen Regens in der Woche zuvor ließ die Rennbahn den ambitionierten Plan der Sportler aber nicht zu. Auf der stark aufgeweichten Bahn war letztendlich nur ein Praxistag möglich. „Schade für die Kinder, dass sie nur wenig fahren konnten. Aber die Stimmung ließen wir uns nicht nehmen“, sagte Betreuer Georg Kirchberger. Es wurde umgedacht. Das neue Programm beinhaltete viel Koordination, Kondition und Trockenübungen auf den Motorrädern. Der Ansporn aller war ungebrochen und so wurden die Tage effektiv genutzt.

Teambuilding rückt in den Vordergrund

Ein spontan einberufener Wettbewerb unter den Mechanikern sorgte für viel Gelächter, als es darum ging, einen Hinterreifen samt Kettensatz schnellstmöglich zu wechseln. Der Begriff Teambuilding fasse die Tage in Lonigo laut Mitteilung des MSC Abensberg treffend zusammen. Die klassischen Speedwayrunden vermissten die Nachwuchsrennfahrer dennoch: „Teambuilding war mega dieses Jahr. Aber ich freue mich doch, wenn wir wieder mehr fahren können“, so Basti Limmer, Junior Klasse A und auch Anton Keller, Junior Klasse B, bekundete: „Ich wollte natürlich mehr Moped fahren, aber Fußball hat auch Spaß gemacht.“

Eine Partnerschaft mit Zukunftsplänen

Die Städtepartnerschaft zwischen Abensberg und Lonigo hat sich auch auf die beiden Motorsportclubs übertragen. Bei Abreise wurde seitens der Italiener schon das Versprechen für das Jahr 2025 gegeben, die Bahn wiederum für die Abensberger Motorsportler zur Verfügung zu stellen. Ein gegenseitiger Besuch der Vereine zu den Weltmeisterschaftsläufen im Mai gilt als ausgemacht.