Gedenken an Agyemang Diawusie
Bewegende Momente im Jahnstadion: „In unseren Herzen wird er immer weiterspielen“

03.12.2023 | Stand 04.12.2023, 14:22 Uhr

Die Mannschaft bildet einen Kreis – und am Zaun vor der Hans-Jakob-Tribüne haben die Fans ein Transparent platziert. Fotos: Andreas Nickl

Die Ausstellung trägt den Titel „Der Jahn steigt auf“ und wurde am Samstag im Historischen Museum am Dachauplatz eröffnet. Sie präsentiert einen Überblick zur langen Geschichte des Regensburger Traditionsvereins.

Dreh- und Angelpunkte sind die Jahre 1953, 1983 und 2003, in denen dem SSV Jahn jeweils der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse gelungen war.

Der Fußball kennt solche Triumphe, er produziert verlässlich große Emotionen. Es gibt allerdings auch Tragödien, die alles Sportliche in den Schatten stellen und das Ringen um Tore und Punkte plötzlich fast belanglos erscheinen lassen. Um eine solche Tragödie handelt es sich beim tragischen Herztod des Jahn-Profis Agyemang Diawusie am vergangenen Dienstag.

Ganz besondere Vorzeichen

Die Verantwortlichen des Regensburger Drittligisten hatten mit sich gerungen, ob die Mannschaft unter diesen Vorzeichen zur Heimpartie gegen den FC Freiburg II antreten sollte. In Absprache mit der Familie des Verstorbenen war am Donnerstag die Entscheidung gefallen. Überflüssig zu betonen, dass es sich um ein Spiel unter ganz besonderen Vorzeichen handelte und dass das Gedenken die Stimmung auf den Rängen und auf dem Rasen des Jahnstadions prägte.

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Die Begegnung gegen Freiburg am Sonntag war gespickt mit bewegenden Momenten. Nach dem Abpfiff erklangen Lieder von Diawusies persönlicher Playlist. Die Mannschaft bildete dazu zusammen mit dem Trainerteam und allen Betreuern am Anstoßpunkt einen Kreis, wie sie es schon vor Spielbeginn getan hatte. Die 24 war die Trikotnummer des gebürtigen Berliners. Sie schien am Jahnturm vor der Arena auf, sie prangte weiß auf schwarz auf einem großen Transparent, das am Zaun vor der Hans-Jakob-Tribüne aufgezogen worden war. „Ruhe in Frieden, Agy“, so lautete die Aufschrift.

Und es war wohl mit der emotionalste Augenblick, als sich nach 24 Spielminuten die Zuschauer von ihren Sitzen erhoben und gemeinsam applaudierten.

„Wir werden ihn niemals vergessen“

„Wir sind immer noch fassungslos. Es fällt uns schwer, diesen Verlust zu begreifen“, hatte Stadionsprecher Christian Sauerer vor dem Anpfiff die Gedenkminute eingeleitet und hinzugefügt: „Agy hat bei uns Eindruck hinterlassen, sportlich wie menschlich. Wir werden ihn niemals vergessen.“ Alle Akteure trugen Trauerflor. In der Arena herrschte Stille. Die Verkündung der Mannschaftsaufstellung erfolgte ohne die sonst übliche lautstarke Wiederholung der Namen durch die Fans. Erst mit dem Anpfiff machten sich die Anhänger auf den Tribünen wieder bemerkbar. „In unseren Herzen wird er immer weiterspielen“, auch das stand auf einem Transparent.

Agyemang Diawusie ist nun auch Teil der Ausstellung im Historischen Museum. Die Organisatoren haben kurzfristig Fotos des damals blutjungen Spielers im Trikot der Junioren des SSV Jahn in die Schau integriert. Auf die eigentlich für Sonntag vorgesehene feierliche Eröffnung verzichteten sie.