Jahr für Jahr Regionalliga
Der harte, erfolgreiche Kampf der Tischtennis-Damen des DJK Sportbund

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26.09.2023 | Stand 26.09.2023, 17:30 Uhr

Die unermüdlichen fünf Tischtennis-Damen des DJK Sportbund, die stets aufs neue den Kampf in der Regionalliga annehmen: Elisabeth Schanzer, Jannika Zangmeister, Johanna Dietrich Johanna, Sibylle Bauer und Gerti Dietrich (von links) Foto: Christian Brüssel

Nach diesem Wochenende mit den ersten Heimspielen lebt sich‘s schon mal entspannter für die Tischtennis-Damen des DJK Sportbund: Ein 6:4 gegen den ESV München-Freimann und ein 5:5 gegen den TSV Dachau III brachten nach der 4:6-Auftaktniederlage von Mühlhausen die ersten drei Zähler der neuen Saison in der Regionalliga Süd auf das Konto.

„Jetzt haben wir erst einmal bis 28. Oktober Pause und können bis zum Heimspiel gegen Rodach dann schauen, was die anderen so treiben“, beurteilt DJK-Mannschaftsführerin Sibylle Bauer und Nummer eins die Ergebnisse. „Genau so hatten wir uns das auch erhofft. Denn wir müssen ja schauen, dass wir im Zehnerfeld drei Teams hinter uns lassen. Und mit Landshut oder Wildsruff gibt es auch Teams, gegen die wir im Normalfall nichts zu melden haben.“

„Wir spielen eben gerne“

Es ist von Jahr zu Jahr aufs Neue ein Kampf beim DJK Sportbund, ein Team zu stellen in der immerhin vierthöchsten Liga. Diesmal hat es wieder geklappt, obwohl die Mannschaft von sieben auf fünf Spielerinnen geschrumpft ist. Passieren darf also nicht viel, weil vier Damen ja nötig sind, um antreten zu können. Trainer, Sponsoren, Bezahlung? All das gibt es nicht. „Wir spielen eben gerne Tischtennis“, sagt Bauer.

Umso wichtiger ist, dass die Chemie stimmt. „Wir sind ja auch weit auf Tour nach Sachsen oder Sachsen-Anhalt. Es geht ums große Ganze bei uns und den Zusammenhalt. Wir gehen auch mal miteinander essen. Es gilt einfach, persönlich etwas miteinander zu tun zu haben.“ Sibylle Bauer sowie Mutter und Tochter Gerti und Johanna Dietrich sind dabei seit einer gefühlten Ewigkeit das DJK-Stammtrio. „Wir sind der harte Kern“, sagt Bauer, „und kümmern uns um alles, um das man sich eben kümmern muss.“ Bauer und Gerti Dietrich sind der „besseren Kommunikation“ willen deswegen inzwischen auch in der Abteilungsführung aktiv, um verklickern zu können, was in einer derartigen Liga nötig ist. „Dann ist die Leitung einfach kürzer.“

Neue zu generieren ist ohne Finanzanreiz noch einmal schwieriger. „Außerdem haben wir Landshut oder Ettmannsdorf in der Nähe oder auch Dachau und Fürstenfeldbruck, die mit ihren Bedingungen, die Talente abziehen“, glaubt Bauer. Nur hin und wieder läuft der DJK auch mal eine Spielerin wie Jannika Zangmeister zu, die in Regensburg studiert und bei den Fahrten in Nürnberg eingesammelt wird. „Und bei Meisterschaften kommt man auch immer wieder ins Gespräch“, berichtet Bauer von offenen Augen und Ohren.

„Ein hoher Aufwand“ aber ist und bleibt ein Regionalliga-Team trotz allem. „Wobei zweimal die Woche Training und Spiel eigentlich zu wenig ist“, sagt Sibylle Bauer, die als promovierte Bio-Chemikerin bei einer großen Firma im Projekt-Management für klinische Studien arbeitet – also auch beruflich viel organisiert. Und weiter bei der DJK organisieren will sie ebenfalls weiter.

Exot ist das DJK-Team übrigens keiner: „Ich denke bei 50 Prozent der Teams ist das mit uns vergleichbar.“ Der Reiz, sich gegen jüngere Spielerinnen zu beweisen, ist auch da. „Ich bin mit 35 ja auch schon alt inzwischen. Wenn es gegen 15-, 16-Jährige geht, die das als Sprungbrett sehen, dann wendet man halt den einen oder anderen Trick an, setzt auf Erfahrung oder spielt mal eklig.“

Viele Tischtennis-Facetten

Wie lange man mitspielen kann, zeigt seit vielen Jahren eindrucksvoll Gerti Dietrich, inzwischen eine Ü-60-Frau. „Es ist viel Kopf und Technik. Tischtennis hat so viele Facetten. Und genau das ist es ja, was mir so ungeheuer Spaß macht“, sagt Sibylle Bauer. „Das ist ein Superausgleich.“