Nun auf Platz fünf in der zweiten Liga
Die Frauen mit dem besseren Nervenkostüm: Regensburg geht mit gutem Gefühl in die Spielpause

25.02.2024 | Stand 25.02.2024, 20:00 Uhr
Gerd Winkler

Nicole Lederer wirft, Ex-ESV-Spielerin Natalia Krupa steht im Tor. Foto: ocb

Die Regensburger Handballfrauen können mit einem richtig guten Gefühl in die anstehende Punktspielpause gehen. Dank des 26:25 (11:13)-Heimsieges über die Füchse Berlin sind die Bunkerladies nach zwei Dritteln der Saison mit 23:17 Punkten auf den überraschenden fünften Platz der zweiten Liga geklettert. Unterdessen beklagten die Hauptstädter die siebte Niederlage mit einem Tor Unterschied und befinden sich im nicht für möglich gehaltenen Abstiegskampf.

Nach den zwei spielfreien Wochenenden fährt der ESV am 16. März zum TuS Lintfort. Der Tabellensechste ging mit 28:38 beim Abstiegskandidaten SG Kirchhof unter – die dritte Niederlage in Serie. Das nächste Heimspiel bestreiten die Blau-Schwarzen am 23.März gegen den Siebten Mainz 05.

23 Zähler haben seit der Einführung der eingleisigen zweiten Bundesliga in der Saison 2011/12 immer zum Klassenerhalt gereicht. Heuer greift jedoch der verschärfte Abstieg, die Abstiegszone umfasst fünf Mannschaften. Regensburgs Polster nach 20 Spielen zum auf Relegationsrang zwölf notierten VfL Waiblingen beträgt komfortable sechs Punkte. Die vierte Saison im Unterhaus sollte Formsache werden. Dann wird es wohl zu keinem bayerischen Derby mehr im Unterhaus kommen. Das abgeschlagene Schlusslicht HCD Gröbenzell ist kaum noch zu retten, und vor dem Wochenende hat überdies Drittliga-Spitzenreiter HC Erlangen den Verzicht auf den Aufstieg angekündigt.

Optimistisch, aber Zeigefinger



„Mit der Zwischenbilanz sind wir natürlich mehr als zufrieden und dürfen sehr optimistisch sein“, befand der sportliche Leiter Robert Torunsky. Es seien noch 20 Punkte zu vergeben und die Teams im unteren Tabellendrittel würden aber seit Wochen kräftig punkten, hob Torunsky dennoch den Zeigefinger. „Es braucht noch einige Erfolgserlebnisse, um ganz sicher sein zu können“, rechnete er vor. Die Unterbrechung käme gerade zum richtigen Zeitpunkt: „Die Mädels können nochmal die Akkus aufladen und Wehwehchen auskurieren.“

Eine Teamleistung, die in Sachen Kampfgeist und Miteinander kaum zu toppen ist, sei die Basis für den neunten Erfolg im elften Heimspiel gewesen. Schon in Berlin hatte der ESV im Oktober mit 25:24 die Oberhand behalten. „Dass wir das zweite Mal gegen diesen Gegner gewonnen haben, macht mich sehr stolz“, freute sich Trainer Bernhard Goldbach. Die Mädels hätten mit einer herausragenden Mannschaftsleistung zweimal einen Vier-Tore-Rückstand gedreht. „Hinten raus sind wir psychologisch im Vorteil gewesen“, so Goldbach. Berlin habe sechsmal mit einem Tor und zweimal mit zwei Toren verloren, da sei man gebrandmarkt.

Erst kommt der Fehlstart



Die Bunkerladies legten ein 0:4-Fehlstart (3.) hin, nach dem zwischenzeitlichen 3:7 (14.) besorgte Kreisläuferin Julia Drachsler den ersten Ausgleich zum 9:9 (19.). Im nächsten Angriff ließ Halblinks Nicole Lederer das 10:9 folgen, in den nächsten zehn Minuten bis zur Pause gelang jedoch nur noch Maxie Fuhrmann ein Tor.

Die zweite Halbzeit litt unter einer Flut von Zeitstrafen: Fünf Hinausstellungen quittierten die Bunkerladies, sechsmal musste eine Berlinerin die Platte verlassen. Der ESV geriet ins Hintertreffen (14:18, 37.) und trat die Crunchtime mit dem 21:24 (50.) an. Mit dem nun gut neunminütigen 5:0-Lauf drehte der ESV die Partie. Erst bei 59:16 Minuten konnten die Gäste verkürzen, zu mehr als einem geblockten Freiwurf nach Ablauf der 60 Minuten reichte es nicht mehr.

Goldbach kritisiert bemerkenswerte Strafwurfquote



Am Ende lautete die Strafwurfquote 10:0 – für Berlin. „Bei aller Liebe, aber das ist kein Verhältnis“, monierte Goldbach. Freilich sei klar, dass die wuseligen Gegenspielerinnen mit ihrer Spielanlage – dem konsequenten Eins-gegen-Eins – mehr Siebenmeter ziehen würden, den einen oder anderen hätten die ESV-Frauen aber auch kriegen müssen.