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Bald kommt Rasenschach beim FC St. Pauli

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 18:30 Uhr

Doch, doch, der Mann ist auf alle Fälle im besten Alter. Im 34.Lebensjahr sind Erfahrung und Routine üppig. Sportlich ist der Mann sowieso über alle Zweifel erhaben: Er war zehn Jahre lang Weltmeister.

Im so herrlichen Pressemitteilungs-Deutsch hieße es also über diesen Neuzugang: „Er macht unseren Kader besser.“

Das wird der FC St. Pauli in der Bundesliga ja auch brauchen. Da tut ein Magnus Carlsen selbstverständlich gut. Bevor Sie uns jetzt komplett für meschugge erklären beziehungsweise wir aneinander vorbeireden: Nein, wir sprechen ganz und gar nicht vom Fußball, sondern natürlich vom Schach. Da ist der Kiez-Klub nämlich neuerdings auch erstklassig.

Als die Paulianer ihren glorreichen Aufstieg – anders als im Fußball ist es der allererste in die erste Liga – nach dem Erfolg gegen den weltberühmten SV Glückauf Rüdersdorf unter Dach und Fach hatten, hatten sie sich noch „budgetseitig hoffnungslos unterlegen“ in den neuen Sphären gewähnt und gefachsimpelt: „19 der Top-20-Spieler auf der Welt spielen im kommenden Jahr in der Bundesliga, außer Magnus Carlsen eigentlich alle.“

Und so verpflichteten sie jenen Magnus Carlsen eben kurzerhand. Übrigens ganz und gar nicht pauli-like mit Hilfe des zigfachen Milliardärs Jan Henric Buettner, der ein Feriendorf für Superreiche betreibt. Und was sagt Magnus Carlsen? Er sieht den FC Sta. Pauli als „coolste Marke Deutschlands“. Na, wenn das nicht inspiriert.

Folglich sind wir uns jetzt auch komplett sicher, dass diese Neuverpflichtung auch auf den Fußball ausstrahlen muss: Dieser FC St. Pauli 2024/25, der jetzt zum sechsten Mal aufstieg, meist nur ein Jahr und nie länger als drei Jahre blieb, ist somit gaaaaaanz anderer Aufsteiger als es eine Nummer 33 (von 57 Klubs gesamt) der ewigen Bundesliga-Tabelle mit ihren 272 Spielen (58 Siege, 80 Unentschieden, 134 Niederlagen) erwarten lässt. Magnus Carlsen sorgt wofür? Ganz klar, für künftiges st.-paulianisches Rasenschach.