Bayernliga Nord

Brutale Effizienz gab des Ausschlag: Ammerthal gewinnt Derby gegen Gebenbach mit 3:0

17.09.2023 | Stand 17.09.2023, 12:52 Uhr
Reinhold Badura
Johannes Berner

Beide Mannschaften taten sich in der ersten Halbzeit schwer, ins Spiel zu finden. Nach der Pause wurde die Partie deutlich interessanter – mit dem glücklicheren Ende für die Gastgeber (in Grün). Foto: Andreas Brückmann

Das mit Spannung erwartete Oberpfalzderby zwischen der DJK Ammerthal und der DJK Gebenbach hielt vor einer imposanten Kulisse zunächst nicht, was man sich im Vorfeld erwartet hatte. Beide Bayernliga-Mannschaften agierten zunächst sehr verhalten und ängstlich. Das sollte sich nach der Pause ändern.

Das Geschehen spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab, nennenswerte Torraumszenen blieben zunächst Mangelware. Beide Teams konnten in diesem brisanten Derby nicht in Topbesetzung auflaufen. Kurzfristig musste auf Ammerthaler Seite auch noch Marco Kaiser (Magen-Darm) ersetzt werden, so dass die DJK-Defensive komplett neu aufgestellt werden musste.

Das Trainergespann Schlicker/Gündogan stellte das Spielsystem auf 4-2-3-1 um, sodass ihr Team eine gewisse Zeit brauchte, um ins Spiel zu finden. Es wollte irgendwie kein Spielfluss aufkommen, im Spiel nach vorne wirkten beide Mannschaften etwas ideenlos. Nur zweimal tauchten die Ammerthaler gefährlich vor dem Tor auf, wobei Laurin Klaus (14.) im Abschluss nach einem Rückpass des Gegners einen Tick zulange zögerte. Die zweite gute Chance vergab erneut Klaus, dessen Schuss denkbar knapp am langen Posten vorbeirauschte (23.). Die beste Einschussmöglichkeit auf Seiten der Gäste vergab Timo Kohler in der 31. Minute.

Ammerthal nutzt Fehler konsequent

Die zweite Halbzeit entwickelte sich deutlich interessanter für die Zuschauer. Hier zeigten sich dann die Hausherren enorm effizient. Nachdem zunächst Torwart Christopher Sommerer einen Schuss von Dominik Haller aus dem Winkel holte, wurden die Platzherren immer dominanter. Es lief die 60. Minute, als Mergim Bajrami nach einem Fehler in der Gebenbacher Hintermannschaft an den Ball kam und blitzschnell Leon Rukiqi bediente. Dieser traf eiskalt zur 1:0-Führung.

In der 71. Minute nutzte Martin Popp erneut eine Unachtsamkeit nach Zuspiel von Bajrami zum 2:0. Nur drei Minuten später stand Bajrami erneut im Mittelpunkt, der im Fallen Laurin Klaus bediente. Dieser traf zum 3:0, womit die Partie dann auch entschieden war. Kai Hempel, Trainer der DJK Gebenbach zeigte sich nach der Partei bedient: „Wenn man 3:0 verliert, braucht man nicht groß darüber reden, ob verdient oder nicht verdient. Es ist momentan so, dass die entscheidenden Momente beim Gegner sind. Ich denke vor dem 1:0 hat man zumindest etwas das Gefühl gehabt, dass wir etwas näher am Führungstreffer waren. Dann kassieren wir zwei Tore, wo Ammerthal gar nicht so viel dafür machen musste. Das ist zweifelsfrei zu einfach.“

Seinem Team fehle derzeit einfach die Durchschlagskraft nach vorne und auch das nötige Glück, wobei die Partie bis zum Rückstand in seinen Augen relativ ausgeglichen gewesen sei. „Nach den zwei Böcken, die wir uns geleistet haben, wurde es natürlich brutal schwierig zurückzukommen. Wir werden über dieses Spiel konstruktiv reden. Wir sind jetzt das erste Mal seit ich hier Trainer bin in so einer unglücklichen Situation. Wir müssen jetzt alle zusammen da durch“, so Hempel.

Ammerthals Trainer Florian Schlicker zeigte sich nach Abpfiff zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Die erste Halbzeit war sehr fahrig mit viel Mittelfeldgeplänkel, wo sich keiner entscheidend durchsetzen konnte. Im zweiten Durchgang hatten wir schon auch das glücklichere Ende durch unsere brutale Effektivität vor dem Tor auf unserer Seite.“ Man freue sich nun erstmal über diesen Derby-Sieg. „Wir sind noch nicht da wo wir hinwollen, deshalb müssen wir verbissen weiterarbeiten und Gas geben.“

Gebenbachs Lazarett wird größer

Die DJK Ammerthal zog durch den Derbysieg an Gebenbach vorbei und rangiert derzeit auf Platz neun. Gebenbach rutscht indes nach der dritten Pleite in Folge auf den 12. Rang ab. Angesichts der Negativ-Serie müssen die Oberpfälzer eher in die untere Tabellenhälfte blicken als an die Spitze.

Die Gäste gaben das Spiel durch zwei individuelle Fehler aus der Hand, die Ammerthal dankend annahm. Obendrein musste Johannes Golla bereits nach fünf Minuten verletzt raus, wodurch das Trainerteam gezwungen war, umzustellen. Die Verletztenliste füllt sich.