Stockschießen
Christoph Öttl holt Doppel-Gold bei der DM – und dankt Papa Xaver

19.09.2023 | Stand 19.09.2023, 15:00 Uhr |
Hans Peter Gleisenberg

Christoph Öttl und sein Vater Xaver kehrten mit zwei Goldmedaillen und einem Pokal von der deutschen Meisterschaft der Stockschützen in Passau zurück. Foto: Gleisenberg

Der Zeller Stockschütze Christoph Öttl hat seiner bereits stattlichen Trophäensammlung zwei weitere bedeutsame Erfolge hinzugefügt. Bei den deutschen Meisterschaften im Zielschießen in Passau gewann der Oberpfälzer sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft den Titel und die Goldmedaille.

Besonders der Erfolg im Einzel freute den Zeller Vorzeigestockschützen besonders, denn es war der einzige Titel der ihm in seiner Sammlung, die sogar einen Weltmeistertitel beinhaltet, noch fehlte. Auch war es ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, das er sich 14 Tage vor seinem 40. Geburtstag mit diesem Titel machte.

Langer Weg für Christoph Öttl



Doch war der Weg zu diesem Erfolg ein langer, den sich Öttl von den Kreis-, über die Bezirks- sowie die bayerischen Meisterschaften hart erarbeiten musste. Bei den bayerischen Meisterschaften qualifizieren sich sechs im Einzel und die vier Besten für den Mannschaftswettbewerb bei den deutschen Titelkämpfen.

Im Gespräch mit dem zweifachen Meister zeigte Öttl auf, dass er rückblickend einen Sahnetag erwischt hatte.

Zusammen mit seinem Vater Xaver ging es Sonntagfrüh in Richtung Passau. Und das 77- jährige Familienoberhaupt war beileibe nicht nur als Fan seines Christoph dabei, er entlastete während des Wettkampfs auch beim Rückspiel der Stöcke seinen Sohn. „Der Erfolg, den ich über viele Jahre hatte und auch habe, ist auch ein großer Verdienst meines Vaters. Er hat mich zu diesem Sport gebracht, stets an mich geglaubt und war auch bei nicht so berauschenden Ergebnissen immer als Motivator an meiner Seite und ist aus meiner Stockschützenkarriere als fantastische Stütze nicht wegzudenken“, so der frischgekürte deutsche Meister über seinen Vater.

Christoph Öttl distanzierte Konkurrent Matthias Adler



Bereits in der Vorrunde lag Christoph Öttl vorne und qualifizierte sich so mit sechs anderen für das Finale. Sein größter Konkurrent war Titelverteidiger Matthias Adler vom TSV Petting. Doch an diesem Tag konnte er dem Zeller das Wasser nicht reichen. Mit jedem Versuch wurde der Abstand ein bisschen größer. „Am Ende waren es 17 Punkte, die ich meinen langjährigen Rivalen voraus war. Zwar waren nicht alle Versuche perfekt, doch der Abstand war dann doch recht deutlich“, so Öttl zum Wettkampfverlauf.

Er machte dann aus seinem Herzen keine Mördergrube und fügte an: „Gold glänzt doch am schönsten und es war schon ein bewegender Moment, als die Nationalhymne erklang“, so Öttl. Schon da gingen erste WhatsApp-Nachrichten an Ehefrau Michaela und die Kinder, doch war ja noch der Mannschaftswettbewerb zu absolvieren, in dem er die bayerischen Farben vertrat.

Öttl war der Leader des Teams Bayern



Auch hier war Öttl der Leader und stellte nach dem guten Auftaktergebnis von Josef Straubinger aus Rattenbach mit einem fast perfekten Durchgang die Weichen frühzeitig auf Sieg. Matthias Adler und Heinz Koller aus Zuckenried lieferten ebenfalls starke Ergebnisse und so war es ein Start-Ziel-Sieg von Team Bayern. Auf Platz zwei kam Team West und dritter wurde die Vertretung aus dem Südwesten.

Derart dekoriert war die Heimfahrt für Christoph Öttl und seinen Vater fast wie ein „Nachhauseschweben“. Großer Applaus empfing dann beide am Sonnenleitenweg in der Zeller Stockschützenhalle.

„Perfekter hätte der Rahmen für die Meisterfeier nicht sein können, denn es lief bei uns an diesem Sonntag das Dietfurter Großgemeinde-Pokalturnier, das viele Stockschützen und Zuschauer anlockte. Auch Bürgermeister Bernd Mayr war unter den Gästen“, erzählt Öttl.

Der Rathauschef würdigte unter dem donnernden Applaus und Bravo-Rufen das Meisterschafts-Double von Christoph Öttl als weiteren Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der Zeller Stockschützen.

„Ein grandioser Tag für mich und selbstverständlich auch für unseren Verein“, so Öttl. „Und jetzt mit Vollgas ins Champions Finale in Feldbach“, blickte Öttl in seinem Schlusswort schon wieder nach vorne.