Rennsport
Ein 16-Jähriger aus Deining gibt im Kartsport erfolgreich Vollgas

21.11.2023 | Stand 21.11.2023, 12:02 Uhr
Dagmar Fuhrmann

Der Deininger Luca Scholz mit seinem Kart, das er seit Februar besitzt. „Wir haben mit einfachen Mitteln viel erreicht", sagen er und sein Vater Alfred. Foto: Dagmar Fuhrmann

Der Tag, als Alfred Scholz 2021 seinen damals 14 Jahre alten Sohn Luca zu einem ADAC Kart-Lehrgang angemeldet hat, könnte sich als der Tag herausstellen, der beider Leben nachhaltig verändern wird.

Denn mit diesem Grundkurs hat Luca den Schritt getan, der für alle Motorsportler, auch die mit dem ganz großen Namen, am Anfang steht: Eine Fahrerlizenz für Kart-Rundstreckenrennen zu bekommen.

Vater Alfred steht stets zur Seite



Gemeinsam mit seinem Vater hat er alles über Karts gelernt und auch, wie man an ihnen herumschraubt, um sie zu optimieren. Und natürlich auch, wie man sie fährt. Und offenbar ist Luca den Verantwortlichen sofort aufgefallen. Denn als nach einem weiteren Aufbaukurs zwei Junior-Teams für Süddeutschland gesucht wurden, waren Alfred und Luca eines davon. Und seitdem dreht sich im Hause Scholz in Deining wenn auch nicht alles, so doch sehr viel um das Thema Kart und Lucas Einsätze in den Rennen.

Und so ist Luca im vergangenen Jahr zum ersten Mal im süddeutschen ADAC-Cup gestartet. Leider ist ihm in einem Rennen das Chassis gebrochen, so dass er die Rennserie nicht erfolgreich beenden konnten.

2023 war ein erfolgreiches Jahr



2023 sah das dann bereits ganz anders aus: Er wurde in seiner Klasse E-IAME X30 Junioren im Cup Kart-Trophy Weiß Blau (KTWB) mit fast doppelt so hoher Punktzahl wie der zweitplatzierte Fahrer Meister. Rückschläge gab es hingegen im Süddeutschen ADAC Kart Cup. „Wegen zweier nichtverschuldeter Unfälle kam ich am Ende auf den 14. Platz“, sagt Luca und freut sich umso mehr, dass die Taktik sich danach ganz auf den KTWB-Cup zu konzentrieren aufgegangen ist.

Luca ist also offenbar ein talentierter Fahrer. Sein Vater führt das auf eine herausragende Eigenschaft zurück, über die sein Sohn verfüge: „Er kann sich so fokussieren, dass er ,im Tunnel‘ ist.“ Und er habe viel Gefühl für sein Fahrzeug. Er merke es, wenn der Reifendruck um 0,03 Bar verändert wird.

Luca Scholz hat das Gefühl fürs Kart



„Man fühlt nur noch“, sagt Luca auf die Frage, wie es ihm ergeht, wenn er sich „im Tunnel“ befindet. „Wenn man anfängt, nachzudenken, ist es vorbei.“

Luca wäre sicher auch ein erfolgreicher Skifahrer geworden, das bekomme er immer wieder gesagt, so sein Vater. Dennoch hat sich Luca für den Rennsport entschieden und so können Vater und Sohn gemeinsam ihrer Leidenschaft nachgehen. Der Vater als Mechaniker und der Sohn als Fahrer.

Allerdings gibt es da diesen einen Haken. Rennsport ist ziemlich teuer, man muss viel investieren. Das Chassis des Karts schlägt mit 5000 Euro zu Buche, der Motor mit 3000 Euro, hinzukommen die Reifen, die permanent ausgetauscht werden müssen. Dazu kommt noch ein Anhänger, um das Kart zu transportieren. Und natürlich die Startgebühren.

„Möglich ist das nur, weil die ganze Familie dahinter steht“, sagt Vater Alfred. Wenn Lucas Karriere aber nicht am schnöden Mammon scheitern soll, wird er einen Sponsor brauchen. Denn bereits in den höheren Klassen sind die Startgebühren unerschwinglich.